Erasmus-Debatte

16. März 2014 08:13; Akt: 16.03.2014 08:13 Print

Auslandsemester sind bei Studenten unbeliebt

Die EU-Sanktionen zum Austauschprogramm Erasmus erhitzen die Gemüter. Allerdings bleiben viele Schweizer Studierende lieber zu Hause.

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Trotz Aufschrei wegen Erasmus-Sanktionen: Schweizer Studenten bleiben lieber zu Hause. (Bild: Keystone)

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Das Austauschprogramm Erasmus avancierte nach dem Ja zur Einwanderungsinitiative zum grossen Streitpunkt mit der Europäischen Union. Die EU schränkte den Zugang für Schweizer Studenten massiv ein – der Aufschrei in der Bevölkerung war entsprechend gross. Jetzt zeigt sich aber: Austauschsemester sind bei Studenten wenig gefragt.

Laut der Aargauer Zeitung verbrachte nur jeder 100. Student ein oder mehrere Semester bei einer europäischen Partneruniversität. Die Zeitung bezieht sich in ihrem Bericht auf Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Auch der Strafrechtsprofessor Martin Killias bestätigt: «Erasmus ist ein absolutes Minderheitenprogramm». Die Zahl der Teilnehmer am Erasmus-Programm nimmt zwar stetig zu, im Vergleich zu der steigenden Studentenzahl ist das Interesse aber gering.

Effizienz wichtiger als Austausch

Ein Grund für die tiefe Popularität von Erasmus sieht Killias in den möglichen Konsequenzen für die Studierenden: «Die meisten sind nur bereit, die Uni zu wechseln, wenn damit das Studium nicht verlängert wird». Einige Universitäten raten gar davon ab, in den ersten beiden Jahren eines Bachelorstudiums einen Austausch zu machen.

Die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät der Uni Fribourg schreibt beispielsweise: «Wir raten, einen Mobilitäts-Aufenthalt erst im dritten Studienjahr einzuplanen. Dann lässt der Studienplan dazu mehr Freiheiten». Wer sich früher für ein Semester an einer anderen Uni entscheide, müsse dann eben den einen oder anderen Kurs nachholen.

(dia)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Noldi Schwarz am 16.03.2014 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Rohrkrepierer

    Wenn ich das so lese ist Erasmus eine hundert millionenschwere Knallpetarde, die vom Steuerzahler beglichen wird. Leider wird nicht erwähnt, dass in der Schweiz Dutzende noch Lohn in Millionenhöhe für die Koordination daran verdienen. Und die arbeiten immer noch. Fragt sich nur was.

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  • Geld mangel am 16.03.2014 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erasmus

    Zuerst grosses Geschrei, langsam beruhigen sich die Gemüter. Ich hoffe die Erasmus - Zahlungen wurden auch eingefroren. Bei unserem Bundesrat wäre es gut möglich, dass er trotzdem zahlt. Dieses hoffentlich nicht bezahlte Geld kann man nun in die Bildung einfliessen lassen. Dort wird überall Geld gestrichen.

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  • Smilie am 16.03.2014 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll.

    An diesem Beispiel sieht man sehr gut, wie mit hilfe der Medien die unwissende Mehrheit an der Nase herumgezogen werden kann. Na dann - Prost!

Die neusten Leser-Kommentare

  • bs aus z am 17.03.2014 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei

    Als ob Erasmus der wichtige Teil des Abkommens gewesen wäre. Das wurde nur von den Medien und einigen Politikern, welche es eigentlich wohl besser wüssten, hochgepusht. Der wichtige Teil ist Horizon, aber der ist wohl einfach zu komplex um schön polemisieren zu können. Dann noch etwas zu den Zahlen, von wegen Milliarden reinbuttern. Das ganze Bildungsabkommen CH - EU war für uns immer ein Gewinn! Es sind immer mehr Fördergelder in die CH geflossen als wir eingezahlt haben. Google es halt einfach einmal - dauert nur 5 Minuten.

  • Martin Sterchi am 16.03.2014 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Unwissende

    Im ersten Jahr hat man ja auch Grundlagenmodule. Es ist ganz normal, dass man erste gegen Mitte oder gegen Schluss des Studiums ins Ausland geht. Erst wenn man sich in eine Richtung vertieft, und man sieht, dass es Unis gibt, die auf dem Gebiet besser spezialisiert sind, kommt der Auslandaufenthalt in Betracht. Dann gilt es abzuwägen ob sich der Aufwand lohnt. Man kann doch im gleichen Artikel nicht schreiben, dass Auslandaufenthalte unbeliebt sind und gleichzeitig die Zahl der Teilnehmer am Erasmus-Programm stetig zunimmt?

  • Heiri Glarner-Zürcher am 16.03.2014 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar.. es sind die Nestbeschmutzer..

    Also war der Aufschrei der Gegner und Unterlegenen bei der Abstimmung alles nur FAULE Luft! UNSERE eigenen Studenten studieren lieber in der Schweiz, Bravi! Es ist schon grotesk, dass das Abstimmungsresultat ums "verworgen" von den hartnäckigen Kritikern und vor allem aus dem linken und grünen Lager nicht akzeptiert wird! Ein Riesenproblem ist auch der linkslastige und EU-getriebene Bundesrat, der sich windet und den Volksentscheid nicht 1 : 1 durchsetzen will! Auch die viel zu vielen Lobbiysten, die im Bundeshaus ein- und aus gehen und ihren links angehauchten Senf dazugeben wollen!

  • TC68 am 16.03.2014 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Es ist doch längst bekannt, dass ERASMUS bereits vor dem 9. Februar gescheitert ist und das Ganze gar nichts mit der Abstimmung zu tun hatte. Es wurde "nur" gelogen.

  • Sly am 16.03.2014 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billiger Auslandsaufenthalt

    Im Grunde geht euch Studenten doch nur um einen billigen Auslandsaufenthalt ! Wir Arbeitenden mussten in jungen Jahren lange Geld sparen um in andere Länder zu reisen ! Studieren könnt ihr auch hier und wenn ihr ferne Länder bereisen wollt heissts halt sparen , sparen , sparen !!! Man kann nicht immer das Füferli und das Weggli haben !