Aktion gegen Rassismus

15. September 2015 08:25; Akt: 15.09.2015 08:53 Print

Anti-Neonazi-Song soll in die Schweizer Charts

von R. Neumann - Die «Aktion Tubel Trophy» verfolgt zwei Ziele: Den Baby-Jail-Hit gegen Rassismus wieder in die Charts hieven und damit Flüchtlingen helfen.

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Baby Jail im Jahr 2014: Ihr Song von 1992 hat nichts an Aktualität eingebüsst. (Bild: Thomas Haldimann)

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«Es isch emal en Tubel gsi, e richtig miesi Fläsche, dä hät gmeint, e helli Huut, das seg e Frag vom Wäsche» – so beginnt das Lied «Tubel Trophy» der Zürcher Band Baby Jail, das sich gegen Rassismus wendet. 1992 war das Lied ein Hit in der Schweiz und damals auf Platz 7 der Charts zu finden. Nun soll es wiederbelebt werden.

Die Idee stammt aus Deutschland: Dort wurde die «Aktion Arschloch» durchgeführt, bei dem das Lied «Schrei nach Liebe» von den Ärzten in Deutschland innert weniger Tage an die Spitze der Charts stürmte – in der Schweiz reichte es diese Woche zu Platz 6.

Erlöse an wohltätige Organisation

David Schlatter (39) aus Basel will die Aktion für die Schweiz kopieren: «Auch hier ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz zu setzen, wäre schön.» Die Idee ist simpel: So viele Menschen wie möglich sollen den Song «Tubel Trophy» von Baby Jail downloaden und den Song so an die Spitze der Schweizer Charts hieven. Die Erlöse sollen einer Organisation im Flüchtlingsbereich zugutekommen.

Das Problem in der Schweiz: Der Song aus dem Jahr 1992 ist derzeit nicht auf den üblichen Plattformen erhältlich. Baby Jail habe aber grünes Licht gegeben, sagt Schlatter. «Nun kümmern wir uns darum, die ­‹Tubel Trophy› so schnell wie möglich auf iTunes, Google Play und die anderen Plattformen zu stellen.» Das müsse möglichst schnell geschehen.

Umsetzung noch unklar

Mittlerweile hat sich eine kleine Gruppe von Mitstreitern um Schlatter geschart, die der «Aktion Tubel Trophy» zum Erfolg verhelfen will. Die Motivation dahinter: «Der Song ist so aktuell wie vor 23 Jahren», sagt Schlatter. «Damit soll dem politischen Geschrei in der Schweiz, das von einer gewissen Partei veranstaltet wird, etwas entgegengesetzt werden.»

Ob die Aktion gelingt, ist noch unklar – Boni Koller von Baby Jail, der das Lied geschrieben hat, äussert sich vorsichtig. «Wir als Band wollen nicht als Trittbrettfahrer gelten, die die ‹Aktion Arschloch› kopieren. Aber wenn die Leute finden, dass es sich eignet, um ein Zeichen in dieser politisch vergifteten Atmosphäre zu setzen, haben wir natürlich nichts dagegen.»

«Song hat nichts an Aktualität eingebüsst»

Er sei unsicher, ob die Aktion so einfach umsetzbar sei, wie sich das die Initianten vorstellten – da nicht hundert Prozent der Rechte in ihrem Besitz seien. «Wir haben unser Einverständnis gegeben, verzichten also auf mögliche Einnahmen, aber es braucht auch noch die Zustimmung der Plattenfirma», sagt Koller.

Der Song habe aber auch aus seiner Sicht, 23 Jahre nach seiner Entstehung, leider nichts an Aktualität eingebüsst. Das Lied sei nach der 700-Jahr-Feier 1991 entstanden, als Neonazis zum ersten Mal aufs Rütli marschiert waren.

Boni Koller: «Ich wollte damals bewusst keine plumpe Hau-die-Nazis-Botschaft vermitteln, sondern mich über diese Denkweise lustig machen. Das ist uns gelungen – ich denke, die meisten Schweizer haben den Song schon mal gehört und finden ihn entweder gut oder saudoof.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joe am 15.09.2015 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?!

    Ich weiss nicht was das jetzt bringen soll. Ist eine Person die nicht jubelt wegen dem Asylproblem rassistisch veranlagt. Ich denke nicht. Und jetzt einen Song darüber zu bringen finde ich polemisch.

  • n aus h am 15.09.2015 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht!

    Wir wissen, so glaube ich, alle, dass Rassismus nicht gut ist. Nur weil wir aber nicht unendlich freie Kapazitäten und Ressourcen haben, muss nicht gleich immer die Rassismus-Keule geschwungen werden! Ich habe die Trendy-CD zu Hause und finde sie nach wie vor gut. Aber bitte versaut mir das nicht wieder! Genau wie mit "Schrei nach Liebe" ... es verleidet mir immer mehr :(

  • Raudi am 15.09.2015 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Idee

    Ich höre mir den Song seit Jahren immer wieder an - aktuell natürlich ein wenig mehr als auch schon. Es ist ein wirkliches tolles Stück, welches nie verleidet. Sehr süffig zum hören inkl. Botschaft.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Joe am 15.09.2015 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?!

    Ich weiss nicht was das jetzt bringen soll. Ist eine Person die nicht jubelt wegen dem Asylproblem rassistisch veranlagt. Ich denke nicht. Und jetzt einen Song darüber zu bringen finde ich polemisch.

  • romeosail am 15.09.2015 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tubbel Trophy

    Klasse Song, was in der Schweiz selten produziert wird.

  • Raudi am 15.09.2015 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Idee

    Ich höre mir den Song seit Jahren immer wieder an - aktuell natürlich ein wenig mehr als auch schon. Es ist ein wirkliches tolles Stück, welches nie verleidet. Sehr süffig zum hören inkl. Botschaft.

  • n aus h am 15.09.2015 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht!

    Wir wissen, so glaube ich, alle, dass Rassismus nicht gut ist. Nur weil wir aber nicht unendlich freie Kapazitäten und Ressourcen haben, muss nicht gleich immer die Rassismus-Keule geschwungen werden! Ich habe die Trendy-CD zu Hause und finde sie nach wie vor gut. Aber bitte versaut mir das nicht wieder! Genau wie mit "Schrei nach Liebe" ... es verleidet mir immer mehr :(