Lärm und Haustiere

09. Januar 2019 18:56; Akt: 09.01.2019 18:56 Print

Jeder 2. Schweizer regt sich über Nachbarn auf

Eine neue Studie zeigt, dass sich mehr als die Hälfte der Schweizer über ihren Nachbarn ärgert. Hauptgrund ist der Lärm.

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Man kann es machen, wie man will, es ist nie recht. Die Kinder sind zu laut, ... ... die Waschküche zu wenig aufgeräumt, der Abfallsack steht zur früh vor dem Haus ... ... und die Haustür wurde zu spät abgeschlossen. Die Meckertante hat immer was zu nörgeln. Er breitet sich aus, wo er nur kann. Das Treppenhaus ist seine Schuhablage. Sein Auto stellt er konsequent auf dem Besucherparkplatz ab. Im Veloraum lagert er seine Wintersportsachen ein. Und auf der gemeinsamen Grünfläche richtet er seinen privaten Grillplatz ein. Wer so jemanden als Nachbarin oder natürlich auch als Nachbar hat, kann sich glücklich schätzen. Sie springt ein, wenn es ums Kinderhüten geht, ... ... hat immer einen Liter Milch (oder diverse Backzutaten) zum Ausleihen parat und ... ... nimmt auch das Zalando-Päckli entgegen, wenn man grad nicht zu Hause ist. Die Hausordnung interessiert ihn nicht, ... ... Ruhezeiten kennt er nicht und ... ... die Waschküche belegt er, wann immer es ihm passt. Und dann raucht er auch noch – vielleicht sogar im Treppenhaus. Kurz: Das Zusammenleben mit ihm ist alles andere als einfach. Man sieht ihn praktisch nie, man hört ihn nicht, und manchmal fragt man sich, ob es ihn überhaupt gibt. Sie hat den ganzen Tag nichts zu tun und darum liegt sie praktisch ständig auf der Lauer bzw. schaut zum Fenster hinaus oder lauscht an der Tür. Und so weiss sie alles: Wer einen eingeschriebenen Brief bekommen hat, wer die Wäsche nicht rechtzeitig aus der Maschine genommen hat ... ... und wann der Teenie von nebenan nachts nach Hause gekommen ist. Und natürlich teilt sie ihr umfangreiches Wissen gern mit der Nachbarschaft.

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Mehr als jeder zweite Schweizer hat etwas an seinem Nachbarn auszusetzen. Dies zeigt eine neue, repräsentative Studie von Immowelt.ch. Rund 58 Prozent der Schweizer ärgern sich demnach über ihre Nachbarn. Hier sind die Top 9.

Platz 1: Lärm

23 Prozent aller befragten Personen ärgern sich über laute Telefonate oder streitende Mitbewohner.

Platz 2: Zigarettenrauch

20 Prozent stören sich ab Zigir-Rauch, der vom Nachbarn in die eigene Wohnung zieht. Das ist dann wohl die Folge vom Balkonrauchen.

Platz 3: Haustiere

16 Prozent stören sich ab bellenden oder jaulenden Hunden im Haus. Ob auch räudige Kater darunter fallen, ist nicht bekannt.

Platz 5: Gartengeräte

14 Prozent nerven sich ab lauten Rasenmähern - und natürlich Laubbläsern. Wohl auch, weil diese Höllenmaschinen immer dann lärmen, wenn man noch schlafen will.

Platz 6: Nachtaktive

10 Prozent haben ein Problem mit nachtaktiven Nachbarn. Diese wiederum dürften sich ab rasenmähenden Frühaufstehern ärgern.

Platz 7: Sexgeräusche

7 Prozent erregen sich ob den Lustschreien liebestoller Nachbarn. Immerhin nur so wenige.

Platz 8: Gartenzwerge

6 Prozent geht die Dekoration der Nachbarn auf den Wecker. Etwa Gartenzwerge oder andere Gegenstände.

Platz 9: Kinderwagen

3 Prozent mögen im Hausgang oder Treppenhaus abgestellte Kinderwagen oder Rollatoren nicht leiden.

42 Prozent sind happy!

Obwohl sich jeder zweite gerne mal über die eine oder andere Marotte seiner Nachbarn nervt: 42 Prozent der 502 Befragten gaben an, dass sie nichts über ihre Mitbewohner zu motzen haben: «ich habe Glück mit meinen Nachbarn», gaben sie an.

Je mehr Geld die Befragten verdienen, desto weniger Probleme haben sie mit ihren Nachbarn. Bei den Geringverdienern fühlen sich hingegen rund zwei Drittel der Befragten von Nachbarn belästigt.

In der Bildstrecke sehen Sie, welche Nachbarschaftstypen es gibt – und wie Sie diesen am besten begegnen.

(fss/zum)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Infogeber am 09.01.2019 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Früher konnte man noch mithören

    um was es beim lauten Streit geht, heute versteht man die Sprache halt nicht mehr!

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  • Nero am 09.01.2019 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genervter Nachbar

    Ich habe das Gefühl die meisten schauen nur auf sich selbst & ihnen ist es egal, ob sie laut sind oder sie merken es nicht einmal und kommen nicht auf die Idee, dass Nachbarn sie hören könnten. Echt schade, dass heute nicht mehr Rücksicht auf andere genommen wird..

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  • Orozbe am 09.01.2019 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rücksicht und Toleranz

    Rücksicht. Mehr muss man nicht sagen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nachbarin am 10.01.2019 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Kläffender Hund

    Ich ärgere mich über das jaulenden und kläffenden Hündchen der Nachbarn. Der Hund fängt gleich an zu jaulen und kläffen wenn die Nachbarin die Haustür schliesst. Habe schon mal reklamiert und zwar anständig, seither grüsst sie kaum noch. Wenn man einen Hund hat sollte man auch zu ihm schauen und und mit ihnen spielen und etwas unternehmen. Ich habe eher den Eindruck das sie das nicht machen, Manche sollten keine Hunde halten dürfen.

  • Äbi Schuto am 10.01.2019 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schnee

    Heute Morgen um halb fünf hat unser Hauswart angefangrn Schnee zu Schaufeln. Das hat mit generft!

    • baba am 10.01.2019 15:16 Report Diesen Beitrag melden

      sei doch dankbar

      das versteh ich, andererseits wenn zu viel schnee liegt vor der Garage ist es doch auch doof, wenn du ihn vor der Arbeit zuerst noch selbst wegschippen musst oder?

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  • Manuel am 10.01.2019 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    werdet gelassen

    ich plädiere für etwas mehr Toleranz. Meine Nachbarn links führen regelmässig die übelsten Streits. Meine Nachbarn oben stampfen rum wie eine Büffelherde. Und ja auch ich bin wohl "hörbar" wenn ich mein Fitnesstraining mit Jump Squats beende. Natürlich ist das nicht angenehm aber wir leben nunmal nicht allein. Mir ist ein toleranter Nachbar lieber, der selber ein paar Mal über die Stränge schlägt als ein Bünzlinachbar, den man zwar nie hört aber beim kleinsten Regelverstoss die Polizei ruft.

    • xGambyte am 10.01.2019 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Manuel

      Ich tu dem meistens Abführmittel in sein Essen. Das der dann davon!

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  • langweiliger Schweizer am 10.01.2019 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    das untermauert meine These

    die These dass die Schweiz wie ein Altersheim ist in kultureller Hinsicht. Bloss keine Aufregung, egal ob positive oder negative, in diesem Land hat Grabesstille zu herrschen, man arbeitet, zahlt seine Rechnungen pünktlich und konsumiert brav. Freizeitaktivitäten sollen wenn überhaupt nur leise stattfinden und Emotionen soll man erst recht in sich behalten, wäre unangebracht wenn irgendwer anders mitkriegt dass man ein Mensch ist der fühlt und lebt.

    • Barb am 10.01.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

      bibi

      @danke für dieses Statement: ganz Ihrer Meinung. heutzutage hat man zu parieren...und sich allem anzupassen....die aufgestauten Emotionen werden sich so halt früher oder später auf möglicherweise ganz andere, tragische Weise ausleben....macht weiter so...Vor vielen Jahren war die Toleranz noch da und heute? Wir steuern mit so Vielem in eine ungute Richtung....schade....

    • Knaller am 10.01.2019 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      Aber natürlich

      Und genau darum läuft es in der Schweiz so gut und wir haben im Vergleich zu anderen Ländern einfach wenig Probleme! Und ein Altersheim in kultureller Hinsicht ist die Schweiz üüüberhaupt nicht, praktisch jeder Kanton hat noch eine eigene Kultur! Informier dich doch einfach besser!

    • Kastrat am 10.01.2019 13:26 Report Diesen Beitrag melden

      so siehts aus

      Ja, vor Jahren durfte man noch die Meinung sagen ohne mundtot gemacht zu werden!

    • langweiliger Schweizer am 10.01.2019 13:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Knaller

      leben heisst mehr als arbeiten, Rechnungen zahlen und konsumieren. Hier ist kaum Raum und Zeit für Gelassenheit und Lebensfreude, alles ist bis ins kleinste Detail geregelt und man wird schon ab dem Kindergarten in Schublädchen reingequetscht und getrimmt auf braves Gehorchen und Arbeiten. Ist das das wahre Leben, das Sie mögen? Nirgendwo sagte ich, dass die Schweiz keine Kultur habe, ich sage nur sie hat eine LANGWEILIGE Kultur und Mentalität, besonders die Deutschschweizer.

    • m.s. am 10.01.2019 18:39 Report Diesen Beitrag melden

      @langweiliger Schweizer

      Auch sie werden mal alt und langweilig .

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  • Melanie am 10.01.2019 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Der normale Wahnsinn:-)

    Ach, das ist hier normal... die Leute regen sich über jeden Habakuk auf. Wir sind hier einfach zu verwöhnt.