Luftraum gefährdet

16. April 2010 11:47; Akt: 16.04.2010 15:49 Print

Die Wolke kommt um Mitternacht

Die Aschewolke wird gemäss neuesten Angaben heute Nacht die Schweiz erreichen. Der Schweizer Luftraum müsste dann teilweise geschlossen werden - oder ganz dichtmachen. Die nächste Sitzung ist um 14.30 Uhr.

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Fällt um 14.30 Uhr der Entscheid, den Schweizer Luftraum zu schliessen? Dann zumindest sitzen die Experten von Bazl, Skyguide und MeteoSchweiz zusammen, um die Lage am Schweizer Himmel neu zu beurteilen.

Der Flugverkehr nördlich der Schweiz ist praktisch lahmgelegt. Und die Aschewolke aus Island bewegt sich weiter auf die Schweiz zu. Nach Modellrechnungen von MeteoSchweiz erreicht die riesige Wolke gegen Mitternacht den Jura.

Sollte sich diese Prognose bestätigen, «müssen Massnahmen getroffen werden», sagt Skyguide-Sprecherin Maude Rivière zu 20 Minuten Online. Konkret: Je nach Ausmass müsste der gesamte Schweizer Luftraum geschlossen werden. Möglich wäre auch, dass nur ein Teil davon dichtmachen muss. Die momentane Situation stelle aber «keine unmittelbare Gefahr dar».

Massiver Einbruch im Schweizer Luftverkehr

Die Entscheidung, ob Massnahmen getroffen werden, liegt beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl). Die Situation wird zusammen mit Skyguide und MeteoSchweiz laufend beurteilt. Der Luftraum werde aber nicht von einer Minute auf die andere geschlossen. Vorgängig werden sämtliche Airlines und Flugbesatzungen über eine bevorstehende Schliessung informiert.

Der Vulkanausbruch in Island hat in der Schweiz bereits zu einem «massiven Einbruch im Flugverkehr» geführt, sagt Skyguide-Sprecherin Rivière weiter. Der Flugverkehr im Luftraum über Zürich und Genf ist bis zu 60 Prozent eingebrochen.

Asche stört den Funkverkehr

Laut Meteorologe Felix Schacher von MeteoSchweiz dürfte sich die Vulkanasche in der Luft stark verdünnt haben, ehe sie in der Schweiz ist. Von blossem Auge wird der Vulkanstaub nicht zu sehen sein – ausser vielleicht in Form besonders imposanter Sonnenuntergänge. Auch auf dem Radar ist die Aschewolke nicht zu erkennen, weil mit diesem nur Metall oder Wasser sichtbar gemacht wird.

Weil die Ascheteilchen statisch geladen sind, stören sie aber den Funkverkehr. Schon geringe Mengen von Asche in der Luft können sich daher nachteilig auf die Fliegerei auswirkten, sagte Schacher der Nachrichtenagentur SDA.

Die Vorhersagen von MeteoSchweiz seien aber mit Vorsicht zu geniessen: Nach Angaben Schachers stützen sie sich auf Rechenmodelle, die für die Ausbreitung von Radioaktivität entwickelt wurden. Ob sich Vulkanstaub genau gleich verhalte, sei unklar. Momentan deutet aber vieles darauf hin, dass die Vulkanasche die Schweiz erreichen wird. Neue Informationen hat das Bazl für den Nachmittag in Aussicht gestellt.


Video der Eruption

(meg/sda/ap)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mabali am 16.04.2010 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Transportwege

    Deutschland und Frankreich sind gesichert, lediglich die SBB Schweiz, die hat noch kein Konzept gefunden !

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  • Paul am 16.04.2010 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die Vorhersagen von

    Die Vorhersagen von MeteoSchweiz seien aber mit Vorsicht zu geniessen: Jäso... wohl auch nichts neues...

  • Ine Nieur am 16.04.2010 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Experten sind gefragt!

    Das ganze hat erst angefangen ... was passiert mit dieser Aschewoke bei uns in den Alpen? wid sie sich entladen ? wird sich das ganz stauen und wir leben tage oder wochenlang unter einer riesigen staubwolke? wie wirkt sich so eine staubentladung aus einer Wolke auf die Umwelt aus (sollte es den eine geben).... wieso wird die bevölkerung nur sehr zaghaft informiert ? Ich denke mir mal dass die schliessung der CH-Luftraums nur eine kleine verästelung in der ganzen Auswirkung hat was auf uns zukommt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • klkjklk am 21.04.2010 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    klkjklkj

    Die sind auch nur Menschen die Experten!!!!!

  • Michael am 21.04.2010 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wir können nicht alles kontrollieren

    Bravo. Dieses Ereignis, wenn auch nervig und umständlich für viele Reisende zeigt es doch, wie uns die Natur mit einem Vulkanausbruch aus dem "Takt" bringen kann. Kein Flugzeug startet mehr, alles am Boden. Trotz unendlicher Technologie, die wir alle schätzen, zeigt es wer der Chef auf dem Platz Erde ist: die untechnologisierte Natur!

  • wohewana am 20.04.2010 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen

    Nun regen sie sich wieder auf, weil ihr geplantes Leben nicht entsprechend verläuft ! Nur weil da im hohen Norden mal ein Berg hustet !! Wie sieht unser Leben aus, wenn die Eifel mal wieder Lava spuckt ?! Oder der Hot Spot im Yellow Stone Nationalpark ausbricht ? Dann besteht berechtigte Besorgnis um unser Leben !

  • Gestrandeter Fluggast am 19.04.2010 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Asche

    Diese sogenannten "Experten" gehören sofort entlassen. Auch sollten ihnen alle Kosten verrechnet werden. Das ist wei bei der Vogelgrippenhysterie, völlig übertrieben und reine Angstmacherei. Wahrscheinlich haben sich jetzt wieder einige eine goldene Nase verdient mit dieser Angstmacherei. Also öffnet sofort den Luftraum über Europa und verarscht nicht den zahlenden Passagier.

  • Christian Rusch am 19.04.2010 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Vulkanausbruch

    Die Linken könnten das Thema doch gleich aufnehmen und eine Asche-Abgabe einführen.