Tötungsdelikt in Brunnen SZ

19. Oktober 2018 09:39; Akt: 19.10.2018 19:38 Print

Wollte G. D. (18) die Leiche seiner Mutter verbrennen?

In Brunnen wurde die verkohlte Leiche einer Frau im Anbau eines Hauses gefunden. Unter Tatverdacht steht der 18-jährige Sohn G. D.

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Bei der in Brunnen SZ in einem Wohnhaus-Anbau gefundenen Leiche, handelt es sich um die 56-jährige Hausbewohnerin. Dies teilt die Kantonspolizei Schwyz am Freitag in einem Communiqué mit. Die Leiche sei verkohlt aufgefunden worden. Die genaue Todesursache ist immer noch unklar, es sei jedoch von einem Gewaltdelikt auszugehen.

Die Polizei war kontaktiert worden, weil die Frau nicht zur Arbeit erschienen war. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, ergriff der 18-jährige Sohn des Opfers die Flucht. Er versuchte, Zuflucht in einem Waldstück zu finden, konnte aber kurz daraufhin festgenommen werden. Nur rund 45 Minuten nachdem die Polizei auf die Leiche gestossen war, klickten die Handschellen.

Auf einem Bild, das der «Bote der Urschweiz» publizierte, trägt der junge Mann kurze Trainerhosen, Turnschuhe und einen Hoodie. Man habe sowohl ihm als auch seinem Vater im Spital eine DNA-Probe entnommen, wie die Zeitung schreibt. Dies sei das übliche Vorgehen im Rahmen von Ermittlungsarbeiten. Der sichtlich erschütterte Vater habe sich zu den Vorfällen nicht weiter äussern wollen.

Tote war Bankangestellte

Das Opfer M. D.* arbeitete im Ort bei einer Bank als Niederlassungsleiterin. Ein ehemaliger Mitarbeiter sagt: «Sie war eine gute Frau. Sie hat viel für mich getan.» Die Schalter der Bankfiliale in Brunnen bleiben heute geschlossen.

Eine Bekannte der Familie sagt, der Tatverdächtige sei vor einiger Zeit bei einem Velounfall auf den Kopf gefallen und sei seither «seltsam» gewesen. Die Mutter habe es sehr streng mit ihm gehabt. Ein Anwohner sah ihn noch gestern, wie er mit dem Hund spazieren ging. «Wir haben uns ganz normal gegrüsst.»

Laut einem anderen Nachbarn hat der Sohn häufig oberhalb des Hauses auf einem Bänkchen gekifft. Er sei auch schon auf die Mutter losgegangen. Sein Vater wollte sich nicht zum Drama äussern. Es sei eine «familieninterne Angelegenheit».

Mutmasslicher Tatort abgesperrt

Die Polizei hat das Haus der Familie abgesperrt. Beamte inspizierten am Freitagmorgen das Gelände. Auch ein Spürhund war im Einsatz. Der Anbau war mit einer schwarzen Blache abgedeckt. Möglicherweise hat sich die Bluttat dort ereignet.

Florian Grossmann, Sprecher der Kantonspolizei Schwyz, sagt auf Anfrage, die Polizei mache derzeit mit Blick auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben zu den involvierten Personen. Man werde informieren, sobald es der Ermittlungsstand zulasse. Auch zur Tatwaffe machte die Polizei keine Angaben.

* Name der Redaktion bekannt

(daw/mme)