ORS legt Zahlen offen

08. Oktober 2019 09:49; Akt: 08.10.2019 09:49 Print

Asylfirma macht Millionen-Gewinn mit Flüchtlingen

Die ORS hat erstmals ihre Geschäftszahlen offengelegt. Der Gewinn mit den Flüchtlingen liegt bei über einer Million Franken.

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Die ORS Service AG ist in der Schweiz verantwortlich für über 100 Asylunterkünfte mit fast 90'000 Schlafplätzen. Die Firma erhält zum grössten Teil Geld vom Staat, trotzdem waren die Gewinnzahlen lange Zeit nicht transparent.

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Nun hat die Firma, die einer Beteiligungsgesellschaft in London gehört, auf ihrer Website ihre Zahlen veröffentlicht. Im letzten Jahr erzielte die Firma gesamthaft einen operativen Gewinn von 1,3 Millionen Franken in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Der Umsatz betrug 157,8 Millionen. Knapp 100 Millionen des Umsatzes gehen auf die Schweiz zurück.

Trotz ihrer neusten Transparenz wird die Firma für die Veröffentlichung der Zahlen kritisiert. Wie die «Aargauer Zeitung» schreibt, fasst das Unternehmen seine Geschäftszahlen in nur 12 Zeilen zusammen. Das ist nichts im Vergleich zu den üblichen Geschäftsberichten.

Gewinnrückgang und weniger Asylgesuche

Der Gewinn ist im Vergleich zu früheren Jahren deutlich zurückgegangen. Die «NZZ» berichtete im Jahr 2016 von einem Gewinn von 3 Millionen Franken. Der Grund für den tieferen Gewinn ist einfach: Die Zahl der Asylgesuche sank zwischen 2015 und 2018 um zwei Drittel auf 15'000.

Ein ORS-Sprecher sagt: «Während 2015 schnell und professionell Unterkünfte in Betrieb genommen werden mussten, stehen wir heute vor der Herausforderung, Kapazitäten nach unten anzupassen.»

Ende 2017 waren bei ORS in der Schweiz rund 1000 Personen angestellt. Mittlerweile sind es nur noch 700. Doch nicht nur aufgrund von Entlassungen macht das Unternehmen Schlagzeilen. Oft wurde auch die Betreuung der Flüchtlinge angeprangert. Im Jahr 2016 wurde einer Einrichtung in Aesch BL vorgeworfen, dass nicht genügend Babynahrung verfügbar sei. ORS bestreitet diesen Vorwurf.


(fss)