Waffenschutz-Initiative

13. Februar 2011 15:02; Akt: 08.03.2012 10:53 Print

Armeewaffen dürfen weiterhin mit nach Hause

56,3 Prozent der Stimmbürger haben bei der Waffenschutz-Initiative ein Nein eingelegt. Nur Zürich, Basel-Stadt und vier Westschweizer Kantone sagen Ja.

Waffen-Initiative

Die Volksinitiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» verlangt, dass Armeewaffen neu im Zeughaus deponiert werden müssen und sämtliche Feuerwaffen zentral beim Bund statt in den Kantonen registriert werden. Zudem fordert die Initiative einen Bedarfs- und Fähigkeitsnachweis für den Umgang mit Feuerwaffen und Munition.
Die Initiative ist am Volk- und Ständemehr gescheitert.
Ja
 43.69 %
Nein
 56.31 %
Stimmbeteiligung: 48.54 Prozent
Ja: 1082396
Nein: 1395119
Kantone offen: 0
Ja: 6
Nein: 20
Aargau
Einwohner: 612600
Ja
 38.57 %
Nein
 61.43 %
Appenzell Ausserrhoden
Einwohner: 53100
Ja
 37.77 %
Nein
 62.23 %
Appenzell Innerrhoden
Einwohner: 15700
Ja
 27.68 %
Nein
 72.32 %
Bern
Einwohner: 979800
Ja
 40.62 %
Nein
 59.38 %
Basel-Landschaft
Einwohner: 274500
Ja
 45.19 %
Nein
 54.81 %
Basel-Stadt
Einwohner: 185000
Ja
 58.92 %
Nein
 41.08 %
Freiburg
Einwohner: 278500
Ja
 41.14 %
Nein
 58.86 %
Genf
Einwohner: 457800
Ja
 61.05 %
Nein
 38.95 %
Glarus
Einwohner: 38600
Ja
 30.18 %
Nein
 69.82 %
Graubünden
Einwohner: 192600
Ja
 35.00 %
Nein
 65.00 %
Jura
Einwohner: 70100
Ja
 52.02 %
Nein
 47.98 %
Luzern
Einwohner: 377600
Ja
 39.93 %
Nein
 60.07 %
Neuenburg
Einwohner: 172100
Ja
 53.20 %
Nein
 46.80 %
Nidwalden
Einwohner: 41100
Ja
 31.23 %
Nein
 68.77 %
Obwalden
Einwohner: 35600
Ja
 28.14 %
Nein
 71.86 %
St.Gallen
Einwohner: 478900
Ja
 39.17 %
Nein
 60.83 %
Schaffhausen
Einwohner: 76400
Ja
 38.95 %
Nein
 61.05 %
Solothurn
Einwohner: 255300
Ja
 35.03 %
Nein
 64.97 %
Schwyz
Einwohner: 146700
Ja
 29.14 %
Nein
 70.86 %
Thurgau
Einwohner: 248500
Ja
 34.53 %
Nein
 65.47 %
Tessin
Einwohner: 333800
Ja
 36.52 %
Nein
 63.48 %
Uri
Einwohner: 35400
Ja
 29.39 %
Nein
 70.61 %
Waadt
Einwohner: 713300
Ja
 53.70 %
Nein
 46.30 %
Wallis
Einwohner: 312700
Ja
 38.06 %
Nein
 61.94 %
Zug
Einwohner: 113100
Ja
 42.81 %
Nein
 57.19 %
Zürich
Einwohner: 1373100
Ja
 50.37 %
Nein
 49.63 %

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1 395 806 oder 56,3 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sagten Nein. Nur 1 083 161 Stimmberechtigte oder 43,7 Prozent legten bei einer vergleichsweise hohen Stimmbeteiligung von über 49 Prozent ein Ja in die Urne.

Befürwortet wurde die Initiative einzig in den vier Westschweizer Kantonen Genf, Neuenburg, Waadt und Jura sowie in den städtisch geprägten Deutschschweizer Kantonen Basel-Stadt und Zürich.

Alle anderen Kantone folgten den Argumenten von Bundesrat und Parlament, welche die Initiative bekämpften. Die heutigen gesetzlichen Grundlagen zum Schutz der Bevölkerung vor Waffenmissbrauch reichen ihrer Meinung nach aus.

Rösti- und Stadt-Land-Graben

Am deutlichsten war die Ablehnung im Kanton Appenzell Innerrhoden mit einem Nein-Anteil von etwas mehr als 72 Prozent. Mit Ausnahme von Basel-Stadt und Zürich lehnten die anderen Deutschschweizer Kantone die Initiative mit Nein-Anteilen von mehr als 54 Prozent ab. Das Tessin lehnte mit 63,5 Prozent ab. Vergleichsweise knapp war das Nein im Kanton Basel-Landschaft (54,8 Prozent).

Das beste Resultat erzielte die von SP, Grünen, Grünliberalen, EVP, CVP Frauen, GSoA, Frauenverbänden, Kirchen und Ärzte- und Polizeiverbänden unterstützte Initiative im welschen Stadtkanton Genf, wo 61 Prozent der Stimmberechtigten Ja sagten.

Dahinter folgen Basel-Stadt mit knapp 59 Prozent sowie die Kantone Jura, Waadt und Neuenburg mit Zustimmungsraten zwischen 52 und 53 Prozent. Der Kanton Zürich sagte mit 50,37 Prozent knapp Ja.

In der Westschweiz lehnten nur die zweisprachigen und ländlich geprägten Kantone Freiburg (59 Prozent Nein) und Wallis (62 Prozent Nein) die Initiative ab. Hätten die welschen Kantone alleine abgestimmt, wäre die Initiative knapp angenommen worden.

Linke mit Niederlage ins Wahljahr

Mit dem Nein zur Waffenschutzinitiative steigen die linken Parteien mit einer Abstimmungsniederlage ins Wahljahr 2011. Ihr Argument verfing nicht, dass dank strengerem Waffenrecht die Zahl der mit einer Schusswaffe begangenen Suizide und Tötungsdelikte gesenkt werden könnte.

Unter anderem wollten sie die Armeewaffen in der dienstfreien Zeit ins Zeughaus verbannen. Ausserdem sollte der Zugang zu Waffen insgesamt erschwert werden. Käufer und Besitzer von Feuerwaffen sollten zudem ihren Bedarf nachweisen und belegen, dass sie fähig sind, eine Waffe zu besitzen. Die Initiative verlangte zudem die Registrierung aller Waffen in einem zentralen Register.

Für die bürgerlichen Parteien wäre dies einer «Entwaffnung von unbescholtenen, verantwortungsbewussten Bürgerinnen und Bürgern» gleichgekommen. Die Bevölkerung werde damit schutzlos den Kriminellen ausgeliefert, argumentierten sie. Zudem taten sie den Zusammenhang zwischen Waffenbesitz und Häufigkeit von Tötungsdelikten und Suiziden als Spekulation ab.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ueli am 14.02.2011 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    nein zu allem was uns einschränkt

    ich stimme NUR noch nein. überall dort, wo ich das gefühl habe, es wird uns wieder etwas verboten. einfach prinzipiell stimme ich dagegen, ob links, mitte oder rechts. ist mir egal. nein zu teurer vignette wäre auch was. nein zu eu.

  • Andi Wyss am 13.02.2011 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    TJa...

    Es darf in einer Demokratie nicht um Gewinnen und Verlieren gehen. Es geht um das Gemeinsame. Wenn wir es langfristig nicht schaffen einen Konsens zu finden, einen Mittelweg, dann wird dies zu einer Diktatur der Mehrheit führen (was ja genau nicht demokratisch ist). Anstatt soviel Kraft in eine wenig bedeutende Initiative zu stecken, sollten wir vielmehr darüber sprechen, wie wir unsere Demokratie ausbauen können und noch mehr Mitsprache möglich ist. Es ist vielleicht an der Zeit, sich wieder mal mit den grossen Vordenkern der Demokratie auseinanderzusetzten (z.B. Rousseau)

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  • Peschä am 13.02.2011 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen werden nicht durch Waffen bedroht

    sondern durch miese Typen - ob die jetzt eine Waffe haben oder nicht. Eignungsprüfungen für Rekruten sind sinnvoll. Die Taschenmunition gehört aber zum Soldaten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PATRICK am 22.02.2011 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortungsbewusstsein bitte!

    Est wirklich an der Zeit dass unsere Politiker, und vor allem die Linken, die Bevölkerung nicht als Findelkinder und bescheuerte Individuen ansehen.Unser Land hat eine Geschichte mit Verantwortungbewustsein.

    • Schweizer am 24.02.2011 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      Genau getroffen!

      Sehr schön gesagt!

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  • Urs Schöner am 18.02.2011 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja

    Das war einmal mehr Irreführung der Bevölkerung durch die Medien. Gemäss den schweizer Medien sollte die grüne Farbe in der Grafik weitaus mehr vertreten sein.

  • Marc am 18.02.2011 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Abgabe von Waffen

    Schon gemerkt, dass jeder seine Waffe freiwillig im Zeughaus abgeben kann? - Ist ja nicht so das die zuhause bleiben muss.

    • marc am 19.02.2011 12:23 Report Diesen Beitrag melden

      nein.............

      jetzt mag ich auch nicht mehr.

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  • Rolf am 17.02.2011 21:58 Report Diesen Beitrag melden

    Abtreibungen sind auch Tötung!

    Es ist interessant, dass genau die Kreise, welche 11'000 Abtreibungen in der Schweiz pro Jahr als positive Errungenschaft einer modernen Gesellschaft feiern, den wenigen Menschen, die Suizid machen, keine Selbstbestimmung zugestehen!

    • ch am 19.02.2011 12:23 Report Diesen Beitrag melden

      oh ja

      dan sofort die Aerzte verbiten? oder die Frauen?

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  • Hugo am 17.02.2011 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    SVP oder SP?

    An alle, die gegen die SP treten:Was meint ihr, haben wir Arbeitnehmer dank der SVP 4 Wochen Ferien? Mutterschaftsurlaub? 3 Säulen System? Arbeiterrechte? Zur Erinnerung:in der SVP sind Leute wie Blocher und Frey bestimmend.....

    • Peter H. GRIMM am 22.02.2011 15:46 Report Diesen Beitrag melden

      War mal!

      Das haben wir Arbeiter errungen mit den Gewerkschaften als diese sich noch für die Arbeiter einsezten. Aber ich musste schon früh erfahren, dass auch die Gewerkschaften keine Arbeitnehmer schätzen die sich für ihre Interessen einsetzen.

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