Strassenverkehr

22. Februar 2011 11:15; Akt: 22.02.2011 13:27 Print

Auf Schweizer Strassen sterben mehr Fussgänger

In der Schweiz gab es 2010 wieder weniger Verkehrstote durch Auto-, Töff- und Velounfälle. Die Zahl der getöteten Fussgänger stieg aber deutlich an.

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1971 starben noch 1773 Menschen bei Verkehrsunfällen, im Jahr 2000 waren es nur noch 592 und 2010 noch 328. (Bild: Keystone)

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2010 starben auf Schweizer Strassen 328 Menschen, 21 weniger als im Vorjahr. Während Auto-, Töff- und Velounfälle weniger Opfer forderten, stieg die Zahl der getöteten Fussgänger.

Dies ergab die jährliche Erhebung der bfu Beratungsstelle für Unfallverhütung bei den kantonalen Polizeistellen. Die Zahl der Verkehrstoten ist seit vier Jahrzehnten rückläufig - 1971 starben 1773 Menschen bei Verkehrsunfällen, 2000 waren es noch 592. Auch die Zahlen der Schwerverletzten gehen zurück: 1972 waren es 18 900, 2010 4508.

Besserer Schutz im Auto

Den längerfristigen Rückgang der Opferzahlen bei Autoinsassen führt die bfu auf einen besseren Schutz durch technologische Fortschritte (insbesondere Fahrer-Assistenz-Systeme), auf verbesserte Infrastrukturen sowie auf koordinierte präventive und repressive Massnahmen der Verkehrspolizei zurück.

Unfälle wegen übersetzter Geschwindigkeit forderten 2010 weniger Tote und Schwerverletzte als im Vorjahr, bei Unfällen unter Alkoholeinfluss waren die Veränderungen minim. Eine weitere Senkung der Opferzahlen sei durch das Sicherheitsprogramm Via sicura möglich, ist die bfu überzeugt.

Bei Motorradfahrern ging die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten weiter zurück, bei den Radfahrern schwankt sie: Nach einer Zunahme 2009 waren dieses Jahr weniger Tote zu verzeichnen.

Viele Fussgängerunfälle ausserhalb der Zebrastreifen

Dagegen ist die Zahl der bei Unfällen getöteten Fussgänger 2009 auf 2010 um rund einen Viertel gestiegen - von 60 auf 76. Dieser Anstieg sei vollumfänglich auf Unfälle ausserhalb des Fussgängerstreifens zurückzuführen. Die Zahl der Todesopfer auf Fussgängerstreifen blieb jedoch stabil.

Die meisten Fussgängerunfälle ereignen sich beim Überqueren der Strasse, im Innerortsbereich und zu Hauptverkehrszeiten. Durch eine konsequente Senkung der Geschwindigkeiten liessen sich zahlreiche Unfälle vermeiden oder in ihrer Schwere reduzieren, betont die bfu. Sie tritt für Tempo 50 innerorts auf Haupt- und wichtigen Nebenstrassen sowie für Tempo 30 in Siedlungen ein.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan B. am 24.02.2011 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Art 47 Abs. 2 der VRV

    "Man darf als Fussgänger den Vortritt nicht erzwingen" So weit so gut. Wenn ich allerdings einen Fussgänger der mir knapp vors Auto latscht anfahre, stehe ich als Autofahrer vor Gericht, bekomme eine saftige Strafe und darf zu allem Überfluss noch den Führerschein abgeben. Kein(e) Richter(in) würde einen Fussgänger schuldig sprechen oder?. Die Gesetze werden IMMER zu Ungunsten der Autofahrer angewandt.

  • Sven am 22.02.2011 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Autofahrer...

    ...ist manchmmal auch Fussgänger. Wäre mal interessant zu wissen, wieviele der angefahrenen Personen selbst auch Autofahrer sind? Als Autofahrer sollte man wissen, dass ein Auto nicht von jetzt auf gleich stehebleiben kann sondern einen Bremsweg hat und das man sich als Fussgänger - trotz Vortritt - dauauf einzustellen hat. Der Autofahrer ist immer mitschuldig, wenn ihm so ein hirnloser Fussgänger vor's Auto rennt.

  • Manuela Fussgänger am 22.02.2011 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Für Personen mit einer Tonnen und mehr auf der Str

    Erstaunlich, wie viele Autofahrer den Fussgängern Schuld geben. Für mich ein Zeichen, dass es einfach zu viele davon gibt. Und anscheinend sind vor allem 20-Minuten-Online-Leser Bürolisten mit Auto.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan B. am 24.02.2011 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Art 47 Abs. 2 der VRV

    "Man darf als Fussgänger den Vortritt nicht erzwingen" So weit so gut. Wenn ich allerdings einen Fussgänger der mir knapp vors Auto latscht anfahre, stehe ich als Autofahrer vor Gericht, bekomme eine saftige Strafe und darf zu allem Überfluss noch den Führerschein abgeben. Kein(e) Richter(in) würde einen Fussgänger schuldig sprechen oder?. Die Gesetze werden IMMER zu Ungunsten der Autofahrer angewandt.

  • Ostschweizer am 23.02.2011 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wie in alten Zeiten

    Ohne Aufzupassen laufen die Fussgänger nicht nur über die Zebrastreifen. Kein Wunder wenn man den Fussgängern einen Freibrief austellt. War nicht anders zu erwarten. Punkt eins: Beim überqueren der Strasse 1 stehen 2 schauen 3 laufen. Warum müssen Menschen sterben das wieder Vernuft einkehrt.

  • Mathias N. am 23.02.2011 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    es braucht nicht viel

    Als Fussgänger muss ich lediglich beim Überqueren der Strasse wirklich aufmerksam sein - ist also nicht viel im Vergleich zu einem Autofahrer der ständig auf alles achten muss (weil er ja "gefährlicher" ist...). es wäre also nicht zuviel verlangt Fussgängern zuzumuten wieder mehr auf ihren gesunden Menschenverstand zu hören und nicht einfach drauf los zu latschen. Leider wird in unserer völlig überregulierten Welt genau dieser Verstand immer mehr unterdrückt bis er schliesslich zur Bedeutungslosigkeit verkommt. Evolution? Nein, stur regeltreue Zombies.

  • Stefan B. am 23.02.2011 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Fussgängervortritt > Umweltbewusstsein ?

    Das wird nämlich auch gerne von unseren (linken) Politikern vergessen. Auf der einen Seite Umweltschutz gross schrieben, auf der anderen einem einzigen Fussgänger die Macht zu verleihen zig Tonnen Blech zum stehenbleiben zu zwingen und beim anfahren wieder 5x soviel Schadstoffe auszustossen als wenn weitergefahren worden wäre. Toller Umweltschutz ist das. Als Fussgänger kann ich auch ein paar Sekunden abwarten, da fällt mir kein Stein aus der Krone (aber da bin ich nahezu alleine)

  • Papierlischweizer am 23.02.2011 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Verschiedene Ursachen

    Die Zunahme von tödlichen Unfällen mit Fussgängern hat mehrere Ursachen. Das wachsende Verkehrsaufkommen geht mit einer wachsenden Bevölkerung einher. Die Rücksichtslosigkeit der einzelnen Verkehrsteilnehmer, seien es Fussgänger, die auf ihrem Vortrittsrecht beharren oder Autofahrer, die ohne Blinker und mit Handy am Ohr fahren. Aber auch die Behörden, welche neue Regelungen inkraft setzen, ohne diese richtig zu kommunizieren. So weiss ich Dank der Verkerserziehung meiner Kinder, dass diese erst über den Zebrastreifen laufen dürfen, wenn die Räder des Autos stillstehen.