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14. Februar 2019 05:46; Akt: 14.02.2019 05:46 Print

«Apex Legends» sorgt für Zoff in der Familie

von B. Zanni - Die «Fortnite»-Alternative «Apex Legends» ist erst ab 16 Jahren freigegeben. Konflikte seien vorprogrammiert, sagt ein Fachmann.

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Nur eine Woche nach dem Erscheinungsdatum hat «Apex Legends» bei den Spielern die 25-Millionen-Marke geknackt. Gameprofis handeln den neuen Battle-Royale-Shooter bereits als «Fortnite»-Killer. Einen Haken gibt es aber: Während die Altersempfehlung beim Vorgänger «Fortnite» 12 Jahre betrug, empfiehlt die Pegi-Altersbewertung «Apex Legends» erst ab 16 Jahren. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle USK in Deutschland setzt die Grenze sogar bei 18 Jahren.

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In die Kategorie der Games ab 16 Jahren fallen Spiele, in denen Gewalt oder Sexualität auf einer sehr glaubwürdigen und wirklichkeitsnahen Ebene stattfinden. Dirk Bosmans von Pegi sagt, dass im Spiel eine Reihe von modernen Militärwaffen wie Pistolen, Scharfschützengewehre, automatische Gewehre, Splittergranaten und Messer zum Einsatz kommen. «Erfolgreiche Treffer einer Schusswaffe schwächen den Charakter, was durch Blutspritzer und sinkende Lebenspunkte sichtbar wird.» Habe dessen Zustand einen kritischen Punkt erreicht, werde er unbeweglich, sterbe schlussendlich, komme wieder zu sich oder werde von einem Teammitglied wiederbelebt.

«Konflikte sind vorprogrammiert»

Michael In Albon, Jugendmedienschutz-Beauftragter von Swisscom, ist überzeugt: «Wenn ‹Apex› denselben Drive bekommt wie ‹Fortnite›, wird dies zu Konflikten zwischen Eltern und Kindern führen.» Die Altersgrenze liege nicht umsonst bei 16 Jahren. «Unter 16-Jährige dürfen keine gewaltverherrlichenden Inhalte zu sehen bekommen.» Sie könnten solche nicht oder schlechter verarbeiten. «Auch können sie nicht abschätzen, wie solche Inhalte sie beeinflussen.» Die meisten Eltern würden Mühe haben, dies den Kindern klarzumachen, wenn sie ihnen zuvor «Fortnite» erlaubt hätten.

Er rät Eltern, hart zu bleiben: «Es ist strafbar, wenn man seinem Kind Zugang zu nicht altersgerechten Spielen verschafft. Dafür reiche, dass Eltern von Klassenkameraden die Polizei informierten.

«Mein Vater kontrolliert meinen PC regelmässig»

Einige Schweizer Kinder sind aber bereits im «Apex»-Fieber. Auch Floran (11) möchte das Game nur allzu gern herunterladen, er will aber keinen Streit riskieren: «Mein Vater kontrolliert meinen PC regelmässig und würde mir ein solches Spiel nicht erlauben.» Doch seine Kollegen seien bereits ziemliche «Suchtis». Floran sagt, er beuge sich den Regeln seiner Eltern. «Man wird sonst nur schlecht in der Schule.»

Strikt gegen das Game sind auch die Eltern von David (11) und Ben (10). «Ich darf nicht einmal ‹Fortnite› spielen», klagt David. Weil er es wie all seine Freunde auch gern gespielt hätte, habe es manchmal zu Diskussionen mit den Eltern geführt. Mutter Simona (48) sagt: «Gewalttätige Spiele sind nicht gut für das Gehirn und machen aggressiv.» Um sicherzugehen, dass ihre Söhne keine solchen Games herunterladen, hätten deren Handys keinen Internetempfang. «Zudem dürfen sie pro Tag nur noch maximal 30 Minuten gamen. Der Kinderarzt hat gesagt, dass alles darüber schädlich sei.» Gegen Geschicklichkeitsspiele wie Happy Glass habe sie dagegen nichts einzuwenden. «Aber auch solche Spiele sollen meine Söhne mit Mass konsumieren.»

«Meine Eltern hindern mich nicht am Spielen»

Andere Eltern sind weniger streng. So spielt Arthik (15) zwei Stunden lang täglich «Apex Legends». «Dass es Blut hat, ist mir gar nicht aufgefallen», sagt er. Kollegen hätten ihn mit dem Spielen angesteckt. «Toll finde ich es, weil es so realitätsnah ist und die Charaktere verschiedene Eigenschaften haben.» Seine Eltern hätten kein Problem mit dem Game. «Sie finden, dass in dem Spiel ja nur Roboter vorkommen – das gibt es in der echten Welt ja nicht.»

Demnächst lade er sich das neue Erfolgsspiel herunter, sagt auch der 14-jährige Nick*. «‹Apex› ist noch realer als ‹Fortnite›. Die Waffen wirken echter und man kann mit Fäusten kämpfen.» All seine Kollegen spielten das Game. «Knallt man Menschen in einem Game ab, heisst das nicht, dass man es auch im echten Leben macht. Das machen nur psychisch Gestörte», sagt Ben. Seine Eltern hinderten ihn nicht am Spielen. «Sie wissen, dass ich zwischen der Game- und der echten Welt unterscheiden kann und haben mir darum bis jetzt noch kein Game verboten.»


* Name der Redaktion bekannt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ein Vater am 14.02.2019 06:03 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung

    Mit Kindern sind generell Konflikte vorprogrammiert - das nennt man Erziehung. Wer das nicht aushält, soll keine Kinder haben.

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  • peterlustig am 14.02.2019 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötiger Artikel

    Da versucht mal wieder eine gewisse Zeitung Diskussionsstoff zu schaffen wo eigentlich gar keiner ist.

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  • Jamaika Jamal am 14.02.2019 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht von den Kindern unter Druck setzen

    Reine Erziehungssache. Wenn man als Erzieher nein sagt soll auch nein bleiben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zefi am 15.02.2019 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Zocken als Saufen

    Die Eltern sollen sich mal entspannen. Lieber zockt der 14 Jährige Apex als mit andern Kindern iwo am Bahnhof rumzulungern. Zudem haben Zocker keine Zeit um Mist zu bauen oder sich zu besaufen :)

  • Neni am 15.02.2019 05:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schreckliche Zeiten!

    Ich sage dem nur noch Internet Müll .

  • Florian Meyer am 14.02.2019 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strafbar?

    "Es ist strafbar, wenn man seinem Kind Zugang zu nicht altersgerechten Spielen verschafft." Kann mir jemand dazu den Gesetzesartikel nennen?

    • T.S. am 14.02.2019 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Florian Meyer

      Gibt es nicht, da diese Aussage schlichtweg falsch ist.

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  • Nagene am 14.02.2019 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Fortnite ist doof

    Spiele selber Apex habe zuvor nie Fortnite gespielt finde Fortnite ziemlich doof. Spielt besser Csgo oder Pubg. (15 Jahre alt)

    • real life am 14.02.2019 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nagene

      ich finde fortnite doof und pubg und csgo. geht lieber raus spielen (29 jahre alt)

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  • Zockerkind am 14.02.2019 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nerd

    Gut wusste ich von den ganzen "schädlichen" Eigenheiten nicht und habe mein Leben von 9 bis heute knapp 30 mit "gamen" verbracht und das in rauen Mengen und mit dutzenden Shootern im eSport. Verheiratet, Berufsbegleitend studiert bis zum Master, GL Mitglied in einem KMU. Ich denke da kommt es deutlich mehr auf die Eltern und Erziehung an in allen Aspekten. Meine Eltern haben immer klare Grenzen gesetzt, aber mir nie was präventiv verboten. Aufklärung, zusammenleben statt Kontrolle und Verbote