Ausbauschritt 2025

24. Juli 2017 05:47; Akt: 24.07.2017 05:47 Print

Auf diesen SBB-Linien drohen Engpässe

von Stefan Ehrbar - Dem ÖV steht bis 2025 ein grosser Ausbauschritt bevor. Auf gewissen Strecken drohen aber Kapazitätsengpässe und unbequeme Züge.

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Bis 2025 wird das Schweizer Eisenbahnnetz für 6,4 Milliarden Franken ausgebaut. Die Pendler profitieren etwa vom neuen Halbstundentakt zwischen Zürich und Lugano, Zürich und Chur oder Bern und Luzern und Ausbauten auf verschiedenen Regionalverkehrslinien. Doch nicht auf allen Verbindungen wird das Angebot besser. Das zeigt ein neues Dokument des Bundesamts für Verkehr (BAV), in dem der aktuelle Stand der Planung ausgeführt wird. Kritisch sehen die Experten vor allem diese Linien:

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Muss die Bahn weiter ausgebaut werden?
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18 %
14 %
18 %
Insgesamt 2114 Teilnehmer

- Luzern-Zürich: Pendler müssen mit engen Platzverhältnissen rechnen. Grund dafür ist, dass die Züge neu von Bern über Luzern nach Zürich durchgebunden werden. Damit können sie aber nur 300 Meter lang sein. «Die Nachfrage kann nicht vollständig abgedeckt werden», prognostiziert das BAV. Auch die geplante kurze Wendezeit von fünf Minuten in Luzern sei «stabilitätskritisch». Verspätungen könnten damit grosse Folgen haben. SBB-Sprecherin Franziska Frey sagt, Abklärungen dazu seien noch am Laufen.

- Bern-Lausanne: Mit Infrastrukturausbauten und einer neuen Technologie soll die Fahrzeit gesenkt werden. Es bestehe ein «Risiko», dass das nicht erreicht werden könne, schreiben die Experten des Bundes. Denn die neue Technologie sei zurzeit weder zugelassen noch erprobt. Gelänge die Reduktion der Fahrzeit nicht, hätte das auch Auswirkungen auf den Fahrplan in der Westschweiz.

- Bern-Burgdorf-Zürich: Auf der Interregio-Linie hat die SBB nicht genügend Rollmaterial. Weil in Stosszeiten neu jede Viertelstunde schnelle Intercity-Züge zwischen Bern und Zürich fahren sollen, von deren Fahrplan die Interregio-Linie abhängt, muss die Verbindung mit Zügen des Typs Regio-Dosto gefahren werden. Andere Züge beschleunigen nicht schnell genug. Doch von den Regio-Dostos hat die SBB bis 2025 nicht genug. Sie hat allerdings eine Lösung gefunden. In Zukunft soll die Bahngesellschaft SOB diese Verbindung mit neuen Zügen des Typ Flirt fahren. Diese hätten die gleichen fahrdynamischen Eigenschaften wie die Regio-Dostos, sagt SBB-Sprecherin Frey.

- Biel-Zürich: Weil diese Interregio-Züge in Grenchen Süd halten, müssen sie mit den schnell beschleunigenden Regio-Dostos gefahren werden. Die sind eigentlich nicht für den Fernverkehr gedacht und werden von vielen Pendlern als unkomfortabel empfunden. Franziska Frey von der SBB sagt, die Züge seien mit ihrem stufenlosen Einstieg und den grossen Multifunktionszonen durchaus auch für mittlere Fernverkehrsdistanzen geeignet. Zudem prüfe die SBB zurzeit, ob die erste Klasse aufgewertet werde.

- Züge nach Italien: In Zukunft halten Eurocity-Züge nach Mailand wohl nicht mehr in Chiasso.

Nicht alle Kapazitätsprobleme können mit dem Ausbauschritt 2025 behoben werden. Zwischen Aarau und Zürich und Winterthur etwa gibt es bereits heute Engpässe. Die entschärfen sich aber erst, wenn der Brüttenertunnel gebaut und der Bahnhof Zürich-Stadelhofen erweitert werden. Das dürfte nicht vor 2030 der Fall sein.

Nach dem Ausbauschritt 2025 folgt der Ausbauschritt 2030/35. Zur Diskussion stehen zurzeit zwei Varianten, die entweder 7 oder 12 Milliarden Franken kosten. Die Vernehmlassung dazu dürfte vom Bundesrat gegen Ende Jahr eröffnet werden, das Parlament entscheidet voraussichtlich 2018.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realo am 24.07.2017 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Die gesamte CH-Verkehrsinfrastruktur ...

    ... ist seit geraumer Zeit im Begriff zu kollabieren und hier wird ernsthaft davon gesprochen, dass Engpässe drohen. Hilfe!

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  • Grüne Gurke am 24.07.2017 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aarau- Quatsch!

    Ehm... wo gibt es zwischen Aarau und Zürich zu wenig Platz? Fahre diese Strecke jeden Tag und habe noch jeden Tag einen freien Platz im Einsteigewagon gefunden - um nicht zu sagen ein freies Abteil. Schlimme Strecken sind Winterthur Zürich oder Uster Zürich. Oft passiert es auch dass die Züge verkürzt geführt werden, dann müssen jedes mal Leute draussen bleiben.

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  • Mecker Ziege am 24.07.2017 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bus und Bahnanschluss

    Es ist auch wichtig, dass die Fahrpläne der Busse und Postauto an den Fahrplan des Regionalverkehrs angepasst wird und das diese von morgens früh bis abends spät verkehren. Bei abgelegenen Neubausiedlungen sollten zwingen neue Haltestellen eingerichtet werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 24.07.2017 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Illusorisch

    Also ich bezweifle doch sehr, dass das mit Bern-Luzern-Zürich gut kommt. Da warten gleich mehrere Nadelöhre und 5 Minuten Wendezeit in Luzern dürften etwas zu sportlich sein. Die Züge sind bereits jetzt überfüllt, schlechteres Rollmaterial ist inakzeptabel und Luzern ein unbrauchbarer Bahnhof. Die SBB fahren an ihren Hauptkunden schlichtweg vorbei.

  • Marcel Senn am 24.07.2017 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger für mehr

    Aber das GA wird natürlich teurer. Weniger Leistung für mehr Geld. Die IR Luzern - Zürich sind jetzt schon überfüllt, weniger Platz ist nicht zumutbar!

  • Felix Bühler am 24.07.2017 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Zürich immer bevorzugt...

    Das kommt davon, wenn jahrelang nur für Zürich gebaut wurde und der Rest der Schweiz vergessen gegangen ist. Aber Hauptsache Zürich bekommt alles und zwar sofort... Besser wäre, alle Züge auf den neusten Stand zu bringen und die, bei denen man das Fenster noch von Hand öffnen kann endlich zu eliminieren.

  • Daniel am 24.07.2017 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wer fordert soll auch zahlen

    Wenn von unserer Regierung immer wieder gefordert wird, dass man mehr auf die Öv ausweichen soll, muss auch Diese dafür sorgen, dass wir das können. Und zwar nicht nur bei den Verbindungen zwischen den grossen Städten. Das Arbeitsamt verlangt 2 Stunden Pendeln. Der Bund kürzt aber die Abzüge beim Pendeln. Links weis nicht was rechts tut. Bei diesem Ausbau wird einmal mehr nur für die Politiker geschaut, damit diese es sehr bequem haben, falls sie mal mit dem 1. Klass GA reisen.

  • Ja & Ja am 24.07.2017 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Studieren

    Baut endlich über irdisch ? Sicher nicht U Bahn oder so Tunnel Quatsch ! Terrassen Züge ! Hoch über den Hausdächern . Ganz einfach und günstig . Geht auch schnell zum fertig Elemente hinzufügen !