Allergie

24. April 2018 11:01; Akt: 24.04.2018 11:02 Print

Diese App warnt schon im Voraus vor Pollen

Jeder fünfte Schweizer ist Pollenallergiker. Nun können Betroffene per App an einer Studie teilnehmen, um das Pollen-Frühwarnsystem zu verbessern.

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Schnupfen, Niesattacken, tränende Augen oder gar Asthma: Deutlicher als andere merken Pollenallergiker, dass der Frühling eingetroffen ist. Bei Heuschnupfen reagiert das Immunsystem auf die an sich harmlosen Eiweisse der Pollen und schüttet Histamin aus, das zu einer Entzündung der Bindehaut der Augen und der Nasenschleimhaut führt.

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Die Dermatologische Klinik des Universitätsspitals Zürich lanciert nun zusammen mit der Berner Fachhochschule und der Midata-Genossenschaft die grösste bisher gemachte Studie zur Pollenallergie in der Schweiz. Mit der App namens «Ally Science» sollen Betroffene ein Allergie-Tagebuch führen. Dank der anonymisierten Daten kann in Echtzeit mitverfolgt werden, wann und wo die Allergie-Symptome am schlimmsten sind.

Aggressiver in den Städten

«Rund 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung leidet unter Heuschnupfen», sagt Peter Schmid-Grendelmeier, Leiter der Allergiestation am Unispital Zürich. Die Zahl der Betroffenen steige konstant. «Vor allem in den Städten sind die Pollen aggressiver geworden.» Durch den Verkehr habe es immer mehr «Stress-Eiweiss» in den Pollen, die Allergien auslösen. «Pollen in der Stadt enthalten bis zu doppelt so viel solcher Eiweisse wie Pollen auf dem Land», sagt Schmid.

Weil die Schleimhäute gerade in den Städten durch den erhöhten Ozongehalt gereizt seien, spürten Stadtbewohner den Pollenflug viel stärker. Insbesondere ältere Menschen würden durch den Heuschnupfen immer stärker eingeschränkt. «Eine verstopfte Nase ist für einen 20-Jährigen vielleicht noch kein Problem, für einen 80-Jährigen schon eher», sagt Schmid. Mit der App-Studie könnten jetzt Wissenslücken in der Forschung geschlossen werden. «Das Ziel ist es, dank der via Studie gewonnenen Erkenntnisse Pollenfrühwarnsysteme, Beratungen und Therapien zu verbessern.»

Kontrolle über Daten

«Bisher ist nicht bekannt, in welchen Regionen die Symptome besonders häufig oder stark auftreten und durch welche Faktoren – also Pollenart, Feinstaub oder Wetter – sie beeinflusst werden», sagt Ruth Ellenberger, Projektleiterin bei Midata. «Die Studie des Unispitals Zürich will das ändern.»

Mit Midata habe der Nutzer die alleinige Kontrolle darüber, was mit seinen Daten geschieht. «Wir verkaufen keine Daten, das widerspricht unseren Statuten», sagt Ellenberger. Auch darum hofft sie auf möglichst viele Teilnehmer. «Wer bei diesem Projekt teilnimmt, kann die Allergie-Forschung einen grossen Schritt weiterbringen.»

(dk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Koni K. am 24.04.2018 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daten sammeln

    Aus technischer Sicht braucht eine solche App keine hinterlegten persönlichen Daten (Email-Adresse etc.), um die beschriebene Funktionalität zu ermöglichen. Da nützt auch kein Geschwafel von wegen Echtzeit und Mithilfe bei einer Studie. Dass diese App diesen Daten einfordert, zeigt, dass ein besonderes Interesse daran besteht. Bitte also nicht wieder jammern, wenn rauskommt, dass die Daten nicht ganz so anonymisiert behandelt wurden. Einfach naiv diese Welt. So! und jetzt steige ich wieder in Facebook und Instagramm ein und poste dort ein paar private Daten.

    einklappen einklappen
  • Max Vogel am 24.04.2018 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein nutzen

    Als ich sah das man sich Registrieren muss habe ich es wieder gelöscht.

  • Isabel am 24.04.2018 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Unfug

    Vorsuggerieren das am Tag X die Nase und Augen jucken usw. Plus noch Daten sammeln! Cool (Ironie)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Melissa am 26.04.2018 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Quatsch ....

    ZITAT: Na dann, PROST! Wer Heuschnupfen hat, sollte Gin trinken, END ZITAT. Dies wird nur dazu führen und diejenigen animieren, die schon ohne Alkohol nicht leben können, jetzt unter den Vorwand: Es ist wegen mein Pollenallergie., noch viel mehr Alkohol zu trinken.

  • Der Denker am 25.04.2018 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Was bringt mir so ein Frühwarnsystem? Ändert nichts daran, dass ich Heuschnupfen habe.

  • Toll am 25.04.2018 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus der Stadt

    Meidet die Städte und geht auf das Land? Ist dass das Resultat? WAU! Der absolute Bruner! Dann kann ich gleich die morgentlichen Staunachrichten hören.

  • m.h. am 25.04.2018 05:58 Report Diesen Beitrag melden

    Polen

    Ist auch wichtig sonst hben wir noch mehr Immigranten aus Polen. Schwerz bei Seite. Ich bin echt froh, dass ich noch nicht allergisch bin dagegen. Hoffe es bleibt so.

  • Pollenallergiker am 25.04.2018 05:07 Report Diesen Beitrag melden

    Noch nicht ganz durchdacht

    Eines dürfte ja klar sein. Eine echte Hilfe gegen die akuten Wirkungen ist die App nicht. Solange ich in den belasteten Gebieten leben muss, ist das verbreitete Wissen der App so aussagekräftig, wie, es regnet draussen.