Unterschiede im Sortiment

14. Juli 2018 21:43; Akt: 14.07.2018 21:43 Print

Aargauer kaufen Rüebli, Welsche lieben Weichkäse

St. Galler, die in Zürich einkaufen, stossen dort auf Produkte, die sie bisher noch nicht gekannt haben. Die Geschmäcker seien regional verschieden, sagen Händler.

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Als eine Migros-Kundin in einer St. Galler Filiale nach Tartelettes suchte, wurde sie nicht fündig. Auf Twitter fragte sie den Detailhändler nach Rat. In der Ostschweiz gebe es diese Produkte nicht, beschied ihr die Migros – sehr wohl aber in einer Filiale in der Zürcher Innenstadt.

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Die Tartelettes sind nicht die einzigen Produkte, die nicht im ganzen Land verkauft werden. Die Detailhändler passen ihr Sortiment nicht nur für jede Region an, sondern sogar auf der Stufe jeder einzelnen Filiale. In einer Filiale im Zürcher Kreis 4 kann es so beispielsweise mehr Bio-Produkte geben als in einer Filiale im Limmattal. Migros-Sprecherin Martina Bosshard sagt: «Der Platz im Regal ist beschränkt. Darum schauen wir bei jedem Standort, welche Artikel am meisten nachgefragt werden.»

Westschweizer wollen Weissbrot

Eine Filiale, die vor allem von Studenten und Geschäftsleuten frequentiert werde, führe deshalb ein anderes Sortiment als eine Quartierfiliale, die umliegende Haushalte versorgt. Daneben zeigen sich regionale Unterschiede. «Rüeblitorten werden vor allem in den Genossenschaften Migros Aare und Migros Ostschweiz verkauft», sagt Bosshard.

Bratwürste wiederum sind in der Deutschschweiz beliebter als in der Westschweiz, während die Westschweizer mehr Birnen und Produkte mit Zitronen- und Pistaziengeschmack kaufen. Während die Deutschschweizer zudem mehr Ruchbrot und Tilsiter-Käse nachfragen, mögen die Westschweizer lieber Weissbrot und Weisskäse, sagt Bosshard.

Dunkle Schoggi für die Romands

Auch Coop stellt verschiedene Vorlieben fest. Das betreffe etwa Käse, Fleisch, Honig oder Bier, sagt Sprecherin Yvette Petillon. «Unser Sortiment passen wir entsprechend regional an.» Beim Käse kauften Deutschschweizer eher Emmentaler, Westschweizer eher Gruyère. Meeresfrüchte seien in der Westschweiz und im Tessin gefragter als in der Deutschschweiz.

Weil die Romands auf dunkle Schokolade stehen, hat Coop nur für die Westschweiz eine dunkle Variante von einem Pralinen-Halbeis entwickelt. «Die Geschmäcker in den Regionen unterscheiden sich teilweise sehr stark», sagt Sprecherin Yvette Petillon – sogar auf kleinstem Raum: In Zug sei die Chriesiperle sehr beliebt, während die Zürcher Tirggel kaufen und die Ostschweizer Schlorzifaden.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Billerson am 14.07.2018 21:58 Report Diesen Beitrag melden

    Auch das Verkaufspersonal...

    ...ist verschieden. Mir ist z. B. aufgefallen, dass die Verkäuferinnen in der Westschweiz tendenziell eher Französisch statt Schweizerdeutsch sprechen, und diejenigen aus dem Appenzell haben einen lustigen Akzent.

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  • klar am 14.07.2018 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    offensichtlich

    und das überrascht jetzt jemanden? es ist doch klar, das, was sich gut verkauft, bleibt in Sortiment, und was sich nicht verkauft, nicht. niemand will Ladenhüter...

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  • Retipleti am 14.07.2018 22:26 Report Diesen Beitrag melden

    Super So

    Ich Arbeite selber im Detailhandel ( Lebensmittel) bei einem Discounter. Man sollte es regional gestalten das ist super. Man sollte den Kassezettel ausdrucken können ,wenn es der Kunde wirklich braucht ( ökplogisch).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fraz am 15.07.2018 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind ALLE gleich....

    Das kann alles gar nicht sein! Wir sind alle gleich, es gibt keine Unterschiede! Jedenfalls erzählt man uns das doch immer oder wie war das jetzt auch?

  • Erich am 15.07.2018 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reden

    Es lohnt sich definitv mit dem Personal zu reden. Gerade an Fleisch- Fisch- oder Käsetheken bin ich schon sehr oft auf sehr offene Ohren gestossen. Ein Suppenhuhn, einen Ochsenschwanz, Schwertfisch, Flusskrebse, Käse aus kleinen Produktionen, Raclette aus Ziegenkäse etc...., alles könnte auf Bestellung organisiert werden und fleissig wurden Tips und Rezepte ausgetauscht. Viele dieser Menschen sind Top ausgebildet und mit ihren Produkten auf Tuchfühlung. Die mögen es wenn sie nicht nur den üblichen Einheitsbrei verkaufen müssen. Zuhören und nachfragen schafft vieles und ein Kompliment noch mehr.

  • I_AM_VAMPIRE am 15.07.2018 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aha

    Ich kaufr solche Fertigprodukte nicht. Mache alles selbst.

  • meierisli am 15.07.2018 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    will au mal probiere

    ja aso diese 3 süssigkeiten (vermute ich mal) würde ich auch mal gerne ausprobieren. wie wärs mit einer kantonswoche? 1 woche chriesiperle im sonderangebot als versüecherli etc. :-) dunke schoggiglasse? zum gekühlten wisky-orange sicher sehr fein :-|>

  • Julio Shim am 15.07.2018 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kartoffeln lokal?

    Lokale Produkte? Lokale Produkte sind bei uns Mangelware. Nehmen wir als Beispiel die Kartoffeln; 8 Monate aus dem Ausland. Zurzeit; Früchte aus dem Inland? Bei den Preisen muss ich leider darauf verzichten.

    • Nick am 15.07.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      Lesen bildet...

      ..Lokal gefragte produkte. Ist nicht das selbe wie lokal produzierte Waren.

    • Franz am 15.07.2018 16:10 Report Diesen Beitrag melden

      Bauer wo bist Du

      ja das ist soo;das war immer soo!wir sind kein grosses Land und da Wächst auch nicht alles wie in andern Ländern !ich kaufe Sesonal und wenn ich kann beim Bauer aber der Weg dorthin ist auch nicht Ökologisch !früher kam ein Bauer ins Quartier am Freitag Moorgen das war sehr gut !

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