«Sehr überrascht»

09. Dezember 2015 15:39; Akt: 09.12.2015 15:39 Print

Angeklagter Imam ist Firmeninhaber

Neue Details im Fall eines angeklagten Irakers, der als mutmasslicher IS-Anhänger in Schweizer Moscheen predigte, rufen die Behörden auf den Plan.

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In diesem Haus in Beringen SH lebte einer der vier Terror-Verdächtigen der von der Bundesanwaltschaft angeklagten mutmasslichen Schweizer IS-Zelle. (Bild: 20 Minuten/ann)

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Der Fall gab zu reden: Laut einem Bericht von «10vor10» von vergangener Woche ist ein 34-jähriger Iraker, Mitglied der mutmasslichen Schweizer IS-Zelle, noch immer auf freiem Fuss – und hält als Imam weiterhin Reden in verschiedenen Moscheen in der Schweiz. Dies obwohl er zu einer Gruppe von IS-Sympathisanten gehöre, gegen die die Bundesanwaltschaft wegen Terrorverdachts ermittelt. Drei Männer sind nach wie vor in Untersuchungshaft, der 34-Jährige nicht.

Nun sorgen weitere Erkenntnisse für Wirbel – mit dem Mann setzt sich heute der Nidwalder Regierungsrat auseinander. Der Mann lebt als vorläufig aufgenommener Ausländer im Kanton Nidwalden, wie der «Bote der Urschweiz» am Mittwoch berichtet. Er sei in diversen sozialen Einrichtungen nie negativ aufgefallen, habe sich immer an die Hausordnung gehalten. Umso grösser nun der Schock: «Wir wurden sehr überrascht. Ich bin nicht erfreut, dass wir Personen mit mutmasslich extremistischer Gesinnung bei uns beherbergen müssen», so die Nidwaldner Regierungsrätin Yvonne von Deschwanden, die aus den Medien vom Fall erfahren hat.

Angeklagter gründete eine Transportfirma

Der Regierungsrat habe sofort reagiert und vom Bund mehr Informationen eingefordert. Das Thema werde im Regierungsrat besprochen. Die Krienser SVP hat, wie 20 Minuten am Mittwoch berichtet hat, in einer Motion gefragt, ob den Behörden bekannt gewesen sei, dass es Personen mit Verdacht auf Kontakten zur IS-Terrorszene in der lokalen Moschee gab, ob weitere solche Personen im Kanton vermutet würden und ob die Moschee nun geschlossen werde.

Wie der «Bote der Urschweiz» weiter berichtet, hat der Angeklagte am 20. Mai 2015 ein Einzelunternehmen mit Sitz in Hergiswil gegründet. Firmenzweck: «PKW-Transporte innerhalb der Schweiz». Vorläufig aufgenommene Personen dürfen ohne Einschränkung einer Erwerbstätigkeit nachgehen und Einzelunternehmen gründen – ob die Firma jedoch aktiv ist, sei nicht bekannt.

(20M)