Kanton Jura

07. November 2019 10:54; Akt: 07.11.2019 10:54 Print

Albino-Biberratten droht jetzt der Abschuss

Weisse Biberratten seien eine Plage, findet der Kanton Jura. Nun sollen die Tiere abgeschossen werden. Auch in der Deutschschweiz wurde die eingeschleppte Art schon gesichtet.

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Die weisse Nutria, eine bis zu 60 Zentimeter grosse und fünf bis neun Kilo schwere Biberratte, wurde vermehrt an den Ufern der Vendline im Jura beobachtet. Ursprünglich stammen die Tiere aus Südamerika. Doch die harmlos aussehenden Nager werden laut dem «Quotidien Jurassien» zum Problem: Sie würden einheimische Tierarten verdrängen und sich unkontrolliert vermehren, da sie hierzulande in der Natur keine Feinde hätten.

Laut Biberexperte Christof Angst sind die Nutrias bereits in der Deutschschweiz (siehe Bildstrecke) angekommen: «Sie kommen aus dem Elsass und Baden-Württemberg über Basel und den Rhein, ebenso über die Rhone bei Genf und den Po hoch in den Kanton Tessin.» Die aussergewöhnliche weisse Fellfarbe ist laut Angst der Pelztierzucht geschuldet. Gegenüber 20 Minuten sagt er, dass es scheinbar Albino-Ableger der natürlich braun vorkommenden Nutrias sind.

Zwanzig Biberratten erschossen

Wie Biologe Philippe Bassin gegenüber «24heures» sagt, richten die Nagetiere vor allem durch das Graben von Tunneln enorme Schäden an. Er selbst leitet auch die Fondation des Marais de Damphreux, die über sieben künstliche Teiche verfügt. Diese seien anfällig für die Nagetiere, da diese mit ihren Tunneln aus Erde und Lehm grosse Schäden anrichteten.

Um die Natur zu schützen will das Umweltamt (ENV) gemäss «Quotidien Jurassien» den Bestand nun regulieren: Sie sollen dezimiert werden. «Ungefähr zwanzig weisse Biberratten wurden gemäss Statistik im letzten Jahr in der gesamten Schweiz geschossen», so Amaury Boillat, Faunainspektor beim ENV.

Nutria soll sich an Beton die Zähne ausbeissen

Bassin findet dies den richtigen Weg. Auch hat der Biologe eine fiese Lösung, um seine Teiche vor den Nagetieren zu schützen. So würde er an den Staumauern einen Graben ausheben und diesen mit Beton aufgiessen. «Nutria und Bisamratte brechen sich dabei ihre Zähne ab», so Bassin.

Amaury Boillat beschwichtigt aber: «Im Moment sind die Winter in der Schweiz noch zu kalt und zu schneereich, als dass die Tiere sich hier permanent niederlassen könnten.» Die Klimaerwärmung könne dies jedoch ändern.

(juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DidiWeidmann am 07.11.2019 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Hier wären Bär, Wolf und Luchs gefragt!

    Um die Populationen solcher Schädlinge im Zaum zu halten, hätte die Natur die Raubtiere Bär, Wolf und Luchs vorgesehen! Leider hält sich das einzige nicht bedrohte Raubtier in der Schweiz für sehr weise (bezeichnet sich ja selbst als "sapiens") - würden wir die Natur machen lassen, dann würde diese das Gleichgewicht von selbst wieder herstellen!

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  • was ist Natur heute am 07.11.2019 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuviel häschele und bäschele

    Schöne neue Natur, wenn sie je nach dem nach unserem Geschmack verläuft... Alles andere muss Ausgemerzt weden. So wie in den Naturschutzgebieten niemand mehr ohne schlechtes Gewissen spazieren gehen darf, man stört ja Flora und Fauna. Aber dann mit dem Traktor das Schilf mähen! Wieso überhaupt mähen in einem Naturschutzgebiet? Bei den Nutria; beklagen wir nicht das der Wolf oder wahlweise Luchs, die Nutztierbestände dezimiert? Weil er offenbar keine oder nicht genug Wildtiere (die essen wir ja mitlerweile auch lieber selbst) findet die einer artgerechten Ernährung am nächsten kommt. Aber ja, wir wissen immer alles besser und müssen alles, aber auch das kleinste freie Fleckchen Erde noch regulieren, rächelen und zurecht stutzen.

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  • Eleisa am 07.11.2019 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Nicht die Albino Biberratte ist schuld sondern das Monster Mensch...alles was stört wird vernichtet. Das einzige was zählt ist Macht, Gier, Geld und Tod. Man findet immer ein Grund Tiere unter dem Deckname : Schutz der einheimischen Tierwelt zu töten. Der Mensch liebt das Blutvergiessen ob an andere Menschen oder Tier.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • F.h. am 07.11.2019 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe die Welt nicht mehr

    Gäbe es keine Ausdehnung der Lebensorte der Lebewesen, wäre der Mensch auch nur auf einem kleinen Fleckchen der Welt, (was meiner Meinung nach das Beste wäre). Wieso können Tiere sich nicht neue "Welten" erobern. Der Mensch ist zu egoistisch.

  • Landei am 07.11.2019 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ungleiche Massstäbe

    Auch Wölfe vermehren sich unkontrolliert, werden aber nicht abgeschossen. sie sind auch keine bedrohte Tierart, bedrohen aber Wild und Haustiere. Und nein, es gibt keinen wirklichen Schutz vor dem Wolf.

    • Mimmii am 07.11.2019 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Landei

      Wer schützt die Welt von uns Menschen?

    • Grosse Eier am 07.11.2019 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Landei

      ja ich trau mich wegen den vielen wölfen nicht mehr aus dem haus .... sind überall

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  • Lobotomie am 07.11.2019 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur mal so nachgedacht.

    Invasive Pflanzen und Tiere sind unerwünscht und werden bekämpft, weil die Überlebensstrategie Dieser den Einheimischen Arten meist überlegen ist. Sind diese "Invasiven" nicht auch unserer Zeit geschuldet?! Wer gibt uns das Recht gegen sie anzugehen, sie auszumerzen? Ist das der Heimatgedanke, der offensichtlich wichtiger ist als das fremdartige Leben? Und warum darf man diesen Heimatgedanken nicht auch an der Spitze der Nahrungskette ansetzen?

  • Einhornjäger am 07.11.2019 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Albino?

    Handelt es sich nun um ein Albino was etwas seltenes ist, oder handelt es sich um eine Züchtung der Peltzindustrie?

    • Dani B. am 07.11.2019 19:14 Report Diesen Beitrag melden

      beides

      eine Zuchtreihe, welche häufig Albinos hervorbringt

    • EmanuelX am 07.11.2019 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Einhornjäger

      Die wurden als Weisse , nebst den Braunen für die Pelzindustrie gezüchtet. Viele sind aus den Zuchtanlagen ausgebrochen oder wurden freigesetzt als die Fellnachfrage nachliess.

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  • Andy Seeland am 07.11.2019 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Invasive Art müssen weg

    Bei invasiven Arten sollte sehr früh eingeschritten werden. Die Tiere haben keine Feinde und nettes Futterangebot, beste Voraussetzung für tolle Vermehrung. Die Kommentare, ach die armen Tierchen, sind dabei nicht durchdacht. Schon heute haben invasive Pflanzen in Wäldern massiv Schäden angerichtet. Der eingeschleppte Amerikanische Flusskrebs, invasive Muschelarten etc. zerstören und dezimieren unsere heimischen Arten. Und wir sind dafür verantwortlich und müssen die Fehler nun korrigieren.

    • BELLA am 07.11.2019 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andy Seeland

      WARUM haben wir in der Schweiz wohl diese TOLLE VERMEHRUNG. WER fördert diese unglaubliche Ungleichheit. Ein Teil arbeitet und bezahlt und der andere Teil profitiert.... und viel Zeit für die tolle Vermehrung

    • Mimmii am 07.11.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andy Seeland

      Ja der liebe Mensch muss alles korrigieren. Was dabei raus kommt, sehen wir ja...

    • Nikolaus am 07.11.2019 19:27 Report Diesen Beitrag melden

      Aha.

      Es gibt auch invasive Arten auf 2 Beinen. Die werden nicht als Bedrohung gesehen, die werden mit Kusshand empfangen.

    • Badener am 07.11.2019 19:57 Report Diesen Beitrag melden

      Der BIEBER ist Ami?

      So kommts mir vor.Den BIEBER gabs schon bevor der Schweizer wusste das es ihn gibt.Er hat hier eine Daseinsberechtigung,deine anderen Beispiele sicher Nicht.

    • tomtom am 07.11.2019 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andy Seeland

      Auch bei der Spezies Mensch gibt es unkontrollierte Vermehrung. Wollen Sie die von Ihnen vorgeschlagenen Massnahmen auch da einsetzen? Bin kein Experte, jedoch vermute ich, dass oben genannte Spezies mehr Schaden verursacht, als eine Rattenart.

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