SRG

06. Oktober 2015 17:07; Akt: 14.10.2015 08:16 Print

250 Jobs weg – höhere Billag-Gebühren gefordert

Die Gewerkschaften reagieren schockiert auf den geplanten Abbau von rund 250 Stellen bei der SRG – und fordern mehr Mittel. Politiker winken ab.

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Die SRG muss ab 2016 jährlich 40 Millionen Franken einsparen – rund 250 Stellen dürften wegfallen, wie das Unternehmen am Dienstag bekanntgab.

Hauptgrund ist laut der SRG das Bundesgerichtsurteil vom April dieses Jahres: Die Richter entschieden, dass auf die Billag-Gebühren keine Mehrwertsteuer entrichtet werden muss. Ein Privathaushalt bezahlt seither elf Franken weniger im Jahr. Dies reisst ein Loch von 35 Millionen Franken in die Bilanz der SRG.

Gewerkschaften fordern mehr Geld von der Politik

Die Gewerkschaften reagieren geschockt auf die Sparmassnahmen. In einer Mitteilung schreibt der Journalistenverband Impressum von einem «drakonischen» Abbau: «Die Medienschaffenden der SRG stehen schon heute unter einem sehr hohen Druck», lässt sich Geschäftsführer Urs Thalmann zitieren. Man fordere die Unternehmensleitung auf, keine Ressourcen zu streichen, welche «die redaktionelle Qualität und Vielfalt in Frage stellen».

Überrascht über das Ausmass des Stellenabbaus ist auch das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM): «Wir schätzen, dass es zu über 100 Kündigungen kommt», sagt Zentralsekretär Stephan Ruppen. Dies sei vor allem darum schmerzhaft, weil die SRG in den letzten acht bis neun Jahren eigentlich sorgfältig gewirtschaftet habe, nun aber für den Entscheid des Bundesgerichts bluten müsse.

Die Gewerkschaft will jetzt alternative Sparmassnahmen vorschlagen, etwa, dass man beim Einkauf von Produktionen aus dem Ausland auf die Bremse tritt. In die Pflicht nimmt Ruppen aber auch die Politik: «Die Mehrkosten wegen der Mehrwertsteuer sollten durch eine Erhöhung der Gebühren kompensiert werden.»

«SRG muss mit Status quo wirtschaften»

Kein Verständnis für die Forderung hat SVP-Nationalrätin Natalie Rickli: «Die heutige Mitteilung dient dazu, die verschiedenen Akteure aufzuschrecken, damit nichts gespart wird, sondern die Gebühren erhöht werden.» Dabei sei die Debatte darüber, welche Leistungen zum Service public gehörten, noch immer nicht geführt worden. Wenn man hier das Angebot einschränke, könne die Mediensteuer gesenkt werden. Zudem empfiehlt sie der SRG, zunächst bei den Löhnen der Chef-Etage zu sparen. Die Vergütungen für Generaldirektor Roger de Weck beliefen sich 2014 auf 560'000 Franken.

Für CVP-Nationalrat Martin Candinas, der an der Seite von SRG-Generaldirektor de Weck für das knapp angenommene revidierte Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) kämpfte, beweist das Sparprogramm, dass der SRG nicht unbegrenzt Mittel zur Verfügung stehen. «Es ist nicht so, dass am Ende einfach der Bund einspringt. Die SRG muss mit den vorhandenen Mitteln auskommen.» Candinas setzt sich weiterhin dafür ein, dass auch im neuen RTVG die Mehrwertsteuer gestrichen wird. Die neue Gebühr pro Haushalt sänke damit auf rund 390 Franken. Der Bündner hat eine entsprechende parlamentarische Initiative eingereicht.

Gemäss SRG-Sprecher Daniel Steiner setzt der Bundesrat die Höhe der Gebühren fest. «Wir gehen davon aus, dass die Mehrkosten für die Mehrwertsteuer nicht kompensiert werden.» Die Sparmassnahmen seien nötig, um ab 2016 wieder schwarze Zahlen zu erwirtschaften. Klar sei, dass sich die Sparmassnahmen auch aufs Programm auswirken werden. «Es ist durchaus möglich, dass die eine oder andere Sendung gestrichen wird», sagt er.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Meienbach am 06.10.2015 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billag

    Und wann wird die Billag endlich billiger??

  • Carl D am 06.10.2015 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angst vor no Billag!?

    Da hat doch nicht etwa jemand Angst vor der no Billag Initiative und den möglichen Auswirkungen, wenn man selber das nötige Kleingeld für überteuerte Produktionen auftreiben muss...?!

  • Roli am 06.10.2015 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Abbau

    Schade baut die SRG nicht bei den Moderatoren ab. Dann müsste man Andy Rohrer nicht mehr lange ertragen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • markus emmenegger am 08.10.2015 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ventil

    @ all ! Mögt ihr euch noch an das "Ventil" des SRG's errinnern ? Mit Ventilator Frank Baumann ?? Meiner Meinung nach sollte die SRG nur noch 7x24/h nonstop dieses Format senden, dann könnte wirklich Geld gespart werden. Buget Kulisse, freiwillige Gäste und ein riesen Gaudi...so etwas hat die CH verdient....

    • Frau Sutzenegger am 09.10.2015 09:10 Report Diesen Beitrag melden

      Dampf ablasssen

      Um Gottes Willen "Ventil" die Hammersendung mit dem Hebel ;-) Zack und weg

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  • Katja Sonderegger am 08.10.2015 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Doppelverdiener Epiney hat noch eine eigene Firma, verdient Millionen, ist beim Radio und sonst noch überall beim Fernsehen präsent, also weg.

  • Rolf Balmer am 08.10.2015 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Sparen

    Bei SRF Meteo sind 15 ! Leute angestellt, für was eigentlich. Es braucht 6 richtige Meteorologen, die aber auch etwas vom Wetter verstehen, und auch übers Wetter Bescheid wissen.

    • Bruno Liechti am 08.10.2015 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      Meteo

      Ich frage mich auch, was die vielen unfähigen Leute bei Meteo zu suchen haben, da kann man sparen.

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  • märcu am 08.10.2015 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Absetzen

    Die Schawinski-Sendung kann auch getrost abgesetzt werden!

  • Christian Duerig am 07.10.2015 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WERBUNGSINFORMATION IST GEBÜHRENPFLICHTIG

    SRF kann ganz verschwinden, denn seit Jahren informiere ich mich im Ausland, wie man über die Schweiz denkt. Ich erfahre mehr als heuchlerische Vertrauensaufrufe. SRF erlaubt sich ins Internet zu gehen, damit wir alle abgezockt werden dürfen. Das Erstaunlichste dabei ist: Die Regierung begutachtet diese Gehirnwäsche. Ich finde dieses Vorgehen perfide und einer Diktatur würdig. Sorry Ihr lieben Mitbürger, aber Information muss gratis sein, denn sie ist immer vollgespickt mit Werbung.