Flughafen Zürich

02. August 2018 05:52; Akt: 02.08.2018 09:06 Print

Hunderte Flugreisende warten auf ihr Gepäck

von Stefan Ehrbar - Wegen IT-Problemen in der Gepäcksortieranlage wurden Koffer nicht verladen. Nun müssen Mitarbeiter Extra-Schichten in der Nacht leisten.

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Natalie* flog am Montag mit der Airline Germania von Zürich nach Fuerteventura in die Ferien. Ihr Gepäck blieb aber in der Schweiz. «Ich weiss bis heute nicht, wann mein Koffer ankommt», sagt sie. «Am Flughafen von Fuerteventura mussten sich allein von meinem Flug 19 Personen beim Schalter melden, deren Gepäck nicht im Flugzeug war.» Vom Feriengeld mussten sich Natalie und ihr Freund Badezeug und Ersatzkleider kaufen. «Die Situation ist besonders schwierig, weil mein Freund Medikamente braucht, die im Koffer waren», sagt die 20-Minuten-Leserin.

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Natalie ist nicht die Einzige. Das zeigt ein Blick in soziale Medien, in denen sich die Beschwerden häufen. Für das Verladen des Gepäcks war im Fall von Natalie die Firma Swissport zuständig. Am Dienstag schrieb Swissport in einem Mail, das 20 Minuten vorliegt: «Wir haben circa 2000 gestrandete Gepäckstücke, die verarbeitet werden müssen.» Swissport entschuldige sich für die Unannehmlichkeiten, könne aber «leider auch nicht weiterhelfen» (siehe Bildstrecke).

IT-Probleme am Flughafen

Ihre Versuche, mit Swissport in Kontakt zu treten, seien fehlgeschlagen, weil die Hotline ständig überlastet sei, sagt Natalie. Ihre Airline wiederum, die Germania, werde erst nach fünf Tagen aktiv. Eine Germania-Sprecherin sagt auf Anfrage, es seien auch Passagiere anderer Airlines von diesem Problem betroffen. «Wir bedauern die für einzelne Passagiere entstandenen Unannehmlichkeiten.»

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Swissport-Sprecherin Nathalie Berchtold sagt, am 30. Juli sei es zu IT-Problemen in der Gepäcksortieranlage gekommen. Die Baggage-Tags der eingecheckten Gepäckstücke hätten in der Folge nicht automatisch, sondern nur manuell eingelesen werden können. «Mit vereinten Kräften haben die Flughafen Zürich AG und Swissport alles unternommen, um die Auswirkungen der IT-Panne zu minimieren.» 16 Flüge seien verspätet worden, um trotzdem möglichst viel Gepäck verladen zu können.

Zusätzliche Nachtschicht bei Swissport

Die Zahl der 2000 gestrandeten Koffer könne sie nicht bestätigen. Am Mittwoch seien noch rund 500 Gepäckstücke in der Gepäcksortierung abzuarbeiten gewesen. Swissport habe das Personal verstärkt. «Bis zu fünf Mitarbeiter leisten zudem in der Nacht auf Donnerstag Nachtschicht in der Gepäcksortierung», sagt Berchtold. Für den Donnerstag seien mehr Mitarbeiter aufgeboten worden, um die Gepäckstücke möglichst schnell an die Passagiere zustellen zu können.

Neben der IT-Panne seien auch die Wetterbedingungen vom vergangenen Wochenende ein Grund für den Rückstand, sagt Berchtold. Das bestätigt Swiss-Sprecherin Sonja Ptassek. 19 Swiss-Flüge von und nach Zürich wurden am Samstag gestrichen. «Daraus ergab sich unter anderem eine Anhäufung von Gepäckstücken bei unserem Partner Swissport, der die Zustellung des Gepäcks abwickelt», sagt sie.

Die Verzögerung sei mittlerweile fast wieder aufgeholt, es seien «nur noch ein paar hundert» Swiss-Kunden betroffen und auch diese sollten demnächst ihr Gepäck erhalten. «Swissport arbeitet mit Hochdruck an der Zustellung dieser Gepäckstücke», sagt Ptassek.

*Name geändert

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Firefighter118 am 02.08.2018 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medikamente

    Auch muss auch jeden Tag Medis nehmen. Aber wenn ich fliege hab ich mindestens einen Vorrat für 1 Woche bei mir im Handgepäck. Genau für solche Fälle. Übrigens dauern meine Ferien 2 Wochen, hab ich Medis für 4 Wochen dabei, man weiss ja nie. Also bitte mitdenken

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  • Claudia am 02.08.2018 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medis ins Handgepäck!

    ...die liebe Technik. Das kann halt einfach passieren und ist für alle ärgerlich. Aber: Medikamente gehören ins Handgepäck!! So viel muss jeder selber überlegen. Es kann immer mal ein Koffer verloren gehen.

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  • Sonja Schweizerin am 02.08.2018 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann passieren

    Medikamente gehören ins Handgepäck und die gekauften Kleider müssen auch nicht vom Feriengeld bezahlt werden, dafür kommt die Fluggesellschaft auf. Dass ein Koffer nicht ankommt kann immer mal passieren

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pia Zoss am 03.08.2018 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Handgepäck

    ...deshalb habe ich im handgepäck immer meine medis, badezeug, 2 t-shirts, hose oder kleid und schuhe = alles locker im gewichtsbereich. So könnte ich auch 1 woche "überleben". Kein weltuntergang!

  • Gerda am 03.08.2018 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gepäck nicht mitgereist

    Medikamente immer in handgepäck mitnehmen unbedingtGerda

  • Robert am 03.08.2018 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    Swissport Schlagzeilen?!?

    irgendwie reissen die badnews von Swissport nicht ab oder täuscht das?

    • John am 03.08.2018 07:46 Report Diesen Beitrag melden

      Das täuscht

      Ja das täuscht. Oder meinst du Swisscom :)

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  • myrthe am 02.08.2018 23:54 Report Diesen Beitrag melden

    Handgepäck- Medikamente

    Wichtige Medikamente gehören immer ins Handgepäck. Auch nimmt man wichtige Medikamente für bis zu 3 Tage nachdem geplanten Rückflug mit. Es kann mal vorkommem dass man am Flughafen strandet und erst viel später zurück fliegen kann.

  • Daniela Holliger am 02.08.2018 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Traveller

    Medikamente gehören immer ins Handgepäck, nicht in den Koffer. Macht das Beste aus euren Ferien, es gibt schlimmeres auf dieser Erde!