Weniger Einreisen aus Eritrea

27. Juli 2018 11:28; Akt: 27.07.2018 11:44 Print

Asylgesuche in der Schweiz nehmen weiter ab

Im ersten Halbjahr von 2018 wurden 7820 Asylgesuche in der Schweiz eingereicht. Das sind weniger als erwartet. Grund ist die Situation im Mittelmeer.

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In der Schweiz werden weniger Asylgesuche gestellt - das gilt sowohl für das gesamte erste Halbjahr 2018 als auch für das zweite Quartal und den Monat Juni, jeweils im Vergleich zur Vorjahresperiode. Dieser Rückgang spiegelt die Situation allgemein in Europa.

Im ersten Halbjahr 2018 wurden insgesamt 7820 Asylgesuche in der Schweiz gestellt; das sind 14,3 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2017, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Freitag mitteilte.

Überfahrten nach Italien auf tiefem Niveau

Im letzten Januar war das Sem von 20'000 Asylgesuchen im Gesamtjahr 2018 ausgegangen – je nachdem, wie sich die Situation in Libyen und die Zahl der Überfahrten über das zentrale Mittelmeer entwickeln würden; ein weiterer Faktor war der Fortbestand des Abkommens zwischen der EU und der Türkei.

Derzeit liege die Zahl der Überfahrten von Libyen und Tunesien nach Italien auf tiefem Niveau – nicht zuletzt wegen der restriktiven Haltung Italiens und der Massnahmen der EU gegenüber Bootsmigranten. Zudem sorge das Abkommen der EU mit der Türkei für einen deutlichen Rückgang der Migration aus dem Nahen Osten nach Griechenland, heisst es in der Mitteilung des SEM weiter.

Weniger Einreisen aus Eritrea

In der Schweiz wurden im zweiten Quartal 3769 Asylgesuche gestellt; das waren 282 Gesuche weniger als im ersten Quartal 2018 und 623 Gesuche weniger als im zweiten Quartal 2017.

Dabei lag bei den Herkunftsländern Eritrea an erster Stelle mit 741 Gesuchen. Das waren 13 Prozent weniger als im ersten Quartal. Es sind jedoch deutlich weniger Eritreerinnen und Eritreer in die Schweiz gereist. Fast die Hälfte der Gesuche kam zustande, weil Mütter, die in der Schweiz im Asylverfahren stehen, hier ein Kind geboren haben.

Hinter Eritrea lagen die Herkunftsländer Syrien, Afghanistan, Georgien und die Türkei. Die Gesuche aus all diesen Ländern haben zugenommen.

(sda)