Norovirus in St. Galler Gefängnis

24. Dezember 2019 21:53; Akt: 24.12.2019 21:53 Print

27 Häftlinge litten unter Durchfall und Erbrechen

In einem St. Galler Gefängnis ist das Norovirus ausgebrochen. Rund 30 Insassen wurden isoliert.

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Am Wochenende hatten 27 Insassen und 4 Mitarbeiter der Strafanstalt Saxerriet Magen-Darm-Beschwerden. Ein Häftling berichtet: «Hier herrschen prekäre Zustände.» Zum Gefängnis gehört auch ein Landwirtschaftsbetrieb. Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Gefängnisdirektor Martin Vinzens. «Wir hatten das Norovirus im Haus.» Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Gefängnisdirektor Martin Vinzens (im Bild): «Wir hatten das Norovirus im Haus.» Mit Magen-Darm-Problemen hat auch die Armee gelegentlich zu kämpfen. In Jassbach im Emmental kommen Anfang Juli 43 Soldaten per Ambulanz oder Helikopter ins Spital. Der Grund: schwerer Durchfall und Erbrechen. Vier befinden sich in kritischem Zustand. Es wird eine Quarantäne verhängt. In Sitten VS haben 90 Soldaten Durchfallprobleme. Sie machen gerade die Militärpolizeischule. Der Grund für die Beschwerden ist nicht bekannt. Ein Virus als Ursache wird ausgeschlossen, dafür wird über verdorbenes Poulet als Auslöser spekuliert. Ein ehemaliger Rekrut kritisierte die Zustände in der dortigen Küche. «Dasselbe Poulet wurde uns dreimal hintereinander aufgetischt.» In Bière VD leiden 30 Soldaten unter Durchfall. Ursache ist offenbar ein kalter Salat, der zu warm geworden war. 73 Rekruten der Infanterie-Kompanie in Chur liegen flach. Sie leiden unter Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und Erbrechen. Die Rekruten werden unter Quarantäne gestellt, das Norovirus als Ursache ausgeschlossen. Der Truppenarzt geht aber von einem Infekt aus. In Zuchwil SO klagen 40 Rekruten über Magen-Darm-Beschwerden. Ein Armeeangehöriger muss ins Spital. Er hat das Norovirus. Die Magen-Darm-Grippe grassiert in der Rekrutenschule der Sanitäter in Airolo TI. Mindestens 50 Personen erkranken daran. 39 Angehörige der Flab-Rekrutenschule in Emmen leiden unter Brechdurchfall und Fieber. Ausgelöst wurden die Magen-Darm-Probleme durch Rotaviren. In der Kaserne Birmensdorf leiden 70 Angehörige der Infanterie-Durchdiener-RS unter Brechdurchfall. 15 Angehörige der ABC-Abwehrschule leiden an Durchfall und Erbrechen. Die Armee geht vom Norovirus als Ursache aus. Für die Hygiene in den Kasernenküchen sind die kantonalen Lebensmittelinspektoren zuständig. Sie können jederzeit während der Betriebszeiten der Küche Kontrollen durchführen. «Die Kontrollen erfolgen in der Regel unangemeldet», heisst es im Reglement «Lebensmittelhygiene in der Armee». Zusätzlich überwacht das Lebensmittel-Hygieneinspektorat der Armee die Küchen. Armee-Sprecherin Delphine Allemand erklärte 20 Minuten nach dem Vorfall in Jassbach, dass Mängel sofort behoben würden. «Fehlbare Personen können diszipliniarisch bestraft werden.»

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In der Strafanstalt Saxerriet befinden sich derzeit rund 100 Männer im Vollzug. Am Wochenende hatten 27 Insassen und 4 Mitarbeiter Magen-Darm-Beschwerden. Ein Häftling berichtet: «Hier herrschen prekäre Zustände. Rund 30 Insassen wurden in ihren Zellen eingesperrt. Die meisten sind am Erbrechen und haben Durchfall, auch viele ältere sind betroffen.» Der Sicherheitsdienst trage Handschuhe und einen Mundschutz.

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Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Gefängnisdirektor Martin Vinzens: «Wir hatten das Norovirus im Haus.» Die Leute seien isoliert worden, sodass eine weitere Ausbreitung habe verhindert werden können. «Wenn die Insassen 48 Stunden lang symptomfrei sind, wird die Isolation aufgehoben.» Nur noch zwei Insassen seien derzeit in Quarantäne.

Küche laut Direktor nicht die Ursache

Dank Unterstützung der Kantonsärztin und des Lebensmittelinspektorats habe man die Krise gut bewältigt. Die Ursache für den Ausbruch kennt Vinzens nicht. «Die Küche ist kein Thema. Das hat der Lebensmittelinspektor bestätigt.» Möglich sei, dass das Virus von aussen eingeschleppt worden sei: «Vergangene Woche fand die Weihnachtsfeier statt und wir hatten viele Angehörige zu Besuch.»

Die Menüpläne seien nun angepasst worden. «Wir servieren zum Beispiel noch keinen Salat», sagt Vinzens.

Die Vorweihnachtszeit sei für alle stressig gewesen. «Für die Mitarbeiter, die Zusatzdienste leisten mussten, waren es anstrengende Tage.» Für die Insassen, von denen nur ein kleiner Teil an Weihnachten Vollzugsöffnungen hat, sei es ohnehin eine emotionale Zeit. «Weihnachten nicht in Freiheit zu verbringen, trifft sie. Viele haben Erinnerungen an die Feiern mit der Freundin, der Frau oder den Kindern.» Mit Gesprächen versuche das Personal, die Spannungen zu entschärfen. Trotz allem habe sich die Insassengemeinschaft «in dieser Krisensituation vorbildlich und solidarisch verhalten».

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich am 25.12.2019 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Habe mal in einem Heim gearbeitet mit Norovirus.war anstrengend. Eine Pensionärin war bei der Familie auf Besuch,und schon ist es passiert. Hoffentlich werden alle gesund und munter. Und können die Frische Luft geniessen. Und herzlichen Dank an alle Menschen die auch während den Weihnachtstage da sind und arbeiten. Damit alles rund läuft. Ob in der Pflege oder im ÖV einfach mal ein grosses Dankeschön

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  • CH Emigrant am 24.12.2019 22:12 Report Diesen Beitrag melden

    Diese bösen bösen Viren

    Ja ja diese Viren machen auch vor Gefängnissen nicht halt.

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  • Spanner am 24.12.2019 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WC

    Das WC haben sie wenigstens immer in der Nähe.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tessi am 01.01.2020 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    nobody

    und Rigozzi wollte zum Essen kommen.

    • marko 34 am 04.01.2020 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tessi

      Leider

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  • Rita Fry am 01.01.2020 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungerecht

    Tja es ist so das das Sonder Service gut klappt in der Schweiz bei Straftäter alte Menschen und bedürftige die nie etwas falsches gemacht haben von diesem service vom Volk bezahlt nur träumen können.

    • marko 34 am 04.01.2020 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rita Fry

      Leider

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  • bro sas am 31.12.2019 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein wunder

    wie im ferienlager :D. müssen nur noch alle schön im kreis stehen und singen dan passt es. kein wunder sagt man das die CH gefängnisse wie kurz urlaub sind.

    • L. Finger am 31.12.2019 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bro sas

      Wenn es dann ein Kurzurlaub ist, könnte ja auch ein Langurlaub sein.

    • bro sas am 31.12.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @L. Finger

      bei den strafen in der schweiz sinds ja meist kurzurlauber da drin. lieber wieder auf die strasse schicken, warum auch für sicherheit sorgen?

    • marko 34 am 04.01.2020 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bro sas

      Endlich

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  • André Gubelmann Brasilien am 31.12.2019 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Menuewechsel

    Bei Hunde und Katzenfutter wären diese Probleme gelöst.Freue mich schon auf die Langusten.

  • PhilippGlanzmann am 31.12.2019 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Arztvisite

    Wenn im Gefängnis ist man genug Zeit für eine arztvisite

    • marko 34 am 04.01.2020 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @PhilippGlanzmann

      Wirklich

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