Läden wollen sie nicht

29. Juni 2018 05:48; Akt: 29.06.2018 09:24 Print

30 Tonnen reife Tomaten sollten vernichtet werden

von B. Zanni - Sie sind schön reif und fast makellos. Doch wegen ihrer «schlechten Haltbarkeit» wären 30 Tonnen Bio-Tomaten fast in der Biogasanlage gelandet.

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Es ist eine Rettungsaktion im letzten Moment: 30 Tonnen Bio-Rispentomaten will der Anti-Foodwaste-Verein Grassrooted innert zwei Tagen unter die Leute bringen. Die erste Verkaufsaktion fand gestern in Bern statt, die zweite heute Freitag in Zürich.

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Die Unmengen an Tomaten, die laut Grassrooted «nahezu in einwandfreiem Zustand sind», hätten Ende Woche in der Biogasanlage vernichtet werden sollen. Sie stammen aus einem Bio-Betrieb, der anonym bleiben will. Dessen Verkaufsleiter sagt: «Es handelt sich um Tomaten, die aufgrund ihrer schlechten Haltbarkeit für den Verkauf nicht mehr infrage kommen.» Es bestehe die Gefahr, dass die Ware zu früh Schimmel ansetze. Eine Überproduktion dieser Dimension falle in ihrem Betrieb das erste Mal an.

Kein Platz im Lager wegen ausländischen Tomaten

Ein Tomatenkäufer in Bern glaubt, den wahren Grund für die drohende Vernichtung zu kennen: «Der Grossverteiler hat anscheinend zu viele italienische Tomaten an Lager und keinen Platz mehr.» Mängel könne er nämlich keine erkennen.

Der Verein Grassrooted ruft auf seiner Website und via Social Media zu Sammelbestellungen auf. «Bildet Gemeinschaft und bestellt gemeinsam grössere Mengen für euer Quartier, ein Mehrfamilienhaus, das Restaurant oder die Kantine.» Mindestbestellmenge ist 10 Kilo. Das Kilo kostet vier Franken. Etwas mehr als ein Drittel davon gehe an die Bauern, verspricht der Verein.

Der Aufruf wurde hundertfach geteilt und geliket. Die meisten können nicht verstehen, warum das schön reife und einwandfreie Produkt vernichtet werden soll:

Daniel König, Betreiber des Berner Lola Lorraineladens, wo die Tomaten am Donnerstag verteilt wurden, sagt: «Die Tomaten kann man einkochen und danach als Sugo verwenden.» Viele Leute wüssten heute jedoch nicht mehr, wie dies funktioniere. «Im Internet gibt es aber zum Glück genügend Rezepte dafür.»

Sehen Sie hier das Interview mit einem Berner, der 18 Kilo Tomaten gerettet hat:


Video: M. Weingartner/B. Lauener

Grassrooted will Foodwaste künftig grossräumiger begegnen. Ab Ende August plant der Verein, Privatkunden und Restaurantbetreiber mit überschüssigem Gemüse zu beliefern. «Der Überfluss in unserer Gesellschaft ist sehr bedenklich», sagt Martin Schiller, Vorstandsmitglied des Vereins. Um einen Versorgungsengpass zu verhindern, komme es immer wieder zu Überproduktionen. «Bauern bleiben deshalb auf vielen Produkten sitzen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Niki am 29.06.2018 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Subventionen verbieten.........

    Ich sage es nochmals, so lange Lebensmittel subventioniert wird interessiert keine wie viel weggeworfen wird . Mir Zahlen das so odere so.

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  • Peter Wolkenmann am 29.06.2018 06:07 Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu teuer

    Das Problem war bei dieser Aktion das Preis/Leistungs Verhältnis... Die Idee war super, die Tomaten wurden aber viel zu teuer verkauft. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich hier um Ausschussware handelte...

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  • Markus Spirig am 29.06.2018 06:05 Report Diesen Beitrag melden

    Zu teuer

    Vier Franken das Kilo ist eindeutig zu viel. Die Entsorgung der Tomaten hätte sogar gekostet und nun versuchen sie sogar, das ganze Malheur noch zu vergolden. Schade!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sazu am 30.06.2018 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Warum so teuer? ist doch ein gutes Ding. Bio Hin oder Her ! Frechheit zu einem Kg Preis von 4.- Fr.

  • Pizzaiola am 30.06.2018 05:34 Report Diesen Beitrag melden

    basta Pasta

    Schönen guten Morgen! Jetzt ist basta Pasta..... Bei aller Liebe zu Tomaten, jetzt habe ich bei 998 Kommentaren Tomaten auf den Augen und schlafe noch eine kleine Runde.

  • Paradeiser am 30.06.2018 04:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sugo

    Genialer Marketing Trick! Ein bisschen die Anti-Food-Waste Nerven anregen, 30'000kg Gratistomaten vor dem Bioreaktor abfangen und zu überrissenen 4.-/kg verkaufen = 120'000 Stutz im Kässeli. Chapeau, vor 40 Jahren kippten die Walliser sie lastwagenweise in die Rhone.

  • David am 30.06.2018 00:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reten wir den thomy

    Schade habs verpasst häte auch 8.- das kilo bezahlt rette was geht

  • .. am 30.06.2018 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das schlimme

    Ist doch, dass es für Jede/n, jederzeit, alles haben muss. Ein "Ausverkauft" wird nicht mehr akzeptiert. Beim Smartphone: Ja. Bei Kleider etc: Jein. Bei Lebensmittel: Niemals.