Integrierte Vorsorge

22. März 2012 10:28; Akt: 22.03.2012 11:55 Print

Alain Berset wirbt für Managed Care

Der Abstimmungskampf zu Managed Care ist lanciert. Gegen den Willen seiner Partei setzt sich Gesundheitsminister Berset für das «Erfolgsmodell» im Gesundheitswesen ein.

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Bundesrat Alain Berset spricht am 21. März an einer Medienkonferenz in Bern über Massnahmen im Bereich der Medikamente. (Bild: Keystone)

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Der Bundesrat empfiehlt dem Stimmvolk, am 17. Juni ein Ja zur integrierten Versorgung im Gesundheitswesen zu sagen. Gesundheitsminister Alain Berset hat am Donnerstag den Abstimmungskampf zu Managed Care eröffnet.

Mit der integrierten Versorgung könne die medizinische Grundversorgung nachhaltig gestärkt werden, schreibt das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) in einer Mitteilung. Managed Care sei seit Jahren vielerorts ein Erfolgsmodell.

Integrierte Versorgung heisst, dass sich Ärzte und Ärztinnen sowie weitere Gesundheitsfachleute zu Versorgungsnetzen zusammenschliessen und ihre Patientinnen und Patienten über die gesamte Behandlung hinweg begleiten.

Modell der Zukunft

Die Gesundheitsversorger schliessen mit Krankenversicherern Vereinbarungen ab, in denen sie die Kriterien und die Art der Qualitätssicherung, den Datenaustausch und die Abgeltung der Leistungen festlegen.

Die Versicherten profitierten von einer qualitativ hochstehenden, koordinierten Behandlung und tieferen Kosten, schreibt das EDI. Denn eine kohärente Behandlung «aus einer Hand» koste naturgemäss weniger. Deshalb seien Bundesrat und Parlament davon überzeugt, dass die integrierte Versorgung das Modell der Zukunft sei.

Umstrittener Selbstbehalt

Für Managed Care warb am Donnerstag auch die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK). Das Parlament hatte die Managed-Care-Vorlage in der letzten Herbstession gutgeheissen. Ärzte- und Gesundheitsorganisationen ergriffen aber das Referendum dagegen.

Unterstützt wird das Referendum auch von der SP. Bundesrat Alain Berset muss sich damit im Abstimmungskampf gegen seine Partei stellen.

Die Gegner kritisieren insbesondere, dass Patienten künftig einen Selbstbehalt von 15 Prozent bezahlen müssen, wenn sie sich nicht einem Managed-Care-Modell anschliessen. Nur wer sich anschliesst, soll wie heute einen Selbstbehalt von 10 Prozent bezahlen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto am 22.03.2012 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke!!

    verkaufen die wieder den Wolf im Schafspelz? ich habe kein Vertrauen in diese Politiker, wähle NEIN

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  • Gabriel am 22.03.2012 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bundesrat muss für Gerechtigkeit sorgen!

    unser gesundheitswesen hat überhaupt nichts mit gesundheit zu tun. das geld steht im zentrum, so genannte patienten sind die cash cows der pharma. wir beuten die kranken menschen aus und schlagen kapital aus dem leid. es ist eine schande das der staat das system sogar noch subventioniert mit prämienverbilligungen und dergleichen. der bundesrat soll ärzte, spitäler und pharmakonzerne in die pflicht nehmen. es braucht eine einheitliche krankenkasse , die prämien müssen an das einkommen angepasst werden und die löhne der ärzte gekürzt.

  • Senior am 22.03.2012 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ungerecht

    Sehe nicht ein, weshalb ich jahrelang Prämie für freie Arztwahl bezahlt habe bei einer Annahme mit einem höheren Eigenbehalt abgestraft werden soll. Deshalb ein klares "Nein".

Die neusten Leser-Kommentare

  • Robert am 22.03.2012 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    Mein "Managed Care" modell

    Managed care würde für mich bedeuten, dass ich zum Arzt gehe, zu dem den ich auslese und bei dem ich mich wohlfühle. Ich zahle keine Rechnung, alles ist sozial. Das Modell würde ich "Managed Care" bezeichnen. Alles andere ist nur aufwand ohne ende. Der Staat als einzige Kasse drückt die Preise, die Pharma kann aufhören uns alle immer zu melken. Obwohl sie sind nicht die einzigen, die probleme bereiten. Aerzte sind sich auch uneinig, und die vielen Krankenkassen nicht vergessen? 80 Administrationen weg, die nur kosten. Klar, diese Leute suchen sich was neues oder die guten können zum Staat...

  • Margarete. L. am 22.03.2012 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder eine versteckte Ptämienerhöhung

    Muss ich jetzt tatsächlich einen grösseren Weg (>15 km) auf mich nehmen, wenn ich eh schon krank bin. Managed care gibt es ja nur in grösseren Ortschaften. Ich freue mich schon auf die erhöhten Arztkosten.

  • Mario am 22.03.2012 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katastrophales Gesundheitswesen

    Ich habe gedacht, nach BR Burkhalter geht es endlich bergauf! Aber die Fahrt nach unten, welche Dreifuss begonnen hat geht weiter....

    • Robert am 22.03.2012 19:42 Report Diesen Beitrag melden

      Katastrophales Gesundheitswesen

      Eine Einheitskasse macht nur sinn. Es sollte sogar direkt ab dem Lohn genommen werden. Was solls denn, immer dieses gezanke, rauf, runter...

    • Martina am 22.03.2012 22:30 Report Diesen Beitrag melden

      Auf keinen Fall Einheitskasse

      Nur weil manche Leute (Raucher, zu dicke, zu dünne, Extremsportler...) nicht auf ihre Gesundheit achten wollen, will ich doch nicht mein hart verdientes Geld für deren Behandlung ausgeben. Fast alle anderen Abgaben sind schon einkommensabhängig, dann soll wenigstens das Krankenwesen nach dem Verursacherprinzip funktionieren. Und sowieso... Ein Unternehmen gibt sich nur solange Mühe, sich zu verbessern und günstig zu sein, solange es Konkurenz hat. Mit der Einheitskasse würde unser Gesundheitswesen ganz bestimmt nicht günstiger, sondern noch teurer und langsamer...

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  • Trudi am 22.03.2012 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Budgetverantwortung

    Der Begriff "Budgetverantwortung" wird von den Managed Care-Interessierten gerne heruntergespielt und verwedelt. Fragen Sie mal Ihren Hausarzt, wieviel mehr er verdient, wenn er Sie NICHT zu einer Spezialuntersuchung anmeldet...

  • Reto am 22.03.2012 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke!!

    verkaufen die wieder den Wolf im Schafspelz? ich habe kein Vertrauen in diese Politiker, wähle NEIN

    • Robert am 22.03.2012 19:43 Report Diesen Beitrag melden

      Re: Nein Danke

      Schade

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