Attacken

22. August 2014 21:03; Akt: 22.08.2014 21:08 Print

Antisemitismus soll vom Bund bekämpft werden

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle hat stark zugenommen. Der Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund fordert den Bundesrat auf, ein klares Zeichen dagegen zu setzen.

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Die antisemitischen Attacken auf jüdische Schweizer Bürger haben sprunghaft zugenommen. (Bild: Keystone)

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Allein im Juli wurden beim Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) mehr Fälle von Antisemitismus gemeldet als in den zwei Jahren zuvor, wie 20 Minuten vor einer Woche berichtete.

Nun fordert SIG-Präsident Herbert Winter den Bundesrat auf, ein klares Zeichen zu setzen und Massnahmen zu ergreifen. «Ich erwarte, dass der Staat die Prävention im Bereich Antisemitismus und Rassismus verstärkt», sagte Winter. Zudem müsse auch besser erfasst werden, wie häufig solche Vorfälle vorkommen.

Die meisten antisemitischen Vorfälle seien Mitte Juli, rund um die Pro-Palästina-Demonstrationen, registriert worden. «Jetzt aber wieder zur Tagesordnung überzugehen, nur weil die Welle – vorerst – etwas abgeebbt ist, wäre ein völlig falsches Signal», ist Winter überzeugt. «Wir bewegen uns auf dünnem Eis, und die nächsten Fälle kommen bestimmt.»

Im letzten Jahr ist es in der Deutschschweiz gemäss dem Antisemitismusbericht des SIG und der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus zu 22 antisemitischen Vorfällen gekommen. Äusserungen und Inhalte im Internet sind nicht eingerechnet. Beim grössten Teil der Vorfälle handelte es sich um Zuschriften per Post oder per Email. Körperliche Übergriffe wurden letztes Jahr keine registriert.

(sda)