Klimademo am Paradeplatz

28. Oktober 2019 09:45; Akt: 28.10.2019 09:45 Print

Klima-Aktivistinnen waren 80 Tage im Gefängnis

Im Juli protestierten Klimaaktivisten vor der Credit Suisse am Paradeplatz. Die Polizei rückte aus, nun wurde das Strafmass bekanntgegeben.

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Im Juli wurden die Eingänge der Hauptsitze der Grossbanken UBS in Basel und Credit Suisse in Zürich von Klimaaktivisten besetzt. Die Demonstranten errichteten Sitzblockaden und versperrten die Zugänge teils mit Velos und Pflanzenkübeln. Laut Angaben der Demonstranten waren «mehrere hundert» Personen am Protest beteiligt. Die Demonstranten forderten vom Schweizer Finanzplatz den sofortigen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas, wie das Collective Climate Justice auf Twitter mitteilte. So sah die Demonstration in Basel aus. Neben Plakaten wurden auch ... Die Eingänge mit Ästen versperrt. Ausserdem wurden solche Flyer verteilt. In Zürich waren die Aktivisten schon früh vor Ort. «Schweizer Banken unterstützen mit Milliarden Projekte und Unternehmen, die für massenweise Umweltverschmutzung sorgen. Darum wollen wir hier ein Zeichen setzen», sagt einer der Aktivisten. Man wolle, dass die Banken die Finanzierung von «dreckigen Energien» sofort einstellen. Auch angekettete Velos dienten als Absperrung. Für die Blockade wurde Holz angeschleppt. Die Polizei stellte den Besetzern eine Frist. Bis 9 Uhr sollte der Eingang wieder geräumt sein. Viele der Aktivisten stammen aus dem Ausland. Geplant sei, die Aktion noch 48 Stunden weiterzuführen. Dies sollte in diversen Grossstädten Europas geschehen. «Kompostiert Kapitalismus» stand auf den Bannern. Die Aktivisten trugen weisse Schutzkleidung. Die Polizei war lange Zeit vor Ort. Es gab kein Durchkommen. Kurz nach 9 Uhr begann die Polizei damit, den Haupteingang der CS zu räumen. Aktivisten wurden abgeführt. Laut einem Beamten handle es sich bei der Besetzung um Nötigung und Hausfriedensbruch. Die Polizei im Anmarsch. Die Klima-Aktivisten wollten nicht von der Stelle weichen. Kurz vor Mittag wurde auch mit der Räumung des Seiteneingangs begonnen. Die Basler Polizei räumt kurz nach 14 Uhr das Gelände.

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Klimaaktivisten des Collective Climate Justice versperrten am 8. Juli dieses Jahres die Eingänge der Hauptsitze der Grossbanken Credit Suisse in Zürich und UBS in Basel. Sie errichteten Sitzblockaden und blockierten die Zugänge teils mit Velos und Pflanzenkübeln.

Die Polizei griff ein und verhaftete mehrere Aktivisten. Der «CH Media» liegen mittlerweile die verhängten Strafen vor. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat gegen 57 Erwachsene einen Strafbefehl erlassen wegen Nötigung und teilweise Hausfriedensbruchs. Neben den Verfahrenskosten von 800 Franken erhielten sie bedingte Geldstrafen von je 60 Tagessätzen.

80 Tage hinter Gittern

Fünf Personen sollen diesen Entscheid angefochten haben. Damit kommt es zu einem Gerichtsprozess. Wie die Oberstaatsanwaltschaft gegenüber der Zeitung sagt, wurden zwei Verfahren eingestellt, eines an einen anderen Kanton abgetreten und ein weiteres sei noch hängig.

Von den Demonstranten in Zürich trifft es zwei ausländische Vertreter von Greenpeace am härtesten. Zwei Frauen aus Deutschland landeten 80 Tage im Gefängnis und müssen rund 3140 Franken für die Verfahrenskosten zahlen.

Vorwürfe gegenüber den Banken

Von den verhafteten 19 Personen in Basel akzeptierte niemand das Verdikt. In nächster Zeit werden noch mehrere Dutzend weitere Strafbefehle wegen der Vorfälle bei der UBS erlassen. Dies sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel auf Anfrage der Zeitung.


Die Polizei in Basel räumt das Gelände.

Die Aktivisten protestierten gegen das finanzielle Engagement der Grossbanken zur Förderung von Kohle, Öl und Gas. Ein Aktivist sagte gegenüber 20 Minuten: «Schweizer Banken unterstützen mit Milliarden Projekte und Unternehmen, die für massenweise Umweltverschmutzung sorgen. Darum wollen wir hier ein Zeichen setzen.» Man wolle, dass die Banken die Finanzierung von «dreckigen Energien» sofort einstellten. «Sie ignorieren den Klimawandel völlig.»


(fss)