02. Oktober 2007 16:52; Akt: 03.10.2007 14:46 Print

Auch «Schwarze Schafe» wollen zur SVP-Demo

Wenn diesen Samstag die SVP durch Bern marschiert, droht ein Supergau. Neonazis haben in Internetforen die Teilnahme an der Kundgebung angekündigt. Nun rufen auch deutsche Links-Chaoten zum Marsch nach Bern auf.

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Am Samstag zieht die SVP in einer Kundgebung vom Bärengraben zum Bundesplatz. Die SVP hat eine Bewilligung für die Kundgebung erhalten und erwartet bis zu 10 000 Teilnehmer. Das linke Bündnis «Schwarzes Schaf» hat für ihr «Fest gegen Rassismus» auf dem Münsterplatz keine Bewilligung erhalten, will dieses aber dennoch durchführen.

«Das wird amüsant»

Hüben wie drüben mobilisieren nun extreme und mutmasslich gewaltbereite Gruppierungen zur Präsenz in Bern. Nutzer von rechtsextremen Blood&Honour-Foren kündigen an, nach Bern zu gehen, um am SVP-Umzug teilzunehmen. «Sollen die Linken nur kommen» und «Das wird amüsant», heisst es da. SVP-Sprecher Roman Jäggi distanziert sich von diesen Kreisen nicht. «Solange sich die Teilnehmer friedlich verhalten, sind alle willkommen», sagte er gegenüber der «Berner Zeitung».

Deutsche gegen Blochers Herde

Mittlerweile rufen nebst den hiesigen Autonomen auch Deutsche zum Marsch nach Bern auf. «Blochers Herde reissen» heisst es auf der Internetseite der Autonomen Antifa Freiburg. Für Daniele Jenni, Sprecher des Bündnisses «Schwarzes Schaf», kein Problem. «Solche Aufrufe kann jeder ins Internet stellen. Diese Dinge werden heisser gekocht als gegessen», so Jenni gegenüber 20minuten.ch. Jenni will nicht garantieren, dass es am Samstag friedlich bleibt. «Wir tragen die Verantwortung für das Fest auf dem Münsterplatz und da wird es friedlich bleiben. Dazu haben sich die 55 Bündnisorganisationen verpflichtet. Ob es in der übrigen Innenstadt ruhig bleibt, kann niemand voraussagen», sagt Jenni.

Grenzwachtkorps verständigt

Die Stadtpolizei Bern hat von den ausländischen Aufrufen Kenntnis. «Das Grenzwachtkorps ist verständigt und entscheidet nach eigenem Ermessen, wer in die Schweiz eingelassen wird und wer nicht», sagt Stapo-Sprecher Thomas Jauch. Man habe ein Auge auf die verschiedenen Aufrufe zur Gewalt.

Die SVP hat derweil auf Anweisung der Stadt Bern einen eigenen Ordnungsdienst für ihren Umzug auf die Beine gestellt. Wie sich dieser zusammensetzt, bleibt geheim. «Über Stärke und Zusammensetzung des Ordnungsdienstes machen wir keine Angaben, um das Sicherheitskonzept nicht zu gefährden», sagt SVP-Sprecher Jäggi.


Maurice Thiriet, 20minuten.ch