26. April 2005 10:26; Akt: 26.04.2005 10:27 Print

Affäre Sabo: Bischof Koch gesprächsbereit

In der Auseinandersetzung um den aufmüpfigen Seelsorger Franz Sabo ist Bischof Kurt Koch zu Gesprächen mit der Kirchgemeinde Röschenz BL bereit.

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Dies hielt Roland B. Trauffer, Generalvikar des Bistums Basel, in einem Interview fest.

Kurt Koch habe sich in einem Brief zu Gesprächen mit der Pfarrei bereit erklärt, sagte Trauffer in einem am Dienstag erschienenen Interview mit dem «Tages-Anzeiger». Die Frage, ob Sabo den ihm entzogenen Kirchlichen Auftrag (Missio Canonica) zurückerhalten könnte, wollte Trauffer nicht beantworten.

«Ausserhalb des Auftrags»

Im Übrigen verteidigte Trauffer den Kurs des Bistums Basel gegenüber dem aufmüpfigen Seelsorger. Es sei zwar zu respektieren, dass sich ein Teil der Kirchgemeinde hinter den Seelsorger stelle und die Gründe für seine Entlassung nicht teile.

Sage ein Seelsorger aber dem Bischof, er brauche die Missio gar nicht, da die Mitglieder der Kirchgemeinde seine Auftraggeber seien, stelle er sich selber ausserhalb des Auftrags. Loyalität gegenüber dem Bischof sei jedoch Bedingung für die Anstellung in einer Kirchgemeinde.

In einer solchen Situation könne ein Bischof nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. «Nein, er muss klar zum Ausdruck bringen, dass der Seelsorger nicht mehr im Auftrag des Bischofs und des Bistums arbeitet», sagte Trauffer.

Gemeinde hinter Pfarradministrator

Die Kirchgemeindeversammlung von Röschenz stellte sich am 12. April hinter ihren beliebten Pfarradministrator und beschloss einstimmig, dass die von Bischof Kurt Koch angeordnete Kündigung von Pfarradministrator Sabo vorläufig nicht ausgesprochen wird. Die Abstimmung hatte jedoch lediglich konsultativen Charakter.

Am vergangenen Mittwoch traf ein Brief des Basler Bischofs in Röschenz ein. Zum Inhalt des Schreibens wolle sich die Gemeinde auf Wunsch Kurt Kochs nicht äussern, um das Gespräch mit dem Bistum nicht zu gefährden. Es gebe keinen anderen Weg zu einer Lösung als das Gespräch, sagte Kirchgemeindepräsident Holger Wahl.

(sda)