Ranghoher Kommandant

18. Oktober 2018 04:39; Akt: 18.10.2018 14:34 Print

Aargauer war Mastermind für IS-Anschläge

In Syrien war der Schweizer Thomas C. der ranghöchste deutschsprachige IS-Kommandant. Er soll Anschläge in Deutschland geplant haben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

­Der Schweizer Thomas C. soll als hochrangiger IS-Terrorist hinter Anschlagsplänen in Deutschland stecken, die von den Behörden vereitelt wurden. Dies berichten die «Zeit» und der «Tages-Anzeiger». Offenbar wollte der Schweizer ein Massaker an einem Musikfestival in einer deutschen Provinz anrichten.

Monatelang hätten der deutsche und der amerikanische Auslandsgeheimdienst versucht, die Identität des Terroristen mit dem Kriegsnamen Abu Mussab al-Almani herauszufinden. Am Ende seien sie nicht auf einen deutschen Staatsbürger gestossen, sondern auf den Schweizer Konvertiten Thomas C.

Dieser habe bis 2013 in Frankfurt am Main gewohnt. Der 1987 geborene Mann hatte eine ganze Reihe von Aliasnamen, darunter auch Abu Hajer und Abdullah as-Swissri.

Thomas C. wuchs in der Region Baden auf, lebte später in Zürich, Frankreich und Deutschland. In Zürich gründeten seine Eltern zwei Firmen.

Der Anruf aus Syrien

In Syrien soll es Thomas C. laut dem Zeitungsartikel zum ranghöchsten IS-Kommandanten aus dem deutschsprachigen Raum gebracht haben. Er sei beim IS ein führender Kopf in der Abteilung für Terroranschläge im Ausland gewesen. Wie die Zeitung in Erfahrung brachte, erhielt seine Mutter eines Tages einen Anruf aus Syrien. Ihr wurde mitgeteilt, dass ihr Sohn schwer verwundet worden sei. Sie solle bitte 40'000 Euro für die Behandlung überweisen.

Daraufhin informierte die Frau das Schweizer Generalkonsulat in Frankfurt. Spätestens seit damals sind auch die Schweizer Behörden im Bild. Laut dem «Zeit»-Artikel soll der Mann im Herbst 2017 im Alter von 30 Jahren ums Leben gekommen sein.

Update: Wie die Bundesstaatsanwaltschaft gegenüber 20 Minuten bestätigt, hatte sie im Februar 2017 ein Strafverfahren gegen Thomas C. eröffnet – «wegen des Verdachts des Verstosses gegen Art. 2 des Bundesgesetzes über das Verbot der Gruppierungen ‹Al-Qaïda› und ‹Islamischer Staat› sowie verwandter Organisationen, sowie wegen des Verdachts der Unterstützung bzw. Beteiligung an einer kriminellen Organisation». Das Strafverfahren gegen den Schweizer wurde im November 2017 sistiert.

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten.

(chk)