Serientäter

28. Januar 2016 10:59; Akt: 28.01.2016 13:20 Print

Ausweisung, Rückkehr, Einbruch

Obwohl er ausgeschafft worden war, erhielt Burim K. (29) am Basler Zoll eine Einreiseerlaubnis. Vier Wochen später überfiel er maskiert und bewaffnet eine Denner-Filiale.

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Der heute 29-jährige Burim K.* ist 2009 wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Trotz Einreisesperre kehrte K. vor rund einem Jahr in die Schweiz zurück. Nach nur vier Wochen wurde er wieder straffällig: Im Februar 2015 raubte er in Döttingen eine Denner-Filiale aus.

Durch das Bezirksgericht Zurzach wurde der junge Kosovare nun wegen bewaffneten Raubes zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Nachdem er seine Strafe abgesessen hat, dürfte er ein zweites Mal ausgeschafft und mit einer Einreisesperre belegt werden.

«Einreiseentscheid war falsch»

Bereits seine Rückkehr vor einem Jahr zeigt, wie leicht es ihm die Schweizer Behörden machten. Gemäss Recherchen der «Aargauer Zeitung» erhielt K. am Basler Zoll eine Einreiseerlaubnis, indem er angab, dass er in der Schweiz medizinisch behandelt werden müsse.

Das Justiz und Sicherheitsdepartement (JSD) des Kantons Basel-Stadt bestätigt dies. «Der Entscheid, diese Person einreisen zu lassen, war falsch», sagt Sprecher Martin Schütz zur «Aargauer Zeitung».

Weder Reisepass noch Schengen-Visum

K. soll am 16. Januar 2015 per Zug in die Schweiz eingereist sein. Am Badischen Bahnhof führten Basler Grenzwächter in der Nacht Zoll- und Personenkontrollen durch. Die Einreisenden kamen aus Deutschland. Kurz vor 1 Uhr stoppten sie K.

Gemäss der Zeitung hatte der Kosovare weder einen Reisepass noch ein Schengen-Visum bei sich. Und: Abklärungen der Grenzwacht zeigten, dass er gar nicht einreisen dürfte. Doch: «Die Person sagte gegenüber den Grenzwächtern, dass sie vom gültigen Einreiseverbot Kenntnis habe, wegen einer medizinischen Behandlung jedoch in die Schweiz einreisen müsse», sagt Patrick Gantenbein, Sprecher der Grenzwachtregion Basel, zur «Aargauer Zeitung».

850 Franken als Kaution

Ein Mitarbeiter des Migrationsamts erlaubte der Person für eine medizinische Behandlung die Einreise – trotz Verbot. Die Grenzwacht stellte K. auf Anweisungen des Amts ein Dokument aus. Dieser musste eine Kaution von 850 Franken hinterlassen. Die Ausreisefrist betrug 30 Tage.

Dieser Fehlentscheid führte beim Migrationsamt dazu, dass der Fall analysiert und mit dem Mitarbeiter, der die Erlaubnis erlassen hatte, besprochen wurde. Dieser erhielt später eine schriftliche Ermahnung.

Maskiert und bewaffnet Filiale geplündert

Gemäss Recherchen wurde K. wenige Tage nach seiner Reise in einem Aargauer Spital tatsächlich operiert. Angeblich liess sich K. eine Platte entfernen, die ihm wegen einer Verletzung eingesetzt worden war. Diese Verletzung soll er sich 2007 bei der Schlägerei an einem Winzerfest zugezogen haben.

Doch zwei Tage vor Ablauf seiner einmonatigen Aufenthaltserlaubnis überfiel K. maskiert und bewaffnet die Denner-Filiale in Döttingen. Kurz darauf verhaftete ihn die Polizei in Klingnau. Dort ist K. auch aufgewachsen.

*Name der Redaktion bekannt.


(qll)