«Arabischer Frühling»

27. März 2012 02:00; Akt: 27.03.2012 08:06 Print

20 Prozent mehr Asylgesuche im Jahr 2011

In den Industrieländern haben im Jahr 2011 wegen des «arabischen Frühlings» deutlich mehr Personen Asyl beantragt als im Vorjahr. Die Schweiz steht an neunter Stelle der beliebtesten Zielländer.

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Die Anzahl der Asylgesuche ist 2011 markant angestiegen. Hier ein Bild aus dem Empfangszentrum in Chiasso.

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2011 ist in den Industrieländern die Zahl der Asylgesuche gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent gestiegen. Dies teilte das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) am Montag in Genf mit. Am stärksten war der Anstieg wegen des «arabischen Frühlings» in den südeuropäischen Ländern.

441 300 Asylgesuche wurden letztes Jahr in 44 Industriestaaten gezählt, gegenüber 368 000 im Jahr 2010. Dies ist der höchste Wert seit 2003 (505 000). Der Anstieg betrug 87 Prozent in den acht Ländern Südeuropas; 66 800 Anträge wurden gezählt. Die Mehrzahl der Asylsuchenden kamen per Boot nach Italien und Malta sowie in die Türkei.

Die 38 europäischen Länder registrierten insgesamt 327 200 Asylgesuche, 19 Prozent mehr als 2010. In den 27 EU-Ländern betrug die Zunahme 15 Prozent.

Schweiz an neunter Stelle

Nordamerika zählte 99 400 Gesuche, ein Anstieg von 25 Prozent. In Japan und Südkorea betrug die Zunahme 77 Prozent, mit einem Rekord von 2900 Anträgen. Nur die nordischen Länder (45 700) sowie Australien und Neuseeland (11 800) verzeichneten letztes Jahr eine Abnahme der Gesuche um 10 respektive 9 Prozent.

Nach Ländern gab es am meisten Asylgesuche in den USA (74 000), vor Frankreich (51 900), Deutschland (45 700), Italien (34 100) und Schweden (29 600). Es folgten Belgien (26 000), Grossbritannien (25 400), Kanada (25 300) und – an neunter Stelle – die Schweiz (19 400), vor der Türkei (16 400) und Österreich (14 400).

Bei den Herkunftsländern der Asylsuchenden blieb Afghanistan an erster Stelle mit einer Zunahme um 34 Prozent (35 700 Gesuche), vor China (24 400), Irak (23 500), Serbien und Kosovo (21 200) sowie Pakistan (18 100). Es folgten Iran, Russland, Somalia und Eritrea. Syrien und Tunesien belegten 2011 die Plätze 13 und 14.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • stef am 27.03.2012 05:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zzz 

    die zahlen zeigen eindrücklich das in unserem asylwesen was falsch läuft de 40000 zu ch 20000. die schweiz hat aber 10x weniger einwohner! pro kopf gesehen simd wir wahrscheinlich mit abstand an 1. stelle!

  • Steve Meyer am 27.03.2012 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Ein richtiger Flüchlting sucht Sicherheit sich selbst und ev. seine Familie. Also würde er doch ins nächst sichere Land reisen und nicht mehrere sichere Länder durchqueren um in die Schweiz zu gelangen. Soweit ich weiss grenzen wir nicht an China, Irak, Serbien etc. sonern sind umgeben von sicheren Ländern. Darum suchen diese Menschen nicht Sicherheit sondern das Land wo man am Längsten bleiben kann, am meisten Geld bekommt, oder die larschsten Gesetzte hat.

    einklappen einklappen
  • Marco am 27.03.2012 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Elend Schweiz

    Es beelendet mich sehr, dass der Schweizer Büäzer immer mehr untendurch muss, ihm alles gekürzt wird und er verarmt während man sein hart verdientes Geld kriminellen Wirtschaftsflüchtingen ausbezahlt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc Schürmann am 27.03.2012 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Prozentual

    Prozentual sind wir auf Platz 2. 0.25% der Gesamtbevölkerung, direkt hinter Schweden mit 0.3%. Auf dem letzten Platz die USA mit 0.02%. An der Bevölkerungszahl gemessen erreichen und 12x mehr Gesuche als die USA.

  • KarinY am 27.03.2012 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    CH-nur halb so viel wie Deutschland!

    Aufgrund der Zahlen bin ich sehr erschreckt. Deutschland, mit 10 Mal sovielen Einwohnern wie die Schweiz hat gerade doppelt soviel Flüchtlinge aufgenommen. Wieso wird die Zahl eigentlich nicht begrenzt? Überlegt mal, wie soll man 20.000 Menschen pro Jahr (!) gut integrieren? Ist es nicht besser vielleicht nur 1000 zu nehmen, aber diese auch "schweiz-fit" macht?

  • Marco am 27.03.2012 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Elend Schweiz

    Es beelendet mich sehr, dass der Schweizer Büäzer immer mehr untendurch muss, ihm alles gekürzt wird und er verarmt während man sein hart verdientes Geld kriminellen Wirtschaftsflüchtingen ausbezahlt!

  • Steve Meyer am 27.03.2012 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Ein richtiger Flüchlting sucht Sicherheit sich selbst und ev. seine Familie. Also würde er doch ins nächst sichere Land reisen und nicht mehrere sichere Länder durchqueren um in die Schweiz zu gelangen. Soweit ich weiss grenzen wir nicht an China, Irak, Serbien etc. sonern sind umgeben von sicheren Ländern. Darum suchen diese Menschen nicht Sicherheit sondern das Land wo man am Längsten bleiben kann, am meisten Geld bekommt, oder die larschsten Gesetzte hat.

    • e Bebby am 27.03.2012 09:37 Report Diesen Beitrag melden

      wirklich komisch

      gut getroffen

    einklappen einklappen
  • polo am 27.03.2012 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Zahl pro Einwohner

    ja, und pro Einwohner wohl absoluter Spitzenplatz.