Gruppe Giardino

30. April 2016 21:59; Akt: 30.04.2016 22:15 Print

Armee-Freunde wollen in die Politik

Die Gruppe Giardino kritisiert die grossen Parteien für ihre Armeepolitik und überlegt sich, nun gleich selbst das politische Parkett zu betreten.

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Bestand der Armee soll nicht halbiert werden: Rekruten der Panzergrenadiere Pz Gren Rekrutenschule springen adem Waffenplatz Bure aus einem Schuetzenpanzer. (Bild: Keystone/Martin Rütschi/Archivbild)

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Die armeefreundliche Gruppe Giardino prüft die Idee zur Gründung neuer politischer Gruppierungen in der Schweiz, die der zentralen Staatsaufgabe «Sicherheit» wieder zu gesteigerter Beachtung verhelfen sollen. Die Gruppe kritisiert, dass alle grossen Parteien die Halbierung der Armee unterstützen.

Das Parlament handle völlig verantwortungslos, wenn es ausgerechnet in der derzeitigen, sich stetig verschlechternden Sicherheitslage am 18. März 2016 beschlossen habe, den Bestand der Armee zu halbieren, in grossem Stil noch einsatzfähiges Armeematerial zu vernichten sowie zahlreiche militärisch wichtige Infrastrukturen und unterirdische Anlagen aufzugeben und zurückzubauen.

Kahlschlag bei den Infrastrukturen

Damit schwäche das Parlament nicht nur die Sicherheit der Schweiz, sondern vernichte gleichzeitig enorme Mengen an Steuergeldern. Der Kahlschlag bei den Infrastrukturen werde unwiederbringlich und später nicht mehr korrigierbar sein, warnt die Gruppe Giardino in einer Mitteilung im Anschluss an ihre Generalversammlung in Bern.

«Viele besorgte Bürger und Bürgerinnen nehmen diese verantwortungslose Abkehr von eigenen bürgerlichen Parteiprogrammen mit grosser Bestürzung zur Kenntnis und wenden sich von den Parteien ab. Die grossen Parteien lassen diese Leute einfach im Stich!», wird der Präsident der Gruppe, Willi Vollenweider, in der Mitteilung zitiert.

Wenn die grossen bürgerlichen Parteien bei der Halbierung der Armee nicht rasch zur Vernunft zurückfänden, würden sich neue politische Gruppierungen bilden. Diese würden sich der nun verwaisten und vernachlässigten Staatsaufgabe «Sicherheit» annehmen und die entstandene «Repräsentationslücke» ausfüllen.

Gruppe Giardino würde neue Bewegungen begrüssen

Die Gruppe Giardino begrüsse die Idee der Bildung solcher neuer politischer Bewegungen und hoffe, dass sie bei denn nächsten Wahlen antreten werden. Und mit der kommenden Volksabstimmung über die Halbierung der Armee eröffne sich eine einmalige Chance sich auf der politischen Bühne in der ganzen Schweiz markant in Szene zu setzen, heisst es.

Militärfreunde um die Gruppe Giardino haben das Referendum gegen die Weiterentwicklung der Armee ergriffen. Sie müssen bis zum 7. Juli mindestens 50'000 Unterschriften beibringen, damit das Stimmvolk über die Vorlage abstimmen kann.

(bee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • V.Oe am 30.04.2016 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Milizarmee = top

    Kein anderes Land wie die Schweiz hätte so gute Leute für eine Armee zur Verfügung. Sehr viele top ausgebildete Fachleute mit guten Ideen sind der beste Grundstein für eine taugliche Milizarmee. Leider sind der Armeestab u. die Berufsmilitärs nicht fähig, diese Ressourcen zu nutzen!! Durch diese arbeitsscheuen, untauglichen und konservativen Berufsmilitärs ist die Armee träge und veraltet. Als erstes sollten einmal div. Berufsmilitärs entlassen werden. Und als zweites sollte endlich mit diesem übertriebenen Reglement-Befolgen aufgehört werden. Ausserdem wäre es dringend nötig, die zahlreichen u. meist guten Ideen der Soldaten anzuhören und auch umzusetzen. Damit könnte man Geld sparen (bzw. mehr nutzen mit dem selben Budget) und müsste die Armee nicht halbieren. Gruss eines Wachtmeister der Fl-RS 81-1.

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  • Samir am 30.04.2016 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Militär

    Bin absolut dafür eine Starke Armee braucht die Schweiz. Ein Buget von 7,6 Miliarden wäre angemessen.

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  • Schnabias am 30.04.2016 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seltsam

    Scheint nach dem 'Rücktritt' des Armeechefs die zweite Ohrfeige für Parmelin zu sein. Haben wir den richtigen Verteidigungsminister oder ging es wirklich nur um einen ertäubeleten zweiten Bundesratssitz der SVP?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • secondo Tur am 02.05.2016 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen

    Die Armee endgültig abschaffen das wäre das beste für Schweiz. Für seine Neutralität und für die geopolitische Lage der Schweiz braucht es kein Armee. So mit wäre das Geld nicht aus dem Fenster geschmissen. Was nützt mir eine Armee wo während Büro Zeiten arbeitet.

  • Toni K. am 01.05.2016 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen

    Kommt mir bekannt vor , Nigel Farage sagt das auch in England . Sucht mal im YouTube Eu Armee gegen Russland und auch nach Nato und Geheimarmee.

  • Stefan am 01.05.2016 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ja bitte

    Meine Stimme habt Ihr auf jeden Fall!!

  • Matin am 01.05.2016 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Helvetic Brothers

    Das währe nichts für mich da würde ich mich lieber den Helvetic Brothers anschliessen. Die kümmern sich wenigstens ums Schweizer Volk.

  • Christian am 01.05.2016 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überdimensionierte Armee

    Da waren die Herren wohl so intensiv in WK's, dass der Alkohol die klaren Gedanken vernebelt. Die Schweizer Armee ist mit 100'000 Leuten gemessen an der Landesgrösse noch immer ein Riese! Andere Länder haben ihre Armeen kommen mit weniger Mann besser zurecht. Es braucht modernes Gerät und wenige, fähige Leute. Diese überdimensionierte Armee bietet nichts anderes als viel Kanonenfutter. Kompetenz ist schlicht nicht vorhanden. Man hält sich ja auch lieber an Folklore fest.

    • Walter Namenlos am 01.05.2016 19:07 Report Diesen Beitrag melden

      Nein zur Halbierung der Armee

      Nein, lieber Christian. Andere Armeen wie Finnland, Norwegen, Schweden usw. rüsten auf. Die Schweiz will ihre Armee halbieren. Grund: Aufgabe der Neutralität, Beitritt zur NATO. Dies ist verfassungswidrig.

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