Mehr Scheidungen

26. Februar 2019 13:16; Akt: 26.02.2019 13:16 Print

Im Durchschnitt hält eine Ehe 15 Jahre

Die Zahl der Scheidungen hat in der Schweiz zugenommen. Der Bund rechnet damit, dass 40 Prozent der gegenwärtigen Ehen in einer Scheidung enden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach einem Rückgang 2017 hat die Zahl der Scheidungen in der Schweiz wieder angezogen: 16'200 Paare lösten 2018 ihr Ehegelöbnis, das sind 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Ehen zwischen Ausländern sind besonders instabil: Hier betrug die Steigerung fast ein Viertel.

Umfrage
Was ist dein Beziehungsstatus?

Ehen zwischen Partnern ohne Migrationshintergrund oder mit nur einem nichtschweizerischen Partner wurden dagegen seltener geschieden als letztes Jahr: Im ersten Fall sank die Scheidungsrate um 6,1 Prozent, im zweiten um 0,9 Prozent, wie provisorische Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen. Die durchschnittliche Ehedauer liegt stabil bei 15 Jahren.

Sollte sich der Trend fortsetzen, rechnet das BFS damit, dass knapp 40 Prozent der gegenwärtigen Ehen auseinanderbrechen werden. Das ist leicht mehr als der letztes Jahr berechnete Schnitt, aber weniger als im Zehnjahresvergleich, als die Scheidungsziffer in manchen Jahren über 50 Prozent lag. Bis Mitte der 1960er Jahre habe sich die Scheidungsrate jeweils parallel zur Bevölkerungszunahme entwickelt, so das BFS, danach stieg sie deutlich.

Bindungsbereitschaft sinkt

Geheiratet wurde letztes Jahr 39'800 Mal, also 2 Prozent seltener als im Jahr davor. Diese Zahl ist über die Jahre hinweg stabil und beträgt seit Mitte der 1990er immer etwa um die 40'000. In Anbetracht des Bevölkerungswachstums nimmt also die Heiratswilligkeit ab.

Gesunken ist letztes Jahr auch die Anzahl an eingetragenen Partnerschaften, um 13,3 Prozent auf 700. Aber auch das ist nicht unbedingt signifikant: Die Zahl der Eintragungen von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften liegt seit 2010 immer so um 700 herum.

Die Geburtenrate sank um 2,4 Prozent von 87'400 auf 85'300. Durchschnittlich hat eine Frau 1,47 Kinder und ist bei der ersten Geburt 30,9 Jahre alt. Das Alter der Erstgebärenden steigt seit Jahren kontinuierlich, aber gemächlich: 2001 betrug es noch 28,9 Jahre.

Weniger uneheliche Kinder

Der Geburtenüberschuss machte 2018 um die 18'600 aus, was einem Rückgang von neun Prozent entsprach. Unter dem Strich wuchs die Wohnbevölkerung gemäss BSF dennoch.

Der Eindruck, dass statistisch gesehen die Familienplanung in der Schweiz relativ solid ist, zeigt sich auch bei den unehelichen Kindern: Erstmals seit 2002 ist ihre Anzahl gesunken, von 22'000 auf 21'400, also um knapp drei Prozent. Jedes vierte Kind kommt in der Schweiz unehelich zur Welt.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco C. am 26.02.2019 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Unfähigkeit

    Lässt sich das auf die Unfähigkeit der Konfliktlösung zurückführen? Im Beruf muss und will man jede Herausforderung annehmen, im Privaten aber nicht. Der perfekte Partner existiert schlicht und einfach nicht. Einander zu akzeptieren und sich zu ergänzen wäre das Zauberwort...

    einklappen einklappen
  • Freddy am 26.02.2019 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Durchhalten

    Meine Ehe hält schon 32 Jahreweil wir reden noch miteinander

    einklappen einklappen
  • Frau am 26.02.2019 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweisamkeit

    Das wundert mich überhaupt nicht. Kurzes Kennenlernen, man zieht zusammen geniesst die Zweisamkeit, heiratet , es kommt der Nachwuchs. Beide arbeiten die Kinder werden in die Kita gebracht. Abends und Wochenende sind reserviert für Haushalt, Kinder. Wo bleibt da noch Zeit für Gefühle und Zweisamkeit? Bin seit 30 Jahren glücklich verheiratet . Zeit, Toleranz, Vertrauen, Respekt, Einfühlungsvermögen etc. ist das Gold in einer Beziehung.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Veronika L. am 27.02.2019 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Auslaufmodell

    Heute nennt man den Partner LAP (Lebensabschnittpartner) ich bin seit 44 Jahren verheiratet man nennt uns ALM (Auslaufmodell) noch Fragen? Ich grüsse alle ALM

  • Peter am 27.02.2019 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Opa

    war auch Jahrzehnte mit seiner Berta verheiratet. Als man ihn bei der goldenen Hochzeit fragte, welches die schönsten Jahre in seiner Ehe waren, sagte er, es waren die 5 Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft.

  • Maria am 27.02.2019 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Warum so negativ?

    Warum wird die Scheidungsrate als so brutal negativ betrachtet? Je länger je weniger ist man gezwungen mit dem Selben Partner alt zu werden, auch wenn man todunglücklich ist. Früher musste man, heute darf man, das ist der grosse Unterschied. Ich bin selber Scheidungskind und empfinde das als überhaupt nicht dramatisch. Es wird einfach generell unterstellt das man nicht bindungsbereit ist oder sich mit Konflikten nicht auseinandersetzt. Auch uneheliche Kinder.. schon der Begriff ist negativ behaftet, zumal es egal ist ob die Eltern verheiratet sind oder nicht.

  • Remo am 27.02.2019 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt nie eine 100% Sicherheit

    Ja es kommt die Zeit da kann man vielleicht jetzt nicht mehr oder auch wenn es blöde klingt, kann man sich wieder verlieben auch mit 50ig. Meine Ehe hat jetzt dann bald 25 Jahre gehalten, ein 26 gibt es aber nicht mehr. Denn wer weiss schon was das Leben für einen hat und was einem vorbestimmt ist, aber was ganz sicher ist, das Leben ist zu kurz um sich Gedanken zu machen was ist und was sin könnte. Es muss gelebt werden.

  • MadChengi am 27.02.2019 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ziel fast erreicht

    Feminismus und Emanzipation haben erfolgreich die Familie, die Zelle der Gemeinschaft zerstört. Eine wichtiger Schritt zur Neugestaltung der Ordnung oder besser der Neuen Welt Ordnung, staatliche Erziehung, Kraft durch Freude, alles kommt wieder.

    • MadIlluminati am 27.02.2019 15:14 Report Diesen Beitrag melden

      @So geht Zivile Kontrolle Agenda 21

      Isolation, Separierung heisst das Zauberwort für Kontrolle der Individuen. Wie Predatoren ihre Beute zuerst von der Herde trennen, einzeln sind sie dann leichte Beute.

    einklappen einklappen