Flüchtlinge

12. April 2011 18:33; Akt: 12.04.2011 18:33 Print

Asylgesuche sind 2011 deutlich angestiegen

Die Asylgesuche sind in der Schweiz um 18,1 Prozent angestiegen. Vor allem die Asylanträge aus Ländern Nordafrikas nahmen zu.

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4371 Personen haben von Januar bis März in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht. (Bild: Keystone)

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Von Januar bis Ende März haben in der Schweiz 4371 Personen ein Asylgesuch gestellt. Dies sind 671 Gesuche oder 18,1 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Das milde Wetter im März und die Lage in Nordafrika dürften zum Anstieg beigetragen haben, schreibt das BFM.

Alleine im März beantragten 1874 Menschen Asyl. Das waren 612 mehr als im März 2010, wie es in der am Dienstag veröffentlichten Asylstatistik des Bundesamts für Migration (BFM) heisst. «Es ist ein Anstieg bei den Asylgesuchen aus den meisten wichtigen Herkunftsstaaten festzustellen», schreibt das BFM.

Anstieg im März

Der starke Anstieg im März ist auf mehrere Gründe zurückzuführen: Der März hatte drei Arbeitstage mehr als der Februar. Es gab einen allgemeinen Anstieg der Asylgesuche von Personen aus den meisten wichtigen Herkunftsstaaten von Asylsuchenden wegen dem milden Wetter auf dem Balkan und im Mittelmeerraum im Monat März.

Dazu kommt der Anstieg der Asylgesuche von Staatsangehörigen der nordafrikanischen Staaten ( 153 Gesuche; 124 %), insbesondere von Tunesiern ( 111 Gesuche; 231 %). Weiter gab es eine deutliche Zunahme der Asylgesuche von mazedonischen Staatsangehörigen ( 82 Gesuche; 174 %).

Eritrea wichtigstes Herkunftsland

Hinzu kommt, dass sich die Zahl der Asylgesuche aus dem wichtigsten Herkunftsland, Eritrea, nach wie vor auf sehr hohem Niveau bewegt. Wichtigstes Herkunftsland im 1. Quartal 2011 war Eritrea mit 724 Asylgesuchen, 189 Gesuche mehr als im Vorquartal ( 35,3 %).

Das BFM führt den Anstieg auf zahlreiche Familienzusammenführungen zurück. Zudem hätten in den letzten Monaten die Botschaftsgesuche aus Eritrea stark zugenommen. In «einer grösseren Anzahl» von Fällen werde darauf die Einreise zur Asylgesuchstellung in der Schweiz bewilligt.

An zweiter Stelle der Gesuchseingänge des 1. Quartals 2011 lag Nigeria mit 428 Gesuchen (- 198 Gesuche, - 31.6 %). Ob dieser Rückgang jahreszeitlich bedingt war oder auf die Wiederaufnahme der Rückführungen nach Nigeria zurückzuführen ist, kann noch nicht beurteilt werden.

An dritter Stelle folgte Tunesien mit 251 Gesuchen ( 109 Gesuche, 76,8 %). Ein sehr kleiner Teil der über 20'000 Tunesier, die seit Februar 2011 in Süditalien angelandet sind, ist inzwischen in die Schweiz eingereist. Diese Gesuche werden prioritär behandelt.

Sozio-ökonomische Perspektivlosigkeit

An vierter Stelle lag Mazedonien mit 190 Gesuchen ( 105 Gesuche, 123,5 %). Bei den Asylsuchenden aus Mazedonien handle es sich in der Regel um Personen, die ihre Heimat aufgrund sozio-ökonomischer Perspektivlosigkeit verlassen, schreibt das BFM.

Die weiteren wichtigen Herkunftsländer in der BFM-Statistik sind Serbien mit 187 Gesuchen, Afghanistan mit 171, Syrien mit 164, Sri Lanka mit 158, Kosovo mit 141 und Iran mit 138 Gesuchen.

Im ersten Quartal 2011 wurden 4111 Asylgesuche erstinstanzlich erledigt, 394 mehr als im Vorquartal. 713 Personen erhielten Asyl in der Schweiz. Die Zahl der erstinstanzlich hängigen Asylgesuche nahm im ersten Quartal 2011 gegenüber dem Vorquartal um 868 auf 9893 zu.

(sda)