Riskante Armeeübung

03. Juli 2008 17:34; Akt: 04.07.2008 08:26 Print

48 Soldaten von Zecken gebissen

Zwischenfall in der Armee nur wenige Wochen nach dem Kander-Drama: 48 Armeeangehörige sind im Kanton Zürich von Zecken angefallen worden. Brisant: Die Soldaten hatten sich geweigert, im Zecken-Hochrisikogebiet im Unterholz zu übernachten. Vergeblich.

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Die Biwakierübung der Luftwaffen EKF Abteilung 3 mit rund 240 Armeeangehörigen fand in einem Waldstück im Gebiet Ossingen statt. Allerdings liegt Ossingen im Norden von Winterthur in einem Risikogebiet, in dem gemäss den Karten des Bundesamts für Gesundheit Zeckenenzephalitis vorkommt. Das BAG empfiehlt allen Bewohnern dieses Gebiets eine Impfung gegen die Hirnhautentzündung.

Laut «TeleZüri» hätten sich die betroffenen Soldaten geweigert, im Wald im dichten Unterholz zu übernachten. Ein Betroffener gegenüber «TeleZüri»: «Wir wussten, dass diese Gegend als Zeckenhochrisiko-Gebiet gilt. Darum haben wird uns geweigert da im Unterholz zu übernachten.» Die WK-Soldaten waren nämlich nach dem Kander-Drama vorsichtig und hatten die Worte von Armeechef Roland Nef noch im Ohr, gefährliche Befehle zu verweigern.

Vergebens: Das Kompaniekommando befahl ihnen trotz Zeckengefahr im Unterholz zu campen. Als Prophylaxemassnahmen sei befohlen worden, die Kleider geschlossen zu tragen und Insektenmittel einzusetzen.

Trotzdem und für Zeckenexperten nicht überraschend, wachten sie mit etlichen Zeckenbissen auf. Und: Trotz der Bisse mussten sie am nächsten Tag noch einen langen Marsch unter die Füsse nehmen. Später leistete ein anwesender Kompaniekommandant, der im Zivilleben Arzt ist, den Betroffenen Soforthilfe.

Zecken können die gefährliche Hirnhautentzündung (FSME) auslösen. Wer mit dem FSME-Virus infiziert wird, kann invalid werden.

Die Betroffenen stehen unter ärztlicher Beobachtung, teilte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mit. Gemäss Mitteilung ist die Zeckenproblematik vor der Übung besprochen worden.

Laut «TeleZüri» hat die Armee unterdessen eine Informationssperre verhängt; die Betroffenen dürfen mit niemandem mehr darüber sprechen.

(kub/ap/sda)