Armeechef tritt zurück

04. April 2019 08:42; Akt: 04.04.2019 10:15 Print

«Der erste Arzt erkannte die Thrombose nicht»

Das Hüftgelenk zwingt den Chef der Armee, Philippe Rebord, überraschend zum Rücktritt. Er soll sein Amt auf Ende Jahr abgeben.

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Wegen Problemen mit dem Hüftgelenk hat Philippe Rebord bei Verteidigungsministerin Viola Amherd seinen Rücktritt eingereicht. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, will der 62-jährige Korpskommandant auf Ende Jahr sein Amt als Chef der Armee abgeben, ein Jahr früher als geplant. Das Verteidigungsdepartement (VBS) bestätigte entsprechende Recherchen der Zeitung.

Eigentlich wollte Amherd den Bundesrat und die Öffentlichkeit erst nächste Woche informieren. Nun soll es am Donnerstag eine ausserplanmässige Medienkonferenz geben.

Rebords Gesundheitszustand sorgte bereits vor einigen Wochen für Schlagzeilen. Über Weihnachten hatte er auf einem Ferienflug eine Venenthrombose im Bein erlitten, welche zu ernsthaften Komplikationen führte, wie der «Tages-Anzeiger» weiter schreibt. Diese Erkrankung hat er nun aber offenbar weitgehend überwunden. Zum Rücktritt führt nicht die Beinvene, sondern ein kaputtes Hüftgelenk.

Zwar könne Rebord arbeiten, aber das Stehen und Gehen sei ihm fast unmöglich, heisst es in seinem Umfeld.

Jahrzehnte lang in der Armee

Rebord ist seit über 30 Jahren Berufsmilitär. Nach dem Studium in Lausanne – Geschichte, Geographie und Französisch – trat er 1985 beim Instruktionskorps der Infanterie in die Armee ein. Nach einem Studienaufenthalt am Collège interarmées de défense in Paris wurde Rebord Stabschef der Generalstabsschulen und im Jahre 2000 Kommandant der Panzerabwehrschule in Chamblon VD.

2001 wurde er Projektleiter «Rekrutierung Armee XXI». Von 2004 bis 2008 war Rebord dann Kommandant Rekrutierung innerhalb des Personellen der Armee. Auf den 1. Januar 2009 ernannte ihn der Bundesrat zum Kommandanten der Infanteriebrigade 2 und beförderte ihn zum Brigadier. 2014 folgte die Beförderung zum Divisionär und die Ernennung zum Kommandant Höhere Kaderausbildung der Armee/Chef Stab Operative Schulung.

Weiterer Abgang

Praktisch gleichzeitig tritt auch Daniel Baumgartner vom Kommando Ausbildung zurück, das er erst seit gut einem Jahr führt. Dem Vernehmen nach hat Baumgartner selber um seine Versetzung gebeten. Im Gespräch ist für den 57-jährigen Korpskommandanten demnach offenbar der Posten des Verteidigungsattachés in Washington.

Damit verbleibt der Armee als einziger Korpskommandant der 60-jährige Aldo C. Schellenberg, der Kommandant Operationen sowie Stellvertreter des Armeechefs.

(bee/chk/sda)