Mehr Auto-Unfälle

13. Dezember 2017 19:00; Akt: 13.12.2017 19:00 Print

Assistenten verleiten zu riskanterer Fahrweise

Ist es glatt auf der Strasse, kommt es zu Unfällen. Grund sind unter anderem auch Systeme, die das Fahrverhalten eigentlich korrigieren sollten.

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In den letzten Tagen war es gefährlich auf den Schweizer Strassen. Wegen Schnee und Eis kam es zu unzähligen Unfällen. Die Autos landeten im Graben oder gar zwischen den Bäumen abseits der Strasse. Nicht selten überschlugen sich die Fahrzeuge auch und kamen auf der Seite zu liegen.

Daniel Junker, Leiter Fahrzeugexperten bei der Versicherung Baloise, sieht zwei Gründe dafür, dass Fahrzeuge bei Unfällen zur Seite kippen. Erstens seien die Fahrzeuge in den vergangenen zehn Jahren deutlich schwerer geworden. Zudem liege der Schwerpunkt heute höher, gerade bei den beliebten Geländelimousinen. «Ein Teil der Unfälle lässt sich also physikalisch erklären», sagt Junker. Dass Autos deswegen häufiger kippen, könne aber nicht festgestellt werden.

«Lenker verlassen sich auf Systeme»

Der Fachmann hält eine zweite Erklärung bereit. «Assistenzsysteme wie das Antiblockiersystem (ABS) oder die elektronische Stabilisation (ESP) unterstützen dabei, auf verschneiten und vereisten Fahrbahnen sicherer zu fahren», sagt Junker. Die serienmässig eingebauten Systeme helfen zu verhindern, dass die Fahrzeuge ins Schleudern geraten und umkippen. «Die Lenker verlassen sich vermehrt auf solche Fahrerassistenz-Systeme und sind dadurch auch bereit, mehr Risiken einzugehen», so Junker. Das sei eine Tendenz, die man beobachten könne.

Den Lenkern werde Sicherheit vorgegaukelt, weil die Systeme korrigierend ins Fahrverhalten eingreifen. Bei Schnee und Eis seien die Systeme aber vielfach überfordert, weil sie nur so lange wirksam sind, wie das Auto am Boden haftet. «Sobald das Fahrzeug ins Rutschen gerät, lässt sich die Physik nicht mehr überlisten.» In den vergangenen Tagen seien vermutlich viele Autofahrer von den prekären Verhältnissen überrascht worden.

Bis zu dreimal mehr Unfälle bei Schnee und Eis

Dass grosse Autos eher ins Rutschen geraten, kann die Abteilung Unfallforschung der AXA Winterthur nicht mit Daten belegen. Fakt sei jedoch, dass es an Tagen mit prekären Verhältnissen generell zu mehr Unfällen im Strassenverkehr kommt. AXA-Sprecherin Anna Ehrensperger: «Es kann zu doppelt oder gar dreimal so vielen Unfällen kommen wie an normalen Tagen.»

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S U Vi am 13.12.2017 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    Fahre auch solch einen Wagen - mir käme es niemals bei solch prekären Verhältnissen mich auf diese Elektronik zu verlassen. Fahrgefühl ist gefragt.

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  • Liooo am 13.12.2017 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht einfach

    Schwierig bei diesem Verhältnissen nicht zu schleichen aber auch nicht zu rasant unterwegs zu sein. Fingerspitzengefühl ist gefragt.

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  • Expraesi am 13.12.2017 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    shit happens

    Die Physik ist ehrlich und rächt sich gnadenlos. So lange nur Sachschaden entsteht, kann das Ganze als teure Trainingseinheit abgewickelt werden (trial and fail). Fahrt vorsichtig da draussen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • martin am 14.12.2017 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sobald es regnet hat der Schweizer angst

    80 auf der Autobahn wo ich mit 140 noch volle bodenhaftung habe. kauft euch ordentliche reifen. echt grausam was ich da sehe. dicken Audi a6 und dann Barum Reifen drauf. Gratulation

    • Susan Sonntag am 14.12.2017 14:39 Report Diesen Beitrag melden

      Martin's Auto

      liegt auch bald auf der Seite. Dann hat er hoffentlich daraus gelernt.

    • Reifenwahl am 14.12.2017 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Susan Sonntag

      Jedoch hat Martin nicht ganz unrecht. Der Reifen ist schlussendlich die einzige Verbindung zwischen Auto und Strasse. Ein Guter Reifen ist somit sehr zu empfehlen. Hauptsache Premium Auto mit irgendwelchen LingLong Pneu die so billig wie Möglich sind Fahren.

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  • Matrin w. am 14.12.2017 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Fortschritt?

    Die heutige Gesellschaft wird immer fauler. Man weiss ja, dass Technik fehlerhaft wird. Aber so kann man die schuld gut abgeben. Sogar die jüngeren piloten für grøssere flugzeuge, wissen fast nicht mehr, wie es ist ein flugzeug von hand zu steuern. Wir geben unser leben lieber einem übel in die hand als es selber zu tun. Das nennt man fortschritt!?

  • AG am 14.12.2017 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Schnickschnack

    Und deshalb hat mein Auto ausser ABS keine Assistenzsysteme.

    • Fahrer am 14.12.2017 17:47 Report Diesen Beitrag melden

      Krimskrams

      wozu braucht ein guter Autofahrer ein ABS

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  • Mensch am 14.12.2017 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Subi ohne Schnickschanck

    Darum hat mein Subi nur gerade ABS und das reicht auch so merke ich schnell ob ich es über oder untertreibe.

  • Neff Hermann am 14.12.2017 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Anpassen

    Anpassen muss man sich, wenn solche Verhältnisse aktuell sind. Aber Heute zählt das nicht mehr. Ich fahre über 50 Jahre Auto. Ich hatte auch eine gute Grundausbildung im Engadin.