Vorbild Frankreich

03. Januar 2019 18:21; Akt: 03.01.2019 18:21 Print

Auns verteilt statt Gilets jaunes rote Westen

von E. Kempf - Die Auns will mit roten Westen gegen den EU-Rahmenvertrag kämpfen. Die Gewerkschaften finden die Aktion verlogen.

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Die Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) lanciert den Wahlkampf 2019 mit einer aussergewöhnlichen Aktion. In Anlehnung an die Proteste der Gilets jaunes in Frankreich möchte die Auns rote Westen mit weissen Kreuzen an die Bevölkerung verteilen.

«Die Gilet jaunes in Frankreich haben uns überrascht. Die Bürgerinnen und Bürger erheben sich», schreibt der Auns-Geschäftsführer Werner Gartenmann auf der Homepage. Der Widerstand gegen die politischen Eliten werde plötzlich sichtbar. «Das gibt uns den Kick, diese Motivation und Hartnäckigkeit nachzuahmen. Wir werden als ‹Gilets rouges› auf die Strasse gehen: rote Weste mit weissem Kreuz, unsere Landesfarben.»

Mit roten Westen gegen ausländische Manager-Eliten

Das Ziel der Auns: «Der Rahmenvertrag mit der EU muss vom Tisch.» Ausserdem will man gegen die «schwindende politische Mitbestimmung» der Schweizer Bevölkerung protestieren.
Diese werde je länger je mehr durch die «Verwaltungs- und ausländische Manager-Eliten ausgehöhlt». Ob die Schweizerinnen und Schweizer mit gleicher Leidenschaft auf die Strasse gehen werden wie die Franzosen ist gemäss Gartenmann jedoch fraglich: «Der Leidensdruck in Frankreich ist sicher grösser. Aber wir müssen es einfach wagen. Wir müssen neue Methoden ausprobieren, um auf unser Anliegen aufmerksam zu machen.»

Gemäss Gartenmann will die Auns in einer ersten Auflage 30'000 Westen herstellen lassen. Das Ziel sei es, die Westen ab Ende Januar verteilen zu können. Die Produktionskosten pro Gilet sollen 10 bis 20 Franken betragen. Finanziert werde dies durch Spendengelder.

Seit November 2018 protestieren auf Frankreichs Strassen Tausende von Menschen unter anderem gegen die von der Regierung beschlossene Erhöhung des Benzinpreises und gegen hohe Lebenshaltungskosten. Es geht aber auch um mehr Mitbestimmungsrechte. Ihr Markenzeichen sind die gelben Warnwesten.

«Das ist eine verlogene Aktion»

Adrian Wüthrich, Präsident von TravailSuisse und SP-Nationalrat, kann die Aktion der Auns nicht nachvollziehen: «Ich halte diese Aktion für verlogen. In Frankreich geht die Unter- und Mittelschicht auf die Strasse, um gegen hohe Lebenshaltungskosten und Steuererleichterungen für Reiche zu protestieren.» Dass die Rechten, die immer für Kürzungen der Sozialleistungen stimmten, diesen Protest der Unterschicht für sich vereinnahmen wollten, sei absurd. Für Wüthrich ist klar, was die Auns mit der Aktion beabsichtigt: «Die Auns möchte sich wieder einmal bemerkbar machen.» Aber: «Ich würde mich natürlich freuen, wenn sich die Auns in Zukunft für die Anliegen der Unterschicht einsetzen möchte. Nur kaufe ich ihr dies nicht ab.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 03.01.2019 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    geht ohne

    wir haben nur etwas verlogenes. Das sind die Gewerkschaften. Ein Hort von Plauderis und Sesselkleber. Sie sind nur noch dazu da Prämien zu kassieren. Die Zeiten von SMUV sind Geschichte. Da waren noch Kämpfer aus der Industrie an der Front und keine Sozis ohne Boden

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  • oski am 03.01.2019 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    wenn etwas velogen ist

    dann sind es die Gewerkschaften und ihre linken Wasserträger.

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  • Leo66 am 03.01.2019 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur schnurre bringt nichts....

    und was mchen die linken gewerkschaften und SP gegen den Rahmenvertrag? Die SVP unternimmt wenigstens etwas gegen den Rahmenvertrag!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Normalo am 04.01.2019 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Trittbrettfahrer Auns

    Die gilets jaunes haben mal rein gar nichts mit der Auns/SVP zu tun :)

  • Prediger am 04.01.2019 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit erkennen

    Die Schweiz sollte sich mal zurück lehnen, und endlich mal eine ehrliche Auslegeordnung verabreicht bekommen. Wie sonst sollte man die Systemfehler erkennen und beheben. Mit Geschwätz geht's leider nicht. Woher bis wohin wollen wir eigentlich. Das muss uns klar werden. Sonst dümpeln wir nur noch anderen nach. 8 Millionen zufriedene Schweizer, das sollte doch nicht so schwer sein. Braucht es eine 2 Säulen Politik, eine wie jetzt und eine fürs Volk.

  • didi am 04.01.2019 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Methoden

    Solche Aktionen sind gefährlich. Das sind Erpressungsmethoden der niedrigsten Art. In der Schweiz haben wir genügend Möglichkeiten den Volkswillen zu erreichen. Wenn wir, wie in Frankreich oder Deutschland, alles mit Streiks erzwingen wollen, dann ist auch die Schweiz verloren. Grundsätzlich bin ich mit den Anliegen der AUNS einverstanden, aber nicht so.

    • FASANO am 04.01.2019 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      Das Märchen

      Hatten wir, @didi, hatten wir, sollten Sie schreiben. Der Volkswille ist heute nicht mal mehr den Stimmzettel wert, den es ausfüllt.

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  • FASANO am 04.01.2019 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Übersättigte sind immer träg.

    Wüthrichs Wutausbruch wird verursacht, weil er realisiert hat, dass er den Einstieg in die Westenproteste in der warmen Wolle der Gewerkschaft gutgenährt, satt und wohlstandsverwöhnt, verschlafen hat. Wer träg wird, wird überholt. Manchmal auch zum Schaden all derer, die er vertritt. Eine Elefantenleitkuh wird von ihrer Herde zu Tode getrampelt, wenn sie diese ins Elend führt.

  • Free Willy am 04.01.2019 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Keine eigenen Ideen?

    Billige Polemik Kopie

    • Rolf am 04.01.2019 16:43 Report Diesen Beitrag melden

      @Free Willy

      unabhängig sein wollen, aber selber nicht innovativ sein geht auch

    • CaptainLonestarr am 04.01.2019 16:45 Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt noch andere

      Du hast etwas vergessen: Es gibt da auch noch ein NGO, das auch nur kopieren kann und keine eigenen Ideen hat. Rettet die Wale passt da sehr gut.

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