Ständeratswahlen

20. November 2011 13:49; Akt: 20.11.2011 19:13 Print

Adrian Amstutz ist nach Abwahl enttäuscht

Der Berner SVP-Ständerat Adrian Amstutz ist abgewählt. SP-Mann Hans Stöckli und Werner Luginbühl von der BDP schaffen den Einzug in die Kleine Kammer. CVP und FDP triumphieren im Tessin.

Bildstrecke im Grossformat »
Mit der Wahl von Pascale Bruderer eroberte die SP im Aargau erstmals nach über 60 Jahren einen Sitz im Ständerat. Die 34-jährige Bruderer erhielt 93'276 Stimmen und übersprang damit als einzige Kandidatin das absolute Mehr von 89'905 Stimmen. Wiedergewählt wurde im zweiten Wahlgang am 27. November 2011 Christine Egerszegi (FDP). Der Appenzell Ausserrhoder Ständerat Hans Altherr (FDP) ist klar wiedergewählt worden. Der 61-jährige Jurist Altherr, der ohne Gegenkandidat war, erhielt 14 672 Stimmen bei einem Absoluten Mehr von 8044 Stimmen. Ivo Bischofberger (CVP) wurde im Frühling bereits von der Landsgemeinde in Appenzell wiedergewählt. Anita Fetz vertritt den Kanton Basel-Stadt für eine weitere Amtsperiode im Ständerat. Die Sozialdemokratin, die der kleinen Kammer seit 2003 angehört, schaffte die Wiederwahl problemlos und liess ihre bürgerlichen Herausforderer weit hinter sich. Bei den Ständeratswahlen im Kanton Baselland hat der Bisherige Claude Janiak (SP) die Wiederwahl auf Anhieb geschafft. Der 53-jährige BDP-Politiker Werner Luginbühl hat die Wiederwahl in den Ständerat problemlos geschafft. Nach seinem eher unerwartet guten Abschneiden im ersten Wahlgang am 23. Oktober, galt der Berner Oberländer als Favorit für den zweiten Wahlgang und wurde mit Glanzresultat (216'685 Stimmen) gewählt. Als jahrelanger Stadtpräsident hat sich Hans Stöckli in Biel den Namen als Stadtvater erarbeitet. Am 20. November schafft er im zweiten Wahlgang im Kanton Bern überraschend den Einzug in den Ständerat vor SVP-Mann Adrian Amstutz. Die bisherigen Ständeräte Alain Berset (SP) und ... ... Urs Schwaller (CVP) wurden wiedergewählt. Linkes Duo bestätigt: Robert Cramer(Grüne) schaffte es in Genf erneut in den Ständerat. Auch Liliane Maury Pasquier wurde im ersten Wahlgang bestätigt. Die Glarner Vertretung im Ständerat bleibt unverändert: Die Bisherigen, This Jenny (SVP) und ... ... Pankraz Freitag (FDP), wurden erwartungsgemäss bestätigt. Finanzdirektor Martin Schmid beendet eine über 75 Jahre dauernde Durststrecke der Bündner FDP im Ständerat. Er gewinnt den Sitz auf Kosten der SVP. Der ehemalige Bündner Baudirektor Stefan Engler von der CVP zieht neu für Graubünden ins Stöckli ein. Die amtierenden jurassischen Ständeräte Claude Hêche (SP) und ... ... Anne Seydoux-Christe (CVP) schafften die Wiederwahl. Lagen im ersten Wahlgang vorne: Der langjährige FDP-Nationalrat Georges Theiler... ...und der Bisherige CVP-Ständerat Konrad Graber. Sie wurden jetzt in stiller Wahl gewählt. Die bisherigen Ständeräte Didier Berberat (SP) und ... ... und Raphaël Comte (FDP) schafften die Wiederwahl in den Ständerat. Das kleine Nidwalden verfügt sowohl im Nationalrat wie im Ständerat nur über je einen Sitz. Das Ständeratsmandat wurde in stillen Wahlen vergeben. Im Amt bestätigt wurde der 63-jährige Paul Niederberger von der CVP. Der Obwaldner Ständerat Hans Hess (FDP) hat die Wiederwahl problemlos geschafft. Karin Keller-Sutter (FDP) schaffte trotz starker Konkurrenz den Sprung in den Ständerat bereits im ersten Wahlgang. Wer den zweiten Sitz besetzt, muss ein zweiter Wahlgang am 27. November klären. Überraschend schaffte im zweiten Wahlgang am 27. November Paul Rechsteiner (SP) den Sprung ins Stöckli. Der bisherige Schaffhauser SVP-Ständerat Hannes Germann ist am Sonntag klar wieder gewählt worden. Von den übrigen vier Kandidaten erreichte keiner das absolute Mehr. Der parteilose «Vater der Abzockerinitiative» Thomas Minder macht das Rennen um den zweiten Sitz in Schaffhausen. Im zweiten Wahlgang setzt er sich problemlos durch. In Schwyz hat erst ein Ständeratskandidat im ersten Wahlgang das absolute Mehr erreicht: Der bisherige Alex Kuprecht von der SVP. Zum zweiten Wahlgang kommt es am 27. November. Im zweiten Wahlgang am 27. November erobert Peter Föhn den zweiten Sitz für die SVP. Der Solothurner SP-Ständerat Roberto Zanetti hat auf Anhieb die Wiederwahl geschafft. Der zweite Sitz wird erst am 4. Dezember besetzt. CVP-Mann Pirmin Bischof schafft im zweiten Wahlgang den Sprüng ins Stöckli. Er schlägt Kurt Fluri von der FDP klar mit 31'829 zu 23'440 Stimmen. CVP-Mann Filippo Lombardi wurde mit einem Stimmenanteil von 46.91 Prozent sein Mandat für eine vierte Legislatur verteidigen. Lombardi politisiert seit 1999 in der kleinen Kammer. Fabio Abate von der FDP heisst der zweite Tessiner im Ständerat. Abate gehörte seit 1999 dem Nationalrat an, kandidierte 2011 jedoch ausschliesslich für den Ständerat - und setzte sich gegen das ehemlige Politschwergewicht Franco Cavalli (SP) durch. Roland Eberle (SVP) ist im Kanton Thurgau im ersten Wahlgang in den Ständerat gewählt worden. Der ehemalige Regierungsrat und Bundesratskandidat holte 40'688 Stimmen bei einem Absoluten Mehr von 33'358 Stimmen. Brigitte Häberli-Koller von der CVP holt sich im zweiten Wahlgang den Sitz. Bei den Ständeratswahlen im Kanton Uri ist einzig der CVP-Kandidat und Regierungsrat Isidor Baumann im ersten Wahlgang gewählt worden. Zweiter Wahlgang am 27. November. Im zweiten Wahlgang am 27. November schaffte es dann auch der bisherige Markus Stadler (glp). Géraldine Savary (SP) wurde mit 78'263 Stimmen oder 55,62 Prozent Anteil im zweiten Wahlgang gewählt. Luc Recordon (Grünen) kam suf 71'686 Stimmen (50,95%) und schafft ebenfalls die Hürde für den Ständerat. Im Wallis verzichteten SP, SVP und FDP auf einen zweiten Wahlgang. Gewählt sind deshalb die beiden bisherigen CVP-Ständeräte Jean-René Fournier und ... ... sein Parteikollege René Imoberdorf. Die Zuger FDP hat ihren Sitz im Ständerat mit Gesundheitsdirektor Joachim Eder erfolgreich verteidigt. Der bisherige Zuger Ständerat, Peter Bieri (CVP), wurde problemlos bestätigt. Im zweiten Wahlgang, am 27. November 2011, schafften es die beiden bisherigen Verena Diener (glp) ... ... und Felix Gutzwiller (FDP) in den Ständerat. In den Kantonen Bern, Tessin, Waadt und Zürich erreichte kein Kandidat das absolute Mehr. In diesen Kantonen kam es jeweils zu einem zweiten Wahlgang.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Adrian Amstutz (SVP) vertritt den Kanton Bern nicht mehr im Ständerat. Das Stimmvolk wählte den Bisherigen Werner Luginbühl (BDP) und neu Hans Stöckli von der SP in das Gremium. Im Kanton Tessin bleibt es bei der Standesvertretung durch CVP und FDP.

Im Kanton Bern ist mit der Wahl Stöcklis der Zustand von 2007 wieder hergestellt. Amstutz hatte den durch die Wahl von Simonetta Sommaruga freigewordenen Ständeratssitz von der SP erobert. Er wurde im März für den Rest der letzten Legislatur in die kleine Kammer gewählt. Seinen Nationalratssitz für die neue Legislatur hat der SVP-Hardliner dank der besten Stimmenzahl im ganzen Kanton aber auf sicher.

BDP-Mann Luginbühl erzielte mit 216 685 Stimmen ein Glanzresultat. Der Nationalrat und ehemalige Bieler Stadtpräsident Stöckli kam auf 166 990 Stimmen. Amstutz landete auf dem dritten Platz mit 145 787 Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 46,8 Prozent. Für Stöckli rutscht Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät in die grosse Kammer nach.

«Alle gegen Amstutz»

Amstutz zeigte sich am Sonntag enttäuscht. Es sei für ihn im zweiten Wahlgang schwer gewesen, da die Devise «alle gegen Amstutz» gelautet habe.

Dass die SVP neben Amstutz auch BDP-Kandidat Werner Luginbühl zur Wahl empfahl, bereute Amstutz nicht. Mittel- und längerfristig brauche es einen bürgerlichen Schulterschluss.

Dass Amstutz künftig wieder im Nationalrat sitzt, hat Folgen für den Berner Jura. Der bernjurassier Jean-Pierre Graber (SVP) kann nun nicht in die Grosse Kammer nachrutschen. Damit ist diese Region seit 1848 erstmals nicht mehr im Nationalrat vertreten.

Mit dem zurückeroberten Sitz in Bern ist die SP bei den Ständeratswahlen auf der Gewinnerstrasse. Sie hatte mit Pascale Bruderer bereits im Kanton Aargau einen Sitz hinzugewonnen und verfügt damit über zwei Sitze mehr als Ende der abgelaufenen Legislatur.

Alles beim Alten im Tessin

Im Tessin bleibt die Vertretung parteipolitisch unverändert. Der Bisherige Filippo Lombardi (CVP) verteidigte mit einem Spitzenresultat von von 46,91 Prozent der Wählerstimmen sein Mandat für eine vierte Legislatur. Neu gewählt wurde Fabio Abate von der FDP. Mit 34,99 Prozent Wähleranteil sicherte er der FDP den von Dick Marty geräumten Sitz.

Der zweite Wahlgang im Südkanton hielt damit keine Überraschungen mehr bereit. Das Ergebnis hatte sich bereits nach der ersten Runde am 23. Oktober abgezeichnet.

Es war absehbar gewesen, dass Abate sich in einem Kopf-an-Kopf- Rennen behaupten muss. Tatsächlich lag der Kandidat der Sozialdemokraten, Franco Cavalli, mit 34,25 Prozent im zweiten Wahlgang nur knapp hinter Abate zurück. Bereits im Jahr 2007 war eine Ständerats-Kandidatur des ehemaligen Nationalrats und SP- Fraktionschefs Cavalli gescheitert.

Eine Niederlage musste auch Sergio Morisoli, der parteilose Kandidat der Lega und Tessiner SVP, einstecken. Mit 30,52 Prozent blieb er chancenlos auf dem vierten Platz. Der Einzelkämpfer Germano Mattei (MontagnaViva) bildete erwartungsgemäss dass Schlusslicht der Wahl.

Die Wahlbeteiligung beim zweiten Wahlgang lag bei 48,92 Prozent. Bei der ersten Runde am 23. Oktober hatten 53,33 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben.

(meg/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • spot(t)lite zh am 21.11.2011 01:36 Report Diesen Beitrag melden

    Amstutz

    Gut so, wieder einer von diesen unbelehrbaren Hardlinern weg vom Fenster. Wer nur dumme Sprüche, Hetzer-plakate und Demontage des Staates im Kopf hat und die Demokratie mittels viel Geld mit Füssen tritt, ist definitiv in der Regierung überflüssig. Hoffentlich werden Astutz noch viele andere folgen.

  • Peschä am 20.11.2011 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    Alle gegen SVP

    In letzter Zeit sind sich die Linken und die "Bürgerlichen" in einem Punkt merkwürdig einig. Hauptsache gegen die SVP. Die CVP und die BDP werden sich früher oder später entscheiden müssen, ob sie noch bürgerlich sind oder der rechte Flügel der SP.

    einklappen einklappen
  • Stephan am 20.11.2011 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Katastrophal

    Eine Zumutung, dieser Linksrutsch in der Schweiz! Ich könnte schreien. Die werden uns mit immer mehr Gesetzen, Steuern und Sozialstaat noch alle in den Ruin treiben. Siehe Deutschland.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Urs U. am 21.11.2011 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kopf hoch Herr Amstutz

    Kopf hoch Herr Amstutz! Es kommen wieder bessere Zeiten, ich hoffe baldigst, spätestens dann, wenn das Volk sieht, wohin die rot/grüne Politik führt. PS. Wenn Sie sehen wollen wie es in ein paar Jahren in Bern aussehen wird, dann fahren Sie doch mal nach Biel ............... Wer war doch da die letzten Jahre Stapi?

    • s.g.horren am 21.11.2011 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      biel

      wie wahr, wie wahr!!!!!

    • Zürcher am 22.11.2011 11:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Urs

      Hallo Urs. Alle nicht SVP Parteien sind also links/grün? Fahren Sie mal in die Stadt Zürich, dann sehen Sie wie links/grün geht

    einklappen einklappen
  • Hardliner am 21.11.2011 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlen müssen alle

    Eigentlich erstaunlich wie gross die Schadenfreude über die Abwahl von Herrn Amstutz ist. Alle möchte gern Sozis sollten sich auch der Gefahr bewusst sein wenn nur noch liebe und gute mit offenen Schleusen in Bern sitzen.

    • kein Linker am 21.11.2011 17:33 Report Diesen Beitrag melden

      Eben

      genau wenn man SVP nicht wählt ist man ein Sozis gell oder sagen wir doch gleich kein Schweizer! Und dann wundert Ihr euch noch warum Schadenfreude aufkommt!

    einklappen einklappen
  • Lynn am 21.11.2011 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Jammerschade, ich hätte Amstutz nur zu gern im Ständerat gesehen. Ihr werdet noch sehen, wohin uns die SP führt. Ich empfehle jedem einen Ausflug nach Biel und jeder kann sich seine eigene Meinung bilden.

  • Vera Vote am 21.11.2011 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Einer von den Guten

    Ab in den Bundesrat! ;)

  • B. Kerzenmacher am 21.11.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Amstutz

    ist also abgewählt. Na und, trotzdem bleibt er mit den meisten Stimmen im Kt. Bern gewählter Nationalrat. Und dass die SVP nach wie vor stärkste Partei ist und bleibt bzw. inzwischen auch die meisten Parlamentarier in den Kantonen stellt, schmerzt einige augenscheinlich enorm.

    • Samuel Locher am 21.11.2011 16:32 Report Diesen Beitrag melden

      Verständnisfrage...

      Naja, schön erwähnen Sie das jetzt, leider hat das niemand hier erwähnt, und auch im Artikel nicht! Des Weiteren bestreitet auch niemand, dass die SVP die stärkste Partei ist, das wissen alle... Deswegen darf man sich trotzdem über einen gewonnen Ständeratssitz freuen? Sie hätten das bei einer Wahl von Herrn Amstutz sicherlich auch getan...

    einklappen einklappen