Muslime in der Schweiz

27. Februar 2012 11:26; Akt: 27.02.2012 17:05 Print

Albanische Imame vereinigen sich

Die albanischen Imame in der Schweiz haben eine Union gegründet. Sie wollen moderaten Muslimen eine Stimme geben und religiösem Fanatismus entgegentreten.

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Die albanischen Imame der Schweiz haben sich zusammengeschlossen und eine Union gegründet. «Wir haben die Union nicht als Opposition zum Islamischen Zentralrat gegründet», sagte Präsident Rejhan Neziri in einem Interview, das am Montag in der Westschweizer Tageszeitung «Tribune de Genève» erschienen ist. Dennoch ist Neziri der Ansicht, Zentralratspräsident Nicolas Blancho vertrete die moderaten Muslime in der Schweiz nicht.

Während Blancho beispielsweise getrennte Schulen für Muslime propagiert, gibt sich Neziri differenzierter: In Kantonen, die Religionsunterricht an Schulen vorschreiben, spricht er sich für einen eigenen Unterricht für Muslime aus. «Im Allgemeinen sind wir aber völlig einverstanden mit dem Schweizer System, das Staat und Religion trennt.»

Auch in der Frage des Schleiers für Frauen zeigt sich Rejhan Neziri moderat. In der Schweiz wie auch im Kosovo trage die Mehrheit der muslimischen Frauen keinen Schleier, sagte er im Interview: «Niemand kann eine Frau dazu zwingen, ihn zu tragen oder abzulegen.»

Mit Extremismus befassen

Die Union der albanischen Imame ist am 22. Januar gegründet worden. Sie vereint 30 Imame aus allen Landesteilen. Gemäss eigenen Angaben will sie sich für die Rückkehr des Vertrauens in die Muslime einsetzen. Zudem will sie sich mit islamischem Extremismus und religiösem Fanatismus in der Schweiz befassen.

Unionspräsident Rejhan Neziri ist Imam der albanischen islamischen Gemeinschaft Neumond in Kreuzlingen TG. Im Interview mit dem albanischen Newsportal Albinfo.ch sagte er, extremistische Gefühle seien eine Realität, die nicht einfach übersehen werden könne.

«Wir sehen es als unsere Verantwortung, uns mit jeder Art von Äusserungen zu befassen, die als Anstiftung zu Extremismus oder Fanatismus verstanden werden könnte.» Dies gilt laut Neziri insbesondere für den religiösen islamischen Extremismus, «da der Islam diesen nicht nur nicht von uns verlangt, sondern dergleichen klar widerspricht».

(sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich frage mich schon länger wo die vernünftigen Stimmen bleiben. Endlich mal jemand oder eine Organisation welche sich für das Zusammenleben und die Modenisierung des Islam einsetzt. Man sollte solchen Leuten eine grössere Aufmerksamkeit (TV, Radio) schenken als diesen Extremisten und Anstiftern. – Paul Mori

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eric am 27.02.2012 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist mal ein Anfang

    Endlich hört man eine gemässigte Stimme der Muslime. Das hat viel zu lange gedauert. Allerdings möchte ich nun zuerst Taten sehen. Erst danach kann man sich dazu äussern.

  • Thomas Begler am 27.02.2012 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht, Bravo

    Islam, in dieser Form bist Du herzlich Willkommen. Gute Arbeit und viel Glück.

  • Markus H. am 27.02.2012 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Das ist der richtige Islam und nicht der der Medien von Terrorismus und Fanatikern! Gut so

Die neusten Leser-Kommentare

  • Carl am 27.02.2012 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst um den kleinen Finger wickeln usw

    Die Schweiz will und braucht solche Diskussionen überhaupt nicht - wem es in der Schweiz nicht passt soll in ein Land wo es genug Moscheen gibt.

  • Rebecca am 27.02.2012 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bleibe Misstrauisch

    Gibt schon mal einen schimmer Hoffnung. Ich als Frau bleibe aber "Skeptisch". Die Einwanderung ist imens. Was geschieht wenn sie mal "Stärker" sind.

  • Robert Mosimann am 27.02.2012 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Der intransparente Islam

    Ob sich diese neue Union in Zukunft so "lammfrom" gibt ist fraglich. Je mehr man dem Islam entgegenkommt desto mehr wollen sie. Die Islamversion der Schweizer-Konvertiten wie Blancho sind noch extremer, das muss einem zu denken geben. Grundsätzlich gibt es zwischen den einzelnen Islamorganisationen keine wesentliche Differenz. Für alle sind wir Christen ungläubige, weniger wert als Vieh, so steht es im Koran.

  • Peter, Bern am 27.02.2012 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gleich

    Jeden Tag wird im Namen des Islams irgendwo getötet, unerdrückt oder verfolgt. Ich habe noch nie von hiesigen Moslems eine klare Distanzierung von diesen Taten gehört. Wird jedoch in Literatur oder Kultur der Islam hinterfragt, wird laut und wüst protestiert. Gott ist eine Erfindung des Menschen, um seine Welt zu ordnen und Machtansprüche zu zementieren. Da sind sich alle Religionen tatsächlich gleich.

  • u.f. am 27.02.2012 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Das ist genau der richtige Weg!