Protest gegen AKW Beznau

16. April 2015 09:37; Akt: 16.04.2015 10:46 Print

Aktivisten wehren sich gegen Strafbefehle

Im März 2014 haben Greenpeace-Aktivisten das AKW Beznau besetzt. 66 Personen wurden per Strafbefehl verurteilt. Jetzt geht das juristische Nachspiel in die nächste Runde.

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Das juristische Nachspiel der Protestaktion von Greenpeace-Aktivisten auf dem Gelände des Atomkraftwerks Beznau im März 2014 dauert an. Alle 66 Aktivisten haben Einsprachen gegen die von der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach AG ausgesprochenen Strafbefehle erhoben.

Das gab eine Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda bekannt. Per Strafbefehl waren 66 Aktivisten zu Geldstrafen in Höhe von 30 bis 70 Tagessätzen verurteilt worden. Die Strafen wurden bedingt und unbedingt ausgesprochen.

Axpo: Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung

Die AKW-Betreiberin Axpo hatte nach dem Protest auf dem Gelände einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung gestellt.

Die Aktivisten waren am 5. März 2014 kurz vor 7 Uhr mithilfe von Leitern widerrechtlich über den Absperrzaun ins AKW-Gelände eingedrungen. Einige bestiegen das Gebäude des Reaktors 2.

Transparente mit Aufschrift «The End»

Sie brachten am Sekundärcontainment und am Portalkran gelbe Transparente mit der Aufschrift «The End» an. Rund 40 Personen verliessen das Gelände nach Polizeikontrollen bis am Nachmittag.

Weitere Aktivisten, die sich zum Teil mehrere Meter über dem Boden angeseilt an Gebäuden und auf Dächern befunden hatten, stiegen am Nachmittag auf Anordnung der Polizei herunter.

Einige weigerten sich jedoch und wurden mit dem Kran eines Einsatzfahrzeugs der Betriebsfeuerwehr in der Höhe abgeholt und ohne Gewaltanwendung geborgen.

Strafanzeige gegen Unbekannt

Im November hatte auch die Atomaufsichtsbehörde ENSI bei der Bundesanwaltschaft eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Aktivisten sollen bei der Protestaktion Löcher in den Beton eines Reaktorgebäudes gebohrt haben.

Gemäss Kernenergiegesetz stehen Beschädigungen von Vorrichtungen in einer Kernanlage, die für die nukleare Sicherheit oder Sicherung wesentlich sind, unter Strafe.

(sda)