Astra-Bericht

19. August 2018 11:54; Akt: 19.08.2018 11:54 Print

40 Schweizer Brücken sind in schlechtem Zustand

Korrosionsschäden und Wasser in den Pfeilern: Dutzende Schweizer Brücken müssen bis 2020 dringend saniert werden.

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Ein Prozent der Brücken in der Schweiz haben im vergangenen Jahr Bauteile in kritischem Zustand aufgewiesen. Schweizweit geht es dabei um insgesamt rund vierzig Brücken. Das Bundesamt für Strassen, Astra, bestätigte am Sonntag auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht des «SonntagsBlick». Ein Beispiel für eine sanierungsbedürftige Brücke ist die Verbindungsbrücke zwischen Fully und Saxon im Unterwallis.

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Die Brücke aus den 1970er Jahren führt von der Kantonsstrasse über die Rhone sowie die SBB-Linie zur Autobahn A9. Bei dem 260 Meter langen Bauwerk bestehen bei mehreren Betonpfeilern Korrosionsschäden und Wasser ist in das Bauwerk eingetreten.

Laut dem Astra-Netzzustandsbericht, der im September veröffentlicht wird, muss die Brücke deshalb für schätzungsweise 255'000 Franken dringend saniert werden, spätestens bis 2020.

Guter allgemeiner Zustand

Astra-Direktor Jürg Röthlisberger bezeichnet den Zustand des Schweizer Strassennetzes gegenüber der Zeitung im allgemeinen als gut. Sanierungen kritischer Bauten wie Brücken oder Tunnels in den letzten Jahren hätten sich bezahlt gemacht.

«Wäre ein Bauwerk in einem alarmierenden Zustand, wenn etwa tragende Elemente der Brücke beschädigt sind, würden wir sie sofort sperren und deren Sanierung an die Hand nehmen», betonte Röthlisberger.

Weiterhin gibt es aber 16 Prozent der Kunstbauten, die noch nicht überprüft worden sind. Laut Astra besitzen diese aber keine sicherheitsrelevante Funktion und deren Versagen hätte keine gravierenden Folgen.

Die grosse Mehrheit der Schweizer Autobahnbrücken ist in den 1960er und 1970er Jahren entstanden. Der Sanierungsbedarf dürfte daher in den kommenden Jahren zunehmen. Laut Röthlisberger ist die Schweiz aber mit ihrem Strassenfinanzierungsmodell durch zweckgebundene Abgaben gut aufgestellt.

Eine Frage des Unterhalts

Röthlisberger stellte zum Brückeneinsturz in Genua fest, dass die Italienier technisch auf demselben Stand seien wie die Schweizer. «Es gibt nichts, was Schweizer Ingenieure technisch besser könnten, als ihre Kollegen im Nachbarland», so der Astra-Chef.

Die Brücke in Genua sei alt und so konzipiert, wie man sie heute nicht mehr bauen würde. Ihre Stabilität sei daher vor allem eine Frage des Unterhalts. Solche Bauten müssten an die neuen Normen angepasst und aufgerüstet werden, sagte Röthlisberger.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DampfFredu am 19.08.2018 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dumm gelaufen

    Es gab einmal eine Abstimmung, wo es hiess, jetzt dürfen wir 40T haben anstatt 28T. Dafür müssen wir LSV zahlen um die Strassen und Brücken zu finanzieren. Das Geld floss aber in die SBB und weiss sonst wohin

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  • Falingdragon am 19.08.2018 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Querfinanzierung

    Wundert mich nicht, da ja alles was die Strasse einnimmt zur Querfinanzierung der Chefetage des ÖVs benutzt wird

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  • Schwizer am 19.08.2018 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nichte alle zufrieden

    und wen in Bern die Kirchenfeldbrücke saniert wird, beschweren sich einge....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fippu am 20.08.2018 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir hätten goldene Strassen

    Das verwundert mich... 40.- Vignette 1000.- Strassen steuern pro Auto und dann noch die enormen Einnahmen der Benzinsteuer. Das Geld aus der Strasse soll auch für die Strasse investiert werden und nicht für X andere Realisationen

  • Adrian am 20.08.2018 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel Verkehr

    Immer mehr Menschen ergibt mehr Schwerverkehr. Rahmenabkommenn ergibt nochmals mehr Schwerverkehr. Also ist Zuwanderung KEIN Erfolgsmodell. Aber dieses zu verstehen braucht halt Grips.

    • Asterix am 20.08.2018 18:18 Report Diesen Beitrag melden

      Grips

      Das ist etwas, was Du bei den Hampelmännern und -Frauen der Industrie in Bern vergebens suchst. Die lassen sich schön locker von den Lobbyisten steuern.

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  • Muger am 20.08.2018 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau

    Jetzt auf einmal kommt die Astra, ist natürlich wider Arbeits beschaffung u für einige ein übervolles Geld packet

  • murrli am 20.08.2018 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut, aber...

    Interessant zu wissen wäre noch, um welche Brücken es sich handelt, damit man nicht unbedarft ins Schlamassel gerät.

  • autofahrer am 20.08.2018 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sofort sanieren

    na dann zu mit den danierungsarbeiten für was bezshlen wir alle autofshrer die hoen strassensteuern. hoffe sie fangen vor 2020 an zu sanieren, denn in itslien hst man ja offenbar auch gewusst dad die morandi brücke im schlechtem zu stand ist! also bitte wenn man es schon weis macht was oder muss wierklich zuerst ein unglück geschehen?

    • Asterix am 20.08.2018 18:19 Report Diesen Beitrag melden

      Strassensteuern

      Unsere Strassensteuern sind nicht hoch. Aber die ABGABEN, die wir mit jedem Liter Treibstoff leisten. DIE sind hoch. Diese und die LSVA würden bei weitem reichen, um das gesamte Strassennetz komplett zu erneuern. Nun frage man sich, wohin all unser Geld wohl fliesst.....

    • roger am 20.08.2018 19:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Asterix

      das muss man sich nicht fragen, denn das ist in der Verfassung geregelt und nochmals, die Einnahmen des MIV übersteigen die Ausgaben für den MIV um gerade mal 300 Millionen/Jahr - 8.3 Milliarden zu 8.6 Milliarden. Zu beachten ist, dass die Einnahmen hauptsächlich beim Bund anfallen, während die Ausgaben ziemlich gedrittelt (Bund/Kantone/Gemeinden) ist. Dies ignorieren die Milchkuh-Fans jeweils, die zeigen lediglich die Bundesseite (und beanspruchen Selbstverständlich sogar die MwSt für die Strasse)...

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