AMRAAM

16. Februar 2011 10:34; Akt: 16.02.2011 14:24 Print

180 Millionen Franken für neue Lenkwaffen

Der Bundesrat hat das Rüstungsprogramm 2011 verabschiedet. Er beantragt dem Parlament die Beschaffung von Rüstungsgütern im Umfang von 433 Millionen Franken.

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Der Bundesrat will für 433 Millionen Franken neue Rüstungsgüter kaufen. Einen grossen Teil des Geldes - 180 Millionen Franken - will Verteidigungsminister Ueli Maurer für Luft-Luft-Lenkwaffen ausgeben. Das heute eingesetzte Modell der Luft-Luft-Lenkwaffe AMRAAM sei technologisch nicht mehr auf dem neusten Stand, sagte Maurer vor den Medien in Bern.

Deshalb solle das Modell AIM-120B schrittweise durch das modernere, leistungsfähigere und wirksamere Modell AIM-120C-7 abgelöst werden. Es gehe darum, eine «minimale Bewaffnung» der FA/18 sicherzustellen, sagte Maurer. Wie viele Lenkwaffen er kaufen will, gab er nicht bekannt. Dies sei geheim.

173 Millionen für Brücken

173 Millionen Franken will der Bundesrat für Brückensysteme ausgeben. Die Brücken aus den 1960er Jahren hätten ihre Nutzungsdauer erreicht und müssten ausser Dienst gestellt werden, sagte Maurer. Damit verlören die Genietruppen die Fähigkeit, Hindernisse und Flüsse rasch überwinden zu können.

Der Bundesrat beantragt nun den Kauf des Unterstützungsbrückensystems 45 m. Dieses soll laut Maurer auch zivil zugunsten der Bevölkerung eingesetzt werden, etwa bei Unwettern.

55 Millionen für Fahrzeuge

Weiter will der Verteidigungsminister die Fahrzeugflotte erneuern. Bereits im letztjährigen Rüstungsprogramm hatte er dafür Geld beantragt. Nun soll die Erneuerung der Flotte fortgesetzt werden. Für 55 Millionen will Maurer 72 Lastwagen, 170 Lieferwagen und 5 Gesellschaftswagen beschaffen.

Schliesslich beantragt der Bundesrat dem Parlament einen Zusatzkredit für 25 Millionen Franken zur technischen Aufrüstung von 12 ABC-Aufklärungsfahrzeugen, deren Beschaffung das Parlament im Rahmen des Rüstungsprogramms 2008 bewilligt hatte.

Nachbesserungen nötig

Das erste dieser ABC-Fahrzeuge wurde 2009 ausgeliefert und durch die Spezialisten des Kompetenzzentrums ABC (atomar, biologisch, chemisch) getestet. Dabei habe sich gezeigt, dass sowohl beim Fahrzeug als auch bei den Sensorik- und Auswertungssystemen Nachbesserungen nötig seien, schreibt das VBS. Heute seien deutlich modernere Geräte verfügbar.

Verglichen mit früheren Programmen ist das Rüstungsprogramm 2011 eher bescheiden. Im vergangenen Jahr hatten die Räte nach diversen Änderungen ein Rüstungsprogramm im Umfang von 617 Millionen Franken bewilligt. Im Durchschnitt der letzten Jahre wurden jeweils Rüstungsgüter im Wert von 700 bis 800 Millionen gekauft.

Zuerst politische Entscheide

Die geringeren Ausgaben begründet Maurer unter anderem damit, dass zunächst politische Entscheide zur Zukunft der Armee fallen müssten. Das Programm enthalte keine Investitionen, welche in irgendeiner Weise Entscheide vorweg nähmen, betonte er.

Höher als in den letzten Jahren sind die geplanten Ausgaben für Immobilien des VBS. Dies hängt laut Maurer mit den steigenden Betriebskosten zusammen. Der Bundesrat beantragt dem Parlament zwei Verpflichtungskredite mit einer Gesamtsumme von 305 Millionen Franken.

Neubau in Spiez

Damit sollen laut Maurer vor allem Gebäude saniert werden. Knapp 20 Millionen entfallen auf die Sanierung des ABC-Kompetenzzentrums in Spiez, wo ein Neubau geplant ist. Geplant sind weiter die Erweiterung des Truppenlagers Affenwald in Meiringen, Anpassungen am Breitbandübertragungsnetz und die Sanierung von Seilbahnen.

Die Pläne für Rüstung und Immobilien seien unspektakulär, sagte Maurer. Kritik übte am Mittwoch die GSoA: Das einzig mögliche Einsatzszenario für die Lenkwaffen wäre ein klassischer Luftkrieg, gibt sie zu bedenken. Es sei falsch, die knappen Gelder des Bundes in «solchen Unsinn» zu investieren.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luftwaffe am 16.02.2011 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte richtig

    Unsere Kampfjet Flotte ist sehr modern und auch schlagkräftig. Wenn es denn nur Kampfjets bräuchte! Wir würden lieber Kampfhelikopter/Kampfdrohnen und Transporthelikopter a la Blackhawk für die Infanterie kaufen! Transportflugzeuge wären auch nicht schlecht da wir diese ständig bei den Nachbarn mieten müssen sobald etwas im Kosovo defekt ist. Mit 180 Millionen könnte man auch genügen Radschützenpanzer zulegen um die ständigen Engpässe im WK zu verhindern. Solche Raketen können auch 5 Jahre warten! Wenn man eine Armee möchte, dann bitte richtig!

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  • Bildkritiker am 16.02.2011 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Leser denken nun

    es werden neue Flugzeuge angeschafft. Dank einem Bild nur von den Lenkwaffen könnten sich die Leser ein besseres Bild davon machen, was wirklich angeschafft wird.

  • Res Wahlen am 16.02.2011 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Zeit dem Militär geld zu geben!

    Eine gut ausgerüstete Armee ist ein Garant für Sicherheit. Noch in den 1990er-Jahren bestand die Armee aus 625 000 Mann. Das wäre auch heute noch richtig u. gut. Neutralität, Milizprinzip und allgemeine Militärdienstpflicht sind die Eckpfeiler und ein Garant für eine unabhängige Schweiz, welche sich im Notfall auch verteidigen kann. Das Kosovo-Engagement, welches 2012 ausläuft, sollte auf gar keinen Fall verlängert werden. Eine autonome, u. weitsichtige Landesverteidigung hat für mich erste Priorität. Wie schnell es gehen kann, sieht man überall auf der Welt. Kein Friede dauert ewig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • daniel am 26.03.2011 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlose "Geheimniskrämerei"

    Man fragt sich warum die "minimale Anzahl" der neu zu beschaffenden AIM-120C geheim gehalten wird. So geheim kann das nicht sein, wie Vergleiche auf dem Weltmarkt zeigen: Für 178 Millionen US-Dollar kaufte Kuwait 120 dieser Raketen (120 Raketen für 33 F/A-18 sind tatsächlich eine "minimale Bewaffnung" und damit macht man keiner ernsthaften ausländischen Luftwaffe grosse Angst. Ohnehin bleibt die Frage WER denn als Gegner (in der kurzen Lebenszeit, die eine jetzt einigermassen moderne Luft-Luf) überhaupt in Frage käme??

  • peter am 17.02.2011 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    kein vertrauen in piloten?

    ich glaube nicht dass es an der Bevölkerung ist darüber zu entscheiden, welche waffen schlussendlich nötig sind und welche nicht. das sollte meiner meinung nach von expertengruppen entschieden werden, und nicht an die öffentlichkeit gehören. ich für meinen teil sähe es noch gerne, wenn eine komischerweise bewaffnete luftwaffe (darum heisst es ja auch luft"waffe") bereit wäre im notfall einzuspringen. haben denn die leute ein so kleines vertrauen in unsere top-piloten, dass sie nicht richtig ausrüsten wollen?

  • Rico am 16.02.2011 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Frieden/Krieg oder Krieg/Frieden

    Bei beiden Varianten muss man wachsam sein, darum ist Vorsorgen ist besser als Heilen.

  • lucky luke am 16.02.2011 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    GEIZ IST GEIL!

    für solches spielzeug so viel geld ausgeben? da haben wieder einige politiker zuviele klippediklopse unter dem skalp! dafür streicht man lächerliche 132 millionen entwicklungshife. wo sind da die relationen?

  • anonym am 16.02.2011 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    ... raus mit dem Geld

    Für was neue Waffen, wir werden heute anders angegriffen.. siehe Zerfall vom Bankgeheimnis usw.