Zu gross und unförmig

16. Februar 2019 10:19; Akt: 17.02.2019 17:02 Print

3 Tonnen dieser Härdöpfel sollen in den Müll

Der warme und trockene Sommer war ideal für Süsskartoffeln. Sie wuchsen so gut, dass sie zu gross für den Verkauf sind. Aktivisten wollen die Ware nun retten.

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Im Detailhandel gibt es kaum grosse Süsskartoffeln. Damit zehn Tonnen übergrosse Knollen nicht im Müll landen, lancierten Aktivisten eine Rettungsaktion. Die Nachfrage ist gross. «Diese Süsskartoffeln sind bis zu einem Kilo schwer», sagt Dominik Waser von Grassrooted. Ware in einwandfreier Bio-Qualität wegzuschmeissen, sei ein No-go. Der Verein startete eine «Rettungsaktion» für zu grosse Süsskartoffeln. «Innert weniger Tage sind bei uns schon so viele Bestellungen eingegangen, dass wir die 3-Tonnen-Marke knacken konnten. Aufgrund der grossen Nachfrage werde wir sicher mehr verkaufen können als ursprünglich geplant», so Waser zu 20 Minuten. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es aber noch schwer abzuschätzen, wie viele Tonnen effektiv vor dem Wegwerfen gerettet werden könnten. Am 2. März findet die Rettungsaktion in Zürich statt. Ein Kilo kostet 5.50 Franken, die Mindestabnahmemenge beträgt fünf Kilo. Der Verein machte bereits durch Rettungsaktionen von 30 Tonnen reifen Tomaten sowie 30 Tonnen Rüebli auf sich aufmerksam. Generell sagt Tristan Cerf, Mediensprecher der Migros: «Wie überall, gibt es auch beim Gemüse Produktnormen.» Bei der Migros sei man bei den Süsskartoffel-Normen ein bisschen kulanter. Dies liege daran, dass es sich nach wie vor um ein Nischenprodukt handle und noch geprüft werden müsse, was die Kunden hinsichtlich Süsskartoffeln wünschten. Bei der Migros habe man die Erfahrung gemacht, dass Kunden visuell ungenügende Produkte nicht kauften. «Schöne und gleichmässig geformte Früchte und Gemüse sind ein klares Kundenbedürfnis», so Cerf. Da der Süsskartoffelanbau in der Schweiz trotz grossen Booms noch in den Kinderschuhen stecke, sei gute Qualität deshalb besonders wichtig.

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Die Süsskartoffel-Ernte im vergangenen Herbst fiel für die Schweizer Produzenten erfreulich aus. Der warme und trockene Sommer führte aber nicht nur zu einem Ernte-Überschuss, sondern auch dazu, dass die Knollen so gross wurden, dass sie die Detailhändler nicht mehr verkaufen können. Der Verein Grassrooted, der sich gegen Foodwaste einsetzt, will nun mindestens drei Tonnen dieser Bio-Süsskartoffeln vor der Entsorgung retten.

«Diese Süsskartoffeln sind bis zu einem Kilo schwer, richtige ‹Thunder›», sagt Dominik Waser von Grassrooted. Die Ware von einwandfreier Bio-Qualität wegzuschmeissen, sei ein No-Go. «Wir sind im Kontakt mit einem Zürcher Bio-Landwirt, der zehn Tonnen Überschuss an Lager hat, die er nicht verkaufen kann», so Waser.


Die Rüebli-Aktion von Grassrooted.

Mindestens drei Tonnen davon wolle man nun in einer «Rettungsaktion» unter die Leute bringen. Ein Kilo kostet 5.50 Franken, die Mindestabnahmemenge beträgt fünf Kilo. Auf Facebook haben bereits 117 Personen angekündigt, am Verkauf in zwei Wochen teilzunehmen. 700 Nutzer haben zudem Interesse bekundet.

Der Verein machte bereits durch Rettungsaktionen von 30 Tonnen reifen Tomaten sowie 30 Tonnen Rüebli auf sich aufmerksam.

Weitere Aktionen sollen folgen

Weitere Aktionen sollen folgen. «Mittlerweile vergeht fast kein Tag, an dem uns nicht ein Landwirt oder eine Produzentin kontaktiert und um Hilfe bittet.» Auf diese Weise habe man bereits viele Betriebe besucht und sei jedes Mal auf Neue erschrocken ab den Unmengen Lebensmittel, die weggeschmissen werden sollen. «Wir werden weiterhin versuchen, möglichst viel davon aufzufangen und haltbar zu machen. Fleissig tüfteln wir an neuen Rezepten, Lösungen und Absatzwegen», heisst es auf der Webseite.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mirah am 16.02.2019 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    armutszeugnis

    wirklich eine Schande, wenn man weiss, dass überall auf der Welt Menschen an Hunger sterben. Was ist nur los mit dieser Welt?!

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  • Mike am 16.02.2019 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum ??

    Warum bitteschön in den Müll, nur weil sie nicht der Norm entsprechen ? Ich verstehe das nicht. Es schmeckt doch trotzdem !! Dann macht doch mehr Unique Aktionen in den Verkaufsläden, die ist schon super angekommen

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  • Daniela Bär am 16.02.2019 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Foodwaste

    Einfach verrückt Lebensmittel in den Müll zu werfen andere als Ären froh die hätten überhaupt etwas zu essen und bei uns muss alles superschön aussehen und die gleiche Grösse haben Traurige Welt d

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franziska Canolli am 19.02.2019 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    armsehlig

    wir haben hier in der scheiz sehr viele di weniger als das existenzminimum haben diese leute könne solche sachen gut gebrauchen. oder an die heilsarmee verteilen, die geben es genau solchen leuten.

    • Gian Pisani am 21.02.2019 11:50 Report Diesen Beitrag melden

      Armsehlig

      Hi Franziska Findest du es nicht auch ein wenig armseelig!!, dass du dich offenbar NICHT als Käuferin dieser Ware siehst?? Ich bin ein Abnehmer, mit einem Single-Haushalt allerdings nur ein kleiner! Herzlich Gian Pisani

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  • alice am 19.02.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    nein

    ja also war gerade im Center und mich trift der Schlag man entsorgt Tonnen von süsskartofeln und im Laden Kosten die 8.90Fr. das ich zu Teuer wenn man Sie schon nicht gern hat wollte mal 1 aus Solidarität kochen

  • Martin Müller am 19.02.2019 00:40 Report Diesen Beitrag melden

    Teuer

    Trotzdem immer noch zu teuer heute war ich im (D) dort bekommt man für 1 Kilo bio Karotten oder auch bio Gurken unter 1.60Euro nein danke es ist immer noch teuer in der Schweiz Lebensmittel zu kaufen.

    • Gubelmuzi am 19.02.2019 05:52 Report Diesen Beitrag melden

      Null ahnung

      Du verdienst in der schweiz auch mehr als in de. Was sol das gejammer, die schweizer landwirte haben auch die höheren produktionskosten als in de.

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  • Chrigu am 17.02.2019 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Lebensmittel

    In der Welt herrscht Hungersnot, und wir schmeißen Lebensmitteln in den Abfall. Ist für mich unverständlich!!!

    • rosi am 18.02.2019 01:01 Report Diesen Beitrag melden

      Lebensmittel

      Sali Chrigu gibt auch bei uns genug Leute die nicht genug Geld haben und froh weren um so Lebensmittel.Ist nur schade dass mann gleich so viel nehmen muss(

    • Marco Libener am 18.02.2019 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      gerettetes Gemüse

      Eure Aktionen sind super, die Preise sollten hingegen nach unten angepasst werden! Bei diesen Preisen, welche für den Einzelhandel vielleicht ok. sind, nicht aber Abholpreise für grössere Mengen, verdient doch jemand ziemlich daran. Wer? Der Verein?

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  • Jens am 17.02.2019 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    #kopfschuss

    Ich frage mich schon Lange warum wir seit einiger Zeit nur noch kleine Süsskartoffeln im Regal haben... ?! So ein Schwachsinn! Ich will Thunder Kartoffeln!

    • Realist am 18.02.2019 09:41 Report Diesen Beitrag melden

      Das richtige Regulieren

      Vorweg, Gemüse wird nicht "weggeworfen". Das ist Effekthascherei der Medien. Es wird recycled indem es unter gepflügt wird. Ist nur eine Variante des Zwischenlagerns. Zur Regulierung. Niemand muss die Grösse von Lebensmitteln vorschreiben. Die sehe ich wenn ich sie kaufe und kann selber entscheiden ob ich grosse oder kleine Kartoffeln, Äpfel, Bananen ... haben will. Was ich brauche sind Regeln zu Pestiziden und Giften die bei der Produktion verwendet werden. Da muss es strenge Grenzwerte geben. Das sehe ich dem Produkt im Laden nicht an. Globalisierung ist wichtig aber am richtigen Ort.

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