Nach Dienstende

11. März 2011 13:00; Akt: 11.03.2011 13:15 Print

Armeewaffe behalten soll mehr kosten

von R. Nicolussi, Bern - Soldaten sollen ihr Sturmgewehr nach Dienstende nur zu marktüblichen Preisen übernehmen dürfen. Chantal Galladé (SP) hofft so auf weniger Missbräuche.

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Früher war es gratis. Heute verlangt die Armee von Soldaten, die ihr Sturmgewehr nach Erfüllugn ihrer Dienstpflicht behalten wollen, 100 Franken. Die Armeepistole kann für 30 Franken behalten werden. Nach wie vor viel zu wenig, findet SP-Nationalrätin Chantal Galladé. Für sie sind das «Discountpreise, die sich nicht rechtfertigen lassen». Deshalb lässt sie nun die Ankündigung wahr werden, die sie unmittelbar nach dem Abstimmungsresultat gemacht hatte.

In einer Motion fordert sie den Bundesrat auf, «den Erwerb der Ordonanzwaffen nicht länger zu subventionieren». Der Preis dürfe zumindest keinen Anreiz für spekulative Weiterverkäufe bilden, so die Sozialdemokratin. Genau dies sei derzeit aber der Fall. Laut Galladé würden viele ehemalige Armeeangehörige ihre Ordonanzwaffe erwerben, um sie später für mehrere Hundert Franken zu verkaufen. Ein neues Sturmgewehr kostet mehrere Tausend Franken.

Das günstige Überlassen der Armeewaffe sorge dafür, dass die Preise auf dem Waffenmarkt unter Druck gerieten. «Es kann aber nicht Sinn und Zweck von Bundessubventionen sein, solche Spekulationen zu erleichtern», findet die SP-Politikerin. Aus militärischer Sicht gebe es keinerlei Argumente, Personen, die der Armee nicht mehr angehörten, auf Kosten des Steuerzahlers weit unter den marktüblichen Kondidtionen mit Kriegswaffen auszurüsten, heisst es in der Motionsbegründung.

Weniger Armeewaffen auf dem Schwarzmarkt

Konkret wird der Bunderat aufgefordert, für die Überlassung von Armeewaffen einen marktüblichen Preis «unter Einschluss der Änderungskosten zu Lasten des Armeeangehörigen zu fordern». Die Änderungen braucht es, weil überlassene Sturmgewehre keine Seriefeuer-Funktion mehr haben dürfen. Galladé ist überzeugt, eine Annahme ihrer Motion trüge zu weniger Missbräuchen bei. Besonders das Risiko, dass Schweizer Armeewaffen auf dem Schwarzmarkt landeten, könne damit gesenkt werden.

Genau in die entgegengesetzte Richtung zielt ein Vorstoss, den Nationalrat Ulrich Schlüer noch in der laufenden Session einreichen will. Der Zürcher SVP-Politiker findet, die Armeewaffe sollte kostenlos und unter erleichterten Auflagen abgegeben werden. Gemäss derzeit gültiger Verordnung müssen ehemalige Angehörige der Armee bei der Übernahme der Armeewaffe mindestens sieben Jahre in der Armee eingeteilt gewesen sein, regelmässig an der obligatorischen Bundesübung und am Feldschiessen teilgenommen haben sowie im Besitz eines gültigen Waffenerwerbscheins sein.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hanspeter Waldner am 11.03.2011 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr geehrte Frau Galladé

    Langsam aber sicher habe ich Ihre politischen Eskapaden satt! Lassen Sie doch die Waffen und vorallem die Waffentragenden endlich in Ruhe. Die Waffen haben auch nicht Schuld daran, dass Sie Ihren Vorstoss mit der Waffenschutzinitiative nicht verwirklichen konnten. Akzeptieren Sie endlich den Willen des Volkes und die Demokratie in unserem Land oder ziehen Sie sich aus Ihrem politischen Amt zurück.

  • Pascal Wegweis am 12.03.2011 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nur 3% bekommen Waffe

    Vor einigen Wochen berichtete 20min, dass (im Kanton Zürich) nur 3% aller Wehrmänner die Waffe nach Hause nahmen; alle anderen wollten Sie entweder nicht oder sind an einer der Barrieren hängen geblieben (nicht 2 Obli+2 Feldschiessen in den letzten 3 Jahren, kein Waffenerwerbschein bereits an Abgabe mitgebracht etc.)

  • marcel thalmann am 12.03.2011 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    zum Schutz der Gesellschaft....

    ... kollektiver Massensuizid. Präventiv handeln. Der Ursprung vom Uebel ist der Mensch. Alternative zur Schusswaffe gibts die puren Hände, ein Seil, das Messer, ein Beil, das Auto, Hammer, Gifte, Nanopartikel, uvm. Der Meinsch ist auch nur ein Tier, obwohl millionen Tiere gemordet werden, gibts einen riesen Aufschrei, wenns einen aus der eigenen Gattung trifft. Falls es sowas wie "Seelenwanderung" gibt, die Menschenseele hatte keine Chance das Leben zu lernen, weil diese Seele als Tier das Leben nicht lernen konnte. - Peace-

Die neusten Leser-Kommentare

  • Maya Iseli, Kesswil am 13.03.2011 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Der Suverän hat entschieden

    und das gilt ob Ihr wollt oder eben nicht gerade für Euch Politiker! Ich habe Euch gewählt, damit Ihr meine Wünsche umsetzt und nicht Eure eigene Suppe kocht! Merkt Euch, dass es mich nicht interessiert, für welche Lobby Ihr einstehen müsst, sondern dass der Wille des Souveräns (also meiner) umgesetzt wird. Und zwar subito, so wie ich abgestimmt und gewonnen habe. Lasst das Bevormunden und tut endlich wofür ich Euch gewählt habe und immer noch bezahle!

  • Pascal Wegweis am 12.03.2011 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nur 3% bekommen Waffe

    Vor einigen Wochen berichtete 20min, dass (im Kanton Zürich) nur 3% aller Wehrmänner die Waffe nach Hause nahmen; alle anderen wollten Sie entweder nicht oder sind an einer der Barrieren hängen geblieben (nicht 2 Obli+2 Feldschiessen in den letzten 3 Jahren, kein Waffenerwerbschein bereits an Abgabe mitgebracht etc.)

  • B. Kerzenmacher am 12.03.2011 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Wieso auch noch bezahlen? Reicht es etwa nicht wenn der Wehrmann seine kostbare Zeit schon im Dienst verschwendet?

  • marcel thalmann am 12.03.2011 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    zum Schutz der Gesellschaft....

    ... kollektiver Massensuizid. Präventiv handeln. Der Ursprung vom Uebel ist der Mensch. Alternative zur Schusswaffe gibts die puren Hände, ein Seil, das Messer, ein Beil, das Auto, Hammer, Gifte, Nanopartikel, uvm. Der Meinsch ist auch nur ein Tier, obwohl millionen Tiere gemordet werden, gibts einen riesen Aufschrei, wenns einen aus der eigenen Gattung trifft. Falls es sowas wie "Seelenwanderung" gibt, die Menschenseele hatte keine Chance das Leben zu lernen, weil diese Seele als Tier das Leben nicht lernen konnte. - Peace-

  • Beobachter am 12.03.2011 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Immer das Gleiche

    Weshalb können nach Abstimmungen die sogenannten 'Verlierer' das Resultat nicht hinnnehmen? Es spielt keine Rolle ob links oder rechts, immer wird nachher wieder gemurrt.