Internationale Befragung

10. Juli 2018 11:40; Akt: 10.07.2018 11:40 Print

Sieben Gründe, warum Schweizer auswandern

Von der Firma gezwungen, der Liebe gefolgt oder auf ein besseres Leben gehofft: Eine Typologie zeigt, wie Schweizer Auswanderer ticken.

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Die Geschichten von Schweizern, die ihr Glück im Ausland suchen, beschäftigen die Daheimgebliebenen. Das zeigen nicht zuletzt die Traumquoten der SRF-Sendung «Auf und davon». Die Plattform Internations hat nun 18'000 Auswanderer aus 187 Ländern gefragt, warum sie der Heimat den Rücken gekehrt haben, darunter auch 173 Personen aus der Schweiz. Daraus hat Internations sieben Typen isoliert:

Sind Sie einer dieser Auswanderer-Typen? Erzählen Sie Ihre Geschichte

Der Optimierer (18 Prozent)
Diesen Typen zieht es ins Ausland, weil er im Ausland mehr Vorteile für sich sieht: Bessere Lebensqualität oder mehr Lohn sind häufig genannte Gründe. So ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Optimierer zufrieden mit dem Wetter im Vergleich zum Heimatland.

Der Entsandte (16 Prozent)
Im Gegensatz zum Karrieremenschen, der freiwillig im Ausland arbeitet, hat der Entsandte kaum eine Wahl: Sein Arbeitgeber schickt ihn zur Arbeit in die Fremde. Er verbringt deshalb auch mit 46 Stunden pro Woche überdurchschnittlich viel Zeit bei der Arbeit, verdient jedoch auch mehr. Er sieht seinen Aufenthalt aber nicht als permanente Station: 58 Prozent möchten früher oder später wieder in die Heimat zurückkehren.

Der Romantische (14 Prozent)
Diese Auswanderer folgen dem Partner ins Ausland. Das scheint sie zufrieden zu machen: 88 Prozent sind mit ihrer Beziehung zufrieden. Trotzdem läuft es nicht für alle Auswanderer dieses Typs rosig: Zwölf Prozent, die der Liebe wegen ins Ausland gezogen sind, sind wieder single. Auch die Karriere ist für die Romantischen ein Problemfeld: Sie sind häufiger auf Arbeitssuche und öfter unzufrieden mit ihrem Job.

Der Entdecker (13 Prozent)
Der Hauptgrund für die Auswanderung ist bei dieser Gruppe die Lust auf Abenteuer. Sie geniessen das Leben im Ausland und können sich zu 47 Prozent auch vorstellen, dauerhaft dort zu leben. Die Zahl jener, die mit ihrem Sozialleben und dem Freizeitangebot zufrieden sind, ist mit 75 Prozent über alle Typen hinweg am grössten.

Der Karrieremensch (13 Prozent)

Ihr Ziel ist es, im Ausland die Karriere voranzutreiben. Fast die Hälfte hat einen Master-Abschluss, 33 Prozent einen Bachelor. Ihr Einsatz zeigt sich auch an den geleisteten Arbeitsstunden: Diese liegen mit 44 Stunden pro Woche höher als der Durchschnitt. Für die Karriere lassen sie auch ihren Partner zu Hause: Fast ein Viertel der Karrieremenschen in einer festen Beziehung (24%) leben derzeit nicht im selben Land wie ihr Partner.

Der Mitreisende (6 Prozent)
Sie folgen ihrem Partner, der seine Karriere oder Ausbildung im Ausland vorantreiben will. Fast neun von zehn Personen dieser Gruppe sind Frauen. Dass sie dem Partner zuliebe auswandern, schlägt sich auch in ihrer Zufriedenheit nieder: Sie sind mit ihrer eigenen Karriere unzufrieden, und 33 Prozent fühlen sich in der Kultur des Gastlandes nicht zu Hause.

Der Student (4 Prozent)
Diese Gruppe umfasst Personen, die im Ausland studieren oder einen Sprachaufenthalt absolvieren. Trotz guter Sprachkenntnisse bekunden zwei von fünf Befragten Mühe, einheimische Freunde zu finden. Dafür sind sie häufig mit ihren Karrierechancen zufrieden.

(pam)