15. April 2005 04:59; Akt: 14.04.2005 23:53 Print

26 Mio Franken für Erben von Nazi-Opfern

Eine so hohe Entschädigung gab es noch nie: Zwei von den Nationalsozialisten enteignete österreichische Familien erhalten aus dem schweizerischen Bankenvergleichsfonds rund 26,4 Millionen Franken.

Fehler gesehen?

«Dieser Fall ist ein klares Beispiel dafür, wie verbreitet Schweizer Banken jüdische Kunden betrogen», befand das Schiedsgericht Claims Resolution Tribunal (CRT). Der für den Bankenvergleich von 1998 zuständige New Yorker Bundesrichter Edward Korman billigte am Mittwoch den CRT-Entscheid, 14 Erben der beiden Familien Bloch-Bauer und Pick insgesamt rund 26,4 Millionen Franken zuzusprechen. Es handelt sich dabei um die grösste Auszahlung an einzelne Anspruchsberechtigte aus dem Fonds, der 1,25 Milliarden Dollar umfasst.

Die beiden von den Nazis verfolgten Familien hatten schon vor dem Anschluss Österreichs an Nazideutschland versucht, ihre Anteile an der österreichischen Zuckerindustrie durch eine Vereinbarung mit einer Zürcher Bank vor der drohenden Enteignung durch die Nazis zu retten. Nach dem Anschluss habe die Bank aber das Abkommen rechtswidrig verletzt. Sie habe die Anteile gegen den Willen der Aktionäre zu einem Bruchteil des Erbes an einen von den Nationalsozialisten ausgewählten Käufer übereignet.

(SDA)