Tamedia-Umfrage

10. August 2018 06:43; Akt: 10.08.2018 09:22 Print

Fair-Food-Initiative punktet bei den Frauen

64 Prozent der Stimmberechtigten befürworten derzeit die Fair-Food-Initiative, die Schweizer Standards grundsätzlich auch für importierte Lebensmittel verlangt.

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Rund eineinhalb Monate vor der Abstimmung spricht sich eine Mehrheit dafür aus, dass der Bund Lebensmittel aus einer naturnahen und tierfreundlichen Landwirtschaft fördert: 64 Prozent wollen die Fair-Food-Initiative der Grünen tendenziell annehmen, 33 Prozent lehnen sie ab. Drei Prozent machten keine Angaben zu ihren Stimmabsichten.

Am stärksten unterstützen die Anhänger von Grünen und SP das Begehren: 95 beziehungsweise 81 Prozent wollen ein Ja auf den Stimmzettel schreiben. Doch auch die Wähler von CVP und SVP sind mehrheitlich für die Initiative (60 bzw. 52 Prozent Ja). Mit 53 Prozent Nein lehnt einzig die FDP-Basis die Fair-Food-Initiative mehrheitlich ab.

Agrarinitiativen punkten bei den Frauen

Ebenfalls am 23. September kommt die Volksinitiative «Für Ernährungssouveränität» vors Volk. Sie möchte die kleinbäuerliche Produktion stärken und fordert, dass der Bund auf eine Versorgung mit überwiegend einheimischen Lebensmitteln achtet. Auch hier liegen die Befürworter laut der Tamedia-Umfrage in Führung: 62 Prozent sagen derzeit Ja, 34 Prozent Nein. 4 Prozent machten keine Angaben zu ihren Stimmabsichten. Die Sympathien sind ganz ähnlich verteilt wie bei der Fair-Food-Initiative: Mit 52 Prozent Nein lehnen einzig die FDP-Wähler die Vorlage mehrheitlich ab.

Wie die Umfrage weiter zeigt, stossen die beiden Agrarinitiativen bei den Frauen auf viel Zustimmung: Während 74 Prozent der Stimmbürgerinnen die Fair-Food-Initiative annehmen wollen, sagen nur 54 Prozent der Männer Ja. Auch bei der Vorlage zur Ernährungssouveränität liegt der Ja-Anteil bei den Frauen mit 71 Prozent um 19 Prozentpunkte höher als bei den Männern.

Gerechtere Löhne und Bauernsterben als Argumente

Das wichtigste Argument für die Fair-Food-Initiative ist aus Sicht der Befürworter, dass die Initiative für mehr umweltschonende und fair produzierte Lebensmittel sorge. Im Gegensatz dazu steht bei jenen, die Nein stimmen wollen, die Sorge vor höheren Lebensmittelpreisen und mehr Einkaufstourismus im Vordergrund.

Für die Vorlage zur Ernährungssouveränität spricht aus Sicht der Befürworter vor allem, dass die Bauern für ihre Arbeit gerechter entlöhnt werden sollten. Auch müsse das Bauernsterben gestoppt werden. Für viele Nein-Stimmende wäre es hingegen falsch, die Landwirtschaft vom Markt abzuschotten.

Relative Mehrheit für den Bundesbeschluss Velo

Die Präferenzen sind zu einem so frühen Zeitpunkt wie üblich noch nicht gefestigt. Das zeigt sich auch beim Bundesbeschluss Velo. Laut der Tamedia-Umfrage schafft es momentan keines der Lager auf eine absolute Mehrheit: Dem direkten Gegenvorschlag zur zurückgezogenen Velo-Initiative stimmen 48 Prozent zu, 44 Prozent lehnen sie ab. 8 Prozent machten keine Angaben zu ihren Stimmabsichten.

Zur Umfrage

7635 Personen aus der ganzen Schweiz haben am 6. und 7. August online an der ersten Welle der Tamedia-Abstimmungsumfrage zu den eidgenössischen Vorlagen vom 23. September teilgenommen. Die Befragungen werden in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH der Politikwissenschaftler Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,6 Prozentpunkten. Weitere Informationen gibts hier.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • m.m am 10.08.2018 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    soll einer verstehen

    in der schweiz solche sachen verlangen aber in DE einkaifen gehen.

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  • OnkelTom am 10.08.2018 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache wieder was reglementiert

    Unglaublich, was die Leute heutzutage alles reglementieren wollen... wo führt uns das noch hin?

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  • Mani Motz am 10.08.2018 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer will das?

    Bei einer Annahme wirds vorallem (noch) teurer...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mimi am 10.08.2018 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher nöd

    Diese gut gemeinte Initiative ist an Naivität kaum noch zu überbieten. Deshalb mein klares NEIN.

  • Bonifatz am 10.08.2018 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Chance

    64%?? Könnt Ihr sowas von vergessen..Das wird klar abgelehnt werden. Wieder mal so ein Schweizer Idealisten Hirnfurz.

  • BigBen am 10.08.2018 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kampf gegen Einkaufstourismus

    Endlich eine Initative die auch dwn Einkaufstourismus verbietet! In der Initative steht ganz klar, Waren aus dem Ausland müssen Schweizer Vorgaben erfüllen, bezüglich Umweltschutz , Tierschutz, Arbeitsrecht und Löhnen. Das erfüllt kein Produkt welches man im Ausland kauft. Die Löhne der Umweltschutz und der Tierschutz sind tiefer, einzig beim Arbeitsrecht sind wir etwa auf Augenhöhe. Hoffe das die Initative angenommen wird um dem Einkaufstourismus den Riegel zu schieben.

  • Albert N. am 10.08.2018 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Frauentraum ausgeträumt

    Das sind dann die, die nachher zuerst jammern wenn alles teurer wird. Dann erwachen sie aus ihrer Naivität.

    • Xsasan am 10.08.2018 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Albert N.

      Woher kommt eigentlich dieses Schwachsinn-Argument "das sind nachher die ersten die Jammern"... Das lese ich hier bei 20min des Öfteren, und jedes Mal lange ich mir an den Kopf, wie jemand solchen Stuss behaupten kann!

    • Chris am 10.08.2018 21:19 Report Diesen Beitrag melden

      Warum solls teurer werden?

      Es gibt keinen vernünftigen Grund, weshalb Schweizer Lebensmittel in der Schweiz teurer werden sollten.

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  • nano am 10.08.2018 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar! Oder

    Such für mich kein Yprobkem, nur muss die AHV um diese Teuerung unmittelbar angepasst werden. Das sind dann mindestens 2-300.-/Mt. Dazu muss die Steuer deutlich reduziert werden.

    • Xsasan am 10.08.2018 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @nano

      Wenn man bedenkt, dass die Kosten für Nahrung an den Gesamt-Haushaltskosten seit Jahrzehnten am sinken sind, ist solcher Stuss Unsinn.

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