Nur im Sommer

07. Juli 2019 20:15; Akt: 07.07.2019 20:15 Print

Achtung, Velo-Amateure!

Der Sommer ist die Zeit der Sonntagsfahrer auf zwei Rädern. Eine Typologie der Velo-Amateure, die derzeit wieder besonders häufig anzutreffen ist.

Bildstrecke im Grossformat »
Im Sommer fährt alles Velo. Für Ganzjahresfahrer nicht nur ein Grund zur Freude. Hier eine Typologie der Sommervelofahrer – sozusagen der Sonntagsfahrer unter den Bikern. Der Ehrgeizling muss immer und überall der Beste sein. Im Sommer wird selbst der normale Arbeitsweg zur Tour de France. Andere Velofahrer werden aus Prinzip überholt und selbst im Anzug und bei tropischen Temperaturen wird der Kampf gegen die Uhr zur obersten Maxime erhoben. Das Velo-Fashion-Victim ist optisch vom Ehrgeizling oft kaum zu unterscheiden. Allerneuste Gear, einen kunterbunten Rennanzug wie bei einem Mitglied eines Profi-Racing-Teams, dazu ein Rennrad mit gefühlten 300 Gängen. Das Problem: Die fahrerische Leistung – von der Fahrradbeherrschung bis hin zur Kondition – reicht oft nicht mal für eine Flachetappe. Der/die E-Raser(in) – im Sommer kommt es endlich aus dem Keller, und dann wird Guzzi gegeben, was der Akku hält: E-Bike-Raser und -Raserinnen erkennt man an ihrem Mangel an Risikobewusstsein und den horrenden Geschwindigkeiten. Besonders dort, wo es definitiv nicht angebracht ist. Der Sommer-Rowdy ist artverwandt mit den E-Rasern und jenen Velo-Rasern, die es das ganze Jahr über gibt. Verkehrsregeln gelten für sie nicht, Rücksicht ist ein Fremdwort und aufpassen sollen gefälligst die anderen. Der Unterschied: Der Sommer-Rowdy beherrscht sein Gefährt nicht, ist also doppelt gefährlich – für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer. Der/die Selbstgerechte – weil die Grünen nicht nur in der Politik Rückenwind haben, hat die nachhaltige Gesinnung auch auf den Strassen Einzug gehalten. Eigentlich eine schöne Sache, wenn da nicht jene Selbstgerechtigkeit wäre, mit dem die erklärten Weltverbesserer durch die Gegend gondeln. Frei nach dem Motto: Platz da, hier kommt ein Gutmensch. Der Bart ist perfekt getrimmt, die Frisur sitzt, die Jeans haben mehrere hundert Franken gekostet. Da darf ein hippes Zweirad natürlich nicht fehlen. Man trifft den Velo-Hipster deshalb meist auf einem Fixie an; wen kümmerts schon, dass das Ding nicht wirklich alltagstauglich ist? Und dass man den Velo-Hipster ausschliesslich bei schönem Wetter antrifft, ist eh klar. Schliesslich könnte sonst die Frisur durcheinandergeraten. Der oder die Unsichere: Velofahren ist für sie oder ihn der Horror. Nur zwei Räder, kaum Schutz, dazu die steten Gefahren auf allen Seiten. Doch lässt man das Velo deshalb zu Hause? I wo, es ist schliesslich Sommer. Wild schaukelnd oder in Schlangenlinien fahren sie durch die Strassen, die Panik im Gesicht. Risiken für sich und andere Verkerhsteilnehmer? Egal – Hauptsache man hat sich bewegt und war an der frischen Luft. Der Velo-Hippie: Blumen hat dieser Verkehrsteilnehmer zwar nicht im Haar, aber auf seinem Velo prangt so manch ein Sonnenblumenkleber. Auch politische Slogans und das Velo-Körbchen dürfen nicht fehlen, bloss mit der Strassentauglichkeit des Klapperrads wills nicht so recht klappen. Wenn es ächzt und quietscht, sind Velo-Hippies meist nicht weit. Solange die Bremsen einigermassen funktionieren, gibts aber Schlimmeres.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wer das ganze Jahr über mit dem Velo unterwegs ist, mag auch kein Heiliger sein. Aber: Routinierte Biker kennen die ungeschriebenen Gesetze der Strasse, fahren vorausschauend, passen ihre Fahrweise der Situation an und müssen sich auf dem Velo nicht selbst verwirklichen.

Umfrage
Halten Sie sich als Velofahrer immer an die Vorschriften?

Anders sieht das im Sommer aus. Dann kramt der Hinterste und Letzte sein Velo hervor und macht damit die Strassen unsicher. Die Typologie der Sonntagsfahrer auf zwei Rädern – der Sommervelofahrer:

Der Ehrgeizling

Er muss immer und überall der Beste sein, im Büro wie beim Marathonlaufen. Im Sommer wird selbst der normale Arbeitsweg zur Tour de France. Andere Velofahrer werden aus Prinzip überholt und höhnisch belächelt, und selbst im Anzug und bei tropischen Temperaturen wird der Kampf gegen die Uhr zur obersten Maxime erhoben.

Das Velo-Fashion-Victim

Optisch vom Ehrgeizling oft kaum zu unterscheiden. Allerneuste Gear, einen kunterbunten Rennanzug wie bei einem Mitglied eines Profi-Racing-Teams, dazu ein Rennrad mit gefühlten 300 Gängen. Das Problem: Die fahrerische Leistung – von der Fahrradbeherrschung bis hin zur Kondition – reicht nicht mal für die Flachetappe.

Der/die E-Raser/in

Im Sommer kommt es endlich aus dem Keller, und dann wird Guzzi gegeben, was der Akku hält: E-Bike-Raser und -Raserinnen erkennt man an ihrem Mangel an Risikobewusstsein und den horrenden Geschwindigkeiten. Besonders dort, wo es nicht angebracht ist. Auffällig auch: E-Raser sind nicht nur junge Männer, sondern oft auch Mütter, Hausfrauen, Rentnerinnen oder Rentner.

Der Sommer-Rowdy

Artverwandt mit den E-Rasern und jenen Velo-Rasern, die es das ganze Jahr über gibt. Verkehrsregeln gelten für sie nicht, Rücksicht ist ein Fremdwort und aufpassen sollen gefälligst die anderen. Der Unterschied: Der Sommer-Rowdy beherrscht sein Gefährt nicht, ist also doppelt gefährlich – für sich selbst und andere.

Der/die Selbstgerechte

Weil die Grünen nicht nur in der Politik Rückenwind haben, hat die nachhaltige Gesinnung auch auf den Strassen Einzug gehalten. Eigentlich eine schöne Sache, wenn da nicht jenes Mass an Selbstgerechtigkeit wäre, mit dem die grünen Weltverbesserer für rote Köpfe sorgen. Frei nach dem Motto: Platz da, hier kommt ein Gutmensch.

Der/die Unsichere

Velofahren ist für sie oder ihn der Horror. Nur zwei Räder, kaum Schutz, dazu Gefahren auf allen Seiten. Doch lässt man das Velo deshalb zu Hause? I wo, es ist schliesslich Sommer. Wild schaukelnd oder in Schlangenlinien fahren sie durch die Strassen, die Panik im Gesicht. Risiken für sich und andere? Egal – Hauptsache man war im Sommer mit dem Velo unterwegs.

Der Velo-Hippie

Blumen hat dieser Verkehrsteilnehmer zwar nicht im Haar, aber auf seinem Velo prangt ein Sonnenblumenkleber. Politische Slogans und das Körbli dürfen nicht fehlen, bloss mit der Strassentauglichkeit des Klapperrads ist es nicht weit her. Wenn es ächzt und quietscht, sind Velo-Hippies meist nicht weit. Solange die Bremsen funktionieren, gibts Schlimmeres.

Der Velo-Hipster

Der Bart ist perfekt getrimmt, die Frisur sitzt, die Jeans haben mehrere hundert Franken gekostet. Da darf ein hippes Zweirad natürlich nicht fehlen. Man trifft diese Spezies deshalb meist auf Fixies an; wen kümmerts, dass die nicht wirklich alltagstauglich sind? Dass man den Velo-Hipster nur bei schönem Wetter antrifft, ist klar. Schliesslich könnte sonst die Frisur durcheinander geraten.

Welchen Sommervelofahrer-Typus haben Sie entdeckt? Schreiben Sie es in die Kommentarspalte.

(str)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M4D am 07.07.2019 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefahr

    Als LKW Chauffeurin in der Stadt Zürich ist es nur noch gefährlich. Man wird Links, Rechts Überholt, Ausgebremst und dann wenn was passiert sind die LKW fahrer wieder schuld

  • realistin am 07.07.2019 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selbstmordgefährdete

    Benutze selber so oft es geht das Velo, entw. als Fortbewegung von a nach b oder zum Sport treiben, aber immer bewusst. Ich lebe gerne! Wer bei rot über die Ampel fährt oder das Gefühl hat, die Strasse gehöre ihm alleine, der sollte, wie die Autofahrer auch, hart gebüsst werden. Bei einem Unfall mit einem Auto hat man kaum eine Chance und auch der andere wird in Mitleidenschaft gezogen oder ist gar traumatisiert! Beobachte oft dummes und aggressives Verhalten auch von Autofahrern gegenüber Velofahrern. Respekt und Anstand auf der Strasse ist ein Fremdwort geworden.

  • Andie am 08.07.2019 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abkürzer

    Vor allem liebe ich diejenigen, welche auf dem Gehweg den Kreisel umfahren und dann mit einem Sprung ab dem Trottoir vor die Stossstange wieder einspuren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris 51 am 08.07.2019 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus dem Herzen gesprochen

    Am meisten nerven die Ebikefahrer ohne Helm, die dich an Stellen überholen, wo sie normalerweise kein Brot hätten und man merkt, dass sie ihr Velo gar nicht richtig beherrschen. Prinzipiel finde ich es gut, wenn Velo gefahren wird, doch sollte man sein Verkehrsmittel beherschen. Ich fahre das ganze Jahr Velo, es ist mein alltägliches Transportmittel.

  • Velopolizei am 08.07.2019 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ????

    Und "normale" Velofahrer gibts wohl keine? Muss wohl ein Autofahrer geschrieben haben...

  • Andie am 08.07.2019 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abkürzer

    Vor allem liebe ich diejenigen, welche auf dem Gehweg den Kreisel umfahren und dann mit einem Sprung ab dem Trottoir vor die Stossstange wieder einspuren.

  • Alexander65 am 08.07.2019 00:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein herzliches Dankeschön...

    an die 20Minuten-Redaktion! :-))) Wurde langsam Zeit, die erwähnten Gepflogenheiten endlich einmal aufzulisten...

  • realistin am 07.07.2019 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selbstmordgefährdete

    Benutze selber so oft es geht das Velo, entw. als Fortbewegung von a nach b oder zum Sport treiben, aber immer bewusst. Ich lebe gerne! Wer bei rot über die Ampel fährt oder das Gefühl hat, die Strasse gehöre ihm alleine, der sollte, wie die Autofahrer auch, hart gebüsst werden. Bei einem Unfall mit einem Auto hat man kaum eine Chance und auch der andere wird in Mitleidenschaft gezogen oder ist gar traumatisiert! Beobachte oft dummes und aggressives Verhalten auch von Autofahrern gegenüber Velofahrern. Respekt und Anstand auf der Strasse ist ein Fremdwort geworden.