Verkehr

31. März 2011 10:00; Akt: 31.03.2011 12:08 Print

Autobahnvignette soll definitiv teurer werden

Trotz Kritik bleibt der Bundesrat bei seinen Plänen. Er schlägt vor, den Preis für die Autobahnvignette von heute 40 auf 100 Franken zu erhöhen.

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«Alle wollen einen Ausbau, einen Viertelstundentakt und finanzieren soll es der liebe Gott - aber wir sind nicht der liebe Gott», so Verkehrsministerin Doris Leuthard. (Bild: Keystone)

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Dass Bahn- und Autofahren in den kommenden Jahren teurer wird, hatte Verkehrsministerin Doris Leuthard bereits im Januar angekündigt. Nun hat der Bundesrat die Vorschläge für die künftige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur in die Vernehmlassung geschickt. «Mit der heutigen Finanzierung können die Wünsche der Kantone nicht im Ansatz erfüllt werden», hielt Verkehrsministerin Doris Leuthard am Donnerstag vor den Medien in Bern fest. «Alle wollen einen Ausbau, einen Viertelstundentakt und finanzieren soll es der liebe Gott - aber wir sind nicht der liebe Gott», so Leuthard. Der Bundesrat wolle auf jeden Fall verhindern, dass Projekte angekündigt, aus finanziellen Gründen aber nicht erfüllt werden könnten.

Neben dem Festhalten an der Preiserhöhung für die Autobahnvignette auf 100 Franken will der Bundesrat eine Kurzzeitvignette zu 40 Franken schaffen. Geschehen soll dies voraussichtlich 2015. Mit der Erhöhung des Vignettenpreises könnten die Mehrkosten von jährlich rund 275 Millionen Franken finanziert werden, die mit der geplanten Überführung von rund 400 Kilometern bestehender Strecken ins Nationalstrassennetz entstünden, sagte Leuthard.

Seit der letzten Preiserhöhung 1995 sei das Nationalstrassennetz stark erweitert und verbessert worden. Die Kosten für Bau, Betrieb und Unterhalt der Nationalstrassen stiegen stetig an.

Neuer Fonds für die Bahninfrastruktur

Im Bahnverkehr will der Bundesrat mit einem neuen Bahninfrastrukturfonds (BIF) die Mittel für die Finanzierung des Ausbaus sichern. Der Fonds speist sich aus den Mitteln, die bisher in den FinöV-Fonds flossen, sowie aus den Geldern, die der Bund heute via Leistungsvereinbarungen an die Bahnen zahlt.

Auch hier will der Bundesrat aber die Nutzer verstärkt zur Kasse bitten. Wer über grosse Strecken pendelt, soll die Kosten nicht mehr von den Steuern abziehen können. Der Bundesrat will den Fahrkostenabzug bei der direkten Bundessteuer auf eine Pauschale von 800 Franken begrenzen. Daraus resultieren jährlich 250 Millionen Franken. Weitere 300 Millionen Franken sollen die Kantone beisteuern.

Bahnbillette 10 Prozent teurer

Weiter will der Bundesrat die Kosten für die Benutzung der Schienen per 2013 um 200 Millionen Franken erhöhen. Auf 2017 ist eine weitere Erhöhung um 100 Millionen Franken geplant. Eine vollständige Abwälzung der Mehrkosten auf die Bahnkunden dürfte Tariferhöhungen von rund zehn Prozent nach sich ziehen, hält das Verkehrsdepartement UVEK fest.

Neben dem bereits laufenden Programm ZEM mit Ausbauten im Umfang von 5,4 Milliarden Franken plant der Bundesrat bis 2025 zusätzliche Investitionen in die Bahninfrastruktur im Umfang von 3,5 Milliarden. Ziel sei es, das Angebot der stark steigenden Nachfrage anzupassen, erklärte die Verkehrsministerin. Denn, so Leuthard vor den Medien: «Das heutige Bahnangebot wird in Zukunft nicht reichen.»

Mehr Doppelstockzüge

Auf verschiedenen Strecken sollen die Passagiere von mehr Doppelstockzügen sowie dem Halb- oder Viertelstundentakt profitieren. Stärken will der Bundesrat die Linie Genf-Bern-Zürich-St. Gallen. Anders als auf der Linie Lausanne-Genf auf der bis 2025 durchgehend ein Viertelstundentakt eingeführt wird, wird das auf der stark genutzten Strecke Zürich-Bern nicht der Fall sein. Wie es an der Medienkonferenz hiess, ist dies wegen des regen Güterverkehrs nicht möglich.

Dank längeren Perrons soll etwa auf den Abschnitten Genf-Lausanne und Bern-Zürich-Winterthur der Einsatz von 400 Meter langen Doppelstockzügen möglich werden. Die Zufahrten zu den Bahnhöfen Bern und Basel sollen so ausgebaut werden, dass bessere S-Bahn-Angebote möglich werden.

(sda/rn)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomy am 31.03.2011 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne mich!!

    Mein Halbtax läuft demnächst ab und werde es ganz sicher nicht mehr erneuern. Dann kurve ich mit dem Motorrad rum, mit dem kann ich auch meine Einkäfe erledigen die ich benötige. Wie es mit der Vignette dann wird, entscheide ich dann, wenns soweit ist. Wann braucht man auch eine Vigneztte wenn man zu Fuss geht? Ist ein totaler irrsinn was da abgeht mit dne Kosten.

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  • Armim Reichenland am 31.03.2011 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Arroganz gegenüber armen Leuten

    Ich verdiene so wenig dass ich mir mein e täglich 2 Stunden Zugfahrt schon jetzt fast nicht leisten kann. Wenn ich lese "tut doch nicht so, 60 Franken mehr Ausgaben ist doch nichts", tut es jedesmal richtig weh :-( Ich habe kein Auto, die günstigste KK und die höchste Franchise, wohne auf dem Land in einer winzigen Wohnung und kann mir trotzdem nichts leisten. Jeder Franken zählt! Working Poor, und ich bin sicher nicht die Einzige!

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  • WSmith am 31.03.2011 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Eine riesen Frechheit

    Ich erwarte von unseren Politikern, dass gegen diese ungeheuerliche Forderung vorgegangen wird. Unser Bundesrat soll doch wieder auf den Boden der Realität zurückkehren und versuchen, die Interessen des Volkes zu vertreten und eine verträgliche Lösung zu erarbeiten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Laredo am 02.04.2011 00:50 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Geld für was?

    Das ist viel Geld, um auf den Autobahnen im Stau zu stecken, weil Baustellen alles dicht machen, aber keiner arbeitet, da man ja peinlichst die Arbeitszeiten wie Ruhezeiten einhält. Das ist viel Geld für die Touristen, die gerne die teure CH besuchen, um z.B.Ski zu fahren. Ganz zu schweigen von den Transit LKW, die neben LSVA wohl auch diese Vignetten benötigen. Das ist viel Geld für alle u am Ende sind die Autobahnen leer, die Landstrassen voll - ergo, Leuthard führt Vignette ein für ALLE Strassen u die Kasse stimmt wieder....

  • Sandra am 01.04.2011 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Auswandern?

    Es ist unfassbar, alles wird teurer, aber die Löhne bleiben gleich... Wo soll das Enden?? Auswandern?

  • brunschi am 01.04.2011 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Als Jahresgebühr nicht überrissen

    Ich finde, die Fr.100.00 sund nicht so schlimm wie die 10%-Bahnaufschlag. Wenn ich in Italien oder Frankreich unterwegs bin, reichen Fr.100.- nicht weit! Auch Oesterreich ist teurer. Für die Ausländer sind unsere Fr.40.- ja ein "Schnäppchen".

    • Ibrahim El.Kamel am 24.08.2011 13:30 Report Diesen Beitrag melden

      Tunnelmaut

      Oesterreich Italien Frankreich ,Nur die Schweizerbringen keine Maut fertig an Tunnels

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  • Philipp am 01.04.2011 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Der Anfang vom Ende

    Es ist langsam an der Zeit dass sich die Automobilisten zusammen tun. Es kann ja nicht sein dass wir unsere Strassen 3-fach Besteuern lassen... -Benzin -Verkehrssteuer -Vignette Die Steuern sind schliesslich für den Unterhalt und Neubau der Strassen und nicht zum Quersubventionieren anderer Projekte oder Löcher. Klar zahlt man in anderen Länder mehr für die Benützung der Autobahn aber dann hat man eine " Baustellenfreie" fahrt und mindistens immer 3 Spuren. Selbst die Autostrassen sind besser ausgebaut als unsere Autobahnen.

    • John am 01.04.2011 14:19 Report Diesen Beitrag melden

      Und man darf ...

      ...erst noch schneller fahren. Wenn man es genau nimmt, gibt's bei uns gar keine Autobahnen sondern nur Autostrassen und deren Benützung ist mit 100.- pro Auto total überteuert.

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  • Viktor am 01.04.2011 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ausnahmen berücksichtigen, bitte!

    Ich bin im Prinzip einverstanden... ABER, dann soll die Vignette abklebbar sein, damit Fahrzeuge mit Wechselnummerschild nicht 2 mal bezahlen, UND kleine Motorräder (bis 250 cm3) und Roller, sowie ungebremste Anhänger sollen kein Vignette mehr zahlen. Wenn man dies nicht tut, würde ich 600.- Vignette jedes Jahr für meinen Haushalt bezahlen müssen, obwohl nur 3 Personen gleichzeitig auf den Autobahn fahren konnten. Unsinnig, ist es nicht?