Neue Aids-Kampagne

13. Mai 2014 16:40; Akt: 28.07.2014 12:04 Print

Schon 50 Personen wollen Sex vor der Kamera

von Deborah Onnis - Für die neue «Love Life»-Kampagne werden Personen gesucht, die sich vor der Kamera beim Sex zeigen. Am ersten Tag nach dem Aufruf meldeten sich bereits mehrere Dutzend an.

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Heisse Szenen mit richtigen Paaren: Die neue Kampagne gegen HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen hat es in sich. Das Motto ... ... lautet «Love Life - und bereue nichts». Drei Aussagen sollen das verdeutlichen: «Ich geniesse mein Leben, das bin ich mir schuldig», «Ich liebe meinen Körper, deshalb schütze ich ihn» und «Ich bereue nichts, dafür sorge ich.» Lanciert wurde die Kampagne vom Bundesamt für Gesundheit, der Aidshilfe Schweiz und Sexuelle Gesundheit Schweiz. Beim Shooting haben mehrere Paare mitgemacht. Auch im Video sind echte Pärchen zu sehen. Weitere Interessenten können sich auf www.lovelife.ch zu einem Casting melden. Wer Teil der Kampagne werden will, kann einen Love-Life-Silikonring tragen. Auf der Website kann man auch das Versprechen für sich selbst abgeben, sich an die Safer-Sex-Regeln zu halten: das Love-Life-Manifest. Für die Kampagne sind die Safer-Sex-Regeln zentral: «Eindringen immer mit Gummi», «Sperma und Blut nicht in den Mund», und «Bei Juckreiz, Brennen oder Ausfluss zum Arzt». Frühere HIV-Kampagnen waren weit simpler. Hier das erste Plakat der Stop-Aids-Kampagne von 1987. Bei aktuelleren Plakaten setzte das BAG auf Humor ... ... oder auf nackte Tatsachen, wie hier 2006. Die Plakate mit den nackten Sportlern und der Message «Hier schützt man sich ja auch» sorgten für rote Köpfe. Die Aidshilfe hat vor der Euro 08 Safer-Sex-Regeln für Prostituierte und Freier lanciert. In einer anderen Kampagne machten Promis wie Marc Forster (Bild), Didier Cuche oder Stephanie Glaser auf die Diskriminierung von HIV-positiven Menschen aufmerksam.

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Die neue HIV-Kampagne «Love Life – und bereue nichts» sorgt mit expliziten Sexszenen für rote Köpfe. Derzeit suchen die Macher der Kampagne nach weiteren Pärchen und Singles jeglicher sexuellen Orientierung, die sich für die «Stop Aids»-Aufklärungsvideos und Plakate des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) beim Liebesspiel abblichten lassen. Dabei wird die Schweizer Starfotografin Diana Scheunemann laut der «Love Life»-Homepage die Lebensfreude und Leidenschaft in «ehrlichen» und «ästhetischen» Bildern festhalten, die in der aktuellen Kampagne eingesetzt werden.

Für einen guten Zweck wollen bereits zahlreiche Bewerber alle Hemmungen ablegen und ihrer Leidenschaft vor der Kamera freien Lauf lassen: Innert 30 Stunden sind beim BAG 50 Anmeldungen eingegangen. «Wir sind sehr erfreut, dass unser Castingaufruf so gut ankommt», so Mona Neidhart, Sprecherin des BAG. Unter den Bewerbern seien sowohl Einzelpersonen als auch Paare jeden Alters ab 18 Jahren und jeder sexuellen Orientierung.

Ein Kondom-Ring als Statement

Weit über 12'500 Personen haben laut Neidhart das «Love Life»-Manifest per Mausklick unterschrieben. Im «Vertrag» heisst es: «Ich liebe mein Leben, das bin ich mir schuldig», «Ich liebe meinen Körper, deshalb schütze ich ihn» und «Ich bereue nichts, dafür sorge ich». Beim Besuch der Website lovelife.ch werden die Inhalte nur vollständig sichtbar, wenn der User in einem Fenster den Aussagen per Klick zugestimmt hat. Es führt also kein Weg um das Manifest herum, wenn man die informationsreiche Seite durchstöbern will.

Auf der Website kann auch kostenlos ein «Love Life»-Ring bestellt werden, mit dem man sich öffentlich zur Kampagne bekennen kann. Über 350 Personen haben das Statement-Accessoire bestellt und «minütlich kommen neue dazu», so Neidhart.

Hier sehen sie das Making-of des neuen Aids-Kampagne-Clips.
(Video: Roland Schäfli/Lorenz von Meiss)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zyniker am 13.05.2014 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich!

    Hahaha, ich lache mich schlapp! Da regen sich die Leute über Sexting auf und sehen das als Gefahr aber sobald sich eine Gelegenheit bietet lässt man dem Exhibitionismus seinen Lauf und praktiziert sex offen vor der Kamera. Ich bezweifle ernsthaft, dass dieser grad der Sexualisierung in der Gesellschaft noch gesund ist. Ich nenne so etwas dekadent. Und bevor Ihr nun kommt mit "das sagte man schon immer", will ich einfach mal an die Niedergänge der vergangenen Hochkulturen erinnern, ich denke die Römer wären nicht ganz unpassend.

    einklappen einklappen
  • Alain am 13.05.2014 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schere öffnet sich auf allen Ebenen

    Geniale Signalwirkung an die Kinder und Jugendlichen. Leider beackert jeder bloß noch seinen Garten. Hauptsache Publicity. Es dürfen sich jetzt alle auf die Schulter klopfen, ab der Medienwirksamkeit. Und die Eltern dürfen den Pubertierenden erklären, dass für einen guten Zweck problemlos öffentlich sex praktiziert werden darf. Aber ihr dürft das selbstverständlich nicht.....und die nächste Kampagne gegen Sexting liegt bestimmt schon in der Schublade....

  • Gender am 14.05.2014 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hinterfragen

    Ich kann nur sagen, dass ich einfach traurig bin über so viel Oberflächlichkeit. Der Staat hat die Aufgabe richtig aufzuklären und nicht so einseitig. Wie kann sich ein junger Mensch noch richtig entwickeln? Eine Alternative zu dem so tolerant gepriesenem vom Staat wird nicht aufgezeigt - sprich Treue und Liebe. Schade! Hoffen wir, dass der Bürger normal bleibt und sich durch die einseitige informieren hinterfragt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris Linz am 14.05.2014 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfolgreich ???

    50 Anfragen in 30 Stunden ist also erfolgreich und kommt gut an? Aha! Wieviele Einwohner hat die CH? Wieder das beste Beispiel dafür, das sich bestimmte Personengruppen mit Scheuklappen eher selber feiern, traurig so etwas .

  • Gender am 14.05.2014 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hinterfragen

    Ich kann nur sagen, dass ich einfach traurig bin über so viel Oberflächlichkeit. Der Staat hat die Aufgabe richtig aufzuklären und nicht so einseitig. Wie kann sich ein junger Mensch noch richtig entwickeln? Eine Alternative zu dem so tolerant gepriesenem vom Staat wird nicht aufgezeigt - sprich Treue und Liebe. Schade! Hoffen wir, dass der Bürger normal bleibt und sich durch die einseitige informieren hinterfragt.

  • Lukas am 14.05.2014 05:57 Report Diesen Beitrag melden

    letzthin im Citybad ZH

    ich Mann, 45, war in der Garderobe mit zig anderen Männern. Ein Teil der Garderobe wird zum Schutz der Kinder abgetrennt. Plötzlich kommen 2 Kinder im Alter von zirka 5 Jahren aus ihrem Sektor rennend raus und der einte schreit zum andern: "Gang hai und f°°k dini Mueter duure". Wir erwachsene Männer haben uns erschrocken über die Wortwahl von einem Kind (der von Sex noch sehr wenig wissen sollte) angeschaut. Dieses Erlebnis zeigte mir, dass die Kinder viel weiter sind als was wir denken und die BAG Kampagne sehr zeitlich sind. Wissen Sie zu 100% was Ihr Kind schon anstellt?

    • Susanne am 14.05.2014 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Umgangsformen:

      Dies wurde vor 15 Jahren bereits als "Startschuss" für Schlägereien oder primitive Bedrohung missbraucht. Ausländer-Jugendliche müssen sofort die Ehre der Mutter retten, obwohl dieser primitive Satz überhaupt nichts mit der Mutter zu tun hat. Ansonsten können sich die selben Brüder primitivst verachtend gegenüber der eigenen Mutter verhalten. Kleine Kinder verstehen den Inhalt nicht wörtlich, aber anhand der Reaktionen haben sie gelernt, dass es anscheinend wirkt und schockiert. Ab Kindergartenalter ist man leider als Familie mit all den Umgangsformen konfrontiert.

    • Susanne am 14.05.2014 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Familienhalt:

      Ein Kind lernt aber schnell, wenn Eltern selber andere Werte haben und dass das unterste Schublade ist. Nur viele Kinder haben heute keine Familie, sondern nur ein zerrüttetes Hin und Her oder Eltern, die als Vorbilder unter aller Sau sind. Da wundert mich auch das ganze Getue um Sex, Tunten und Schwule nicht mehr. Irgendwie müssen die doch zeigen, wie modern und aufgeschlossen sie sind, dabei sind sie degeneriert. Eine Familie ist für die bereits spiessig. Ich bin sooo gerne spiessig! Bald werde ich Grosi! So spiessig!

    • PEpe am 14.05.2014 12:30 Report Diesen Beitrag melden

      Nachplappern

      Das sind Sätze die die Kleinen von den Grösseren aufschnappen und einfach wiedergeben. Was sie genau bedeuten wissen die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht!

    einklappen einklappen
  • JohnNewton am 14.05.2014 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    Treue und Seelenhygiene !

    Was kann man von Menschen erwarten, die glauben, dass blinder Zufall irgendetwas zustande bringt? Wer auf diesem Lügengebäude aufbaut, baut logischerweise auf Sand. Jedem Niedergang einer Kultur gingen solche Warnsignale wie Dekadenz, Oberflächlichkeit, falsche Selbstbestimmung, Gottlosigkeit, Egoismus, u.a.m. voraus. Es wird uns nicht besser gehen. Es gibt nur ein Mittel gegen Aids: Treue und Seelenhygiene!

  • Melissa am 14.05.2014 04:41 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Kinder???? Vorschulkinder???

    Nun brauch ich meinem fünf jährigen keine öden Aufklärungsbücher in der Bibliothek mehr zu holen... Grässlich!