Kontrollschild-Erkennung

04. Oktober 2019 16:01; Akt: 04.10.2019 16:47 Print

«Scanner sollten auch Velo-Chaoten büssen»

Kontrollschild-Scanner als Bussen-Anlagen: Diese Idee des Bundes wirft hohe Wellen. Leser fordern, dass auch Velos überwacht werden.

Die Zahlen zu den Radarfallen gibts im Video. (Video: gib)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Kanton Genf möchte sogenannte Kontrollschildscanner dafür einsetzen, um Fahrverbotszonen zu überwachen und automatisch Bussen auszustellen. Der Bundesrat plant deshalb, die entsprechende Verordnung anzupassen. Die Autolobby warnt vor «Massenüberwachung» und «Bussen-Maximierung».

Umfrage
Haben Sie sich wegen einer Busse auch schon grün und blau geärgert?

Die 20-Minuten-Leser diskutieren kontrovers über die angedachte Sanktionsmöglichkeit. «Bevor die Autofahrer noch mehr ausgeraubt werden, sollten erst einmal die Velo-Chaoten richtig gebüsst werden», lautet der meistgelikte Kommentar des Nutzers «Fussgänger».

Auch Velofahrer sollen an die Kasse kommen

Ins gleiche Horn bläst Nutzer Lee Belle: «Führt endlich Kontrollschilder für Velofahrer ein, so macht ihr richtig Kohle mit Bussen!» Auch Marc findet: «Regeln braucht es, und Kontrollen auch, da sind wir uns einig. Nur sollten diese für alle gelten. Velofahrer machen, was sie wollen, und es interessiert niemanden.»

Kritik gibt es auch grundsätzlich an den Überwachungsplänen: «Die Informationen dieser Scanner werden über kurz oder lang dafür eingesetzt, um noch mehr Geld beim kleinen Bürger abzuzocken.»

«Wer sich an die Regeln hält, wird nie gebüsst»

Aber nicht alle finden die geplanten Änderungen schlecht. «Ich wohne an einer Strasse, die mit ‹ Zubringerdienst gestattet› beschildert ist. Die Strasse wird aber zu rund 80 Prozent von reinem Durchgangsverkehr benutzt. Ich würde eine solche Anlage sofort befürworten.»

Auch Leser Steff findet: «Wer sich an die Regeln hält, wird nie gebüsst.» Die «bösen Bussen-Einnahmen» könnten nur realisiert werden, weil viele nicht fähig seien, sich an die Gesetze zu halten.

Einen Mittelweg schlägt Leser Tomi vor: «Die Überlegung ist nicht falsch», meint er. «Geht das aber auch mal ohne Geld? Oder in Stufen? Das erste Mal eine Verwarnung, das zweite Mal fünf Franken Busse, und beim dritten Mal dann eine richtige Busse?»

Welche herkömmlichen Blitzer am meisten Geld einspielen, und mit wie vielen Einnahmen die Behörden rechnen, lesen Sie in der nachfolgenden Box.


Vier Fakten zu Schweizer Blitzern

Stadt mit den meisten Blitzern

In der Stadt Zürich stehen mit 87 Geräten schweizweit die meisten Blitzer. Wenn man die Einwohnerzahl miteinbezieht, verändert sich aber das Bild. Pro Kopf gibt es laut «Watson» in Schaffhausen die meisten Radarfallen, womit Schaffhausen die höchste Dichte an Blitzern hat.

Rekordblitzer

Spitzenreiter unter den Blitzern in der Schweiz ist mit 68'000 Bussen in den ersten sechs Monaten 2016 der Blitzkasten an der Autobahn A2 bei Balerna im Tessin. Er spielte dabei 8 Millionen Franken Bussgeld ein und ist damit seit 2015 der lukrativste im ganzen Land.

Der legendärste Blitzer

Die wohl berüchtigtste Radarfalle steht bei Schwarzenbach in St. Gallen. Obwohl das semistationäre Gerät immer wieder an derselben Stelle steht, sorgt es für Rekordeinnahmen. 1,1 Millionen Franken Bussgeldern erbrachte der Blitzkasten innert zwei Monaten im Jahr 2017. Ein Jahr später waren es von Juni bis August immerhin noch 416'380 Franken.

285'673'200 Franken

So viel hoffen die Deutschschweizer Regierungen 2019 insgesamt durch Ordnungsbussen einzunehmen, wie die «Aargauer Zeitung» errechnet hat. Das ergibt pro Person im Durchschnitt 45 Franken. Auch hier ist die Stadt Zürich an der Spitze. Die Stadtpolizei rechnet mit 62'100'000 Franken Einnahmen.

(tha)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 04.10.2019 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Korruption

    Es ist für mich schlicht nicht nachvollziehbar, warum Bussen in die Staatskasse fliessen. Die Gemeinden sollen ihr Budget gefälligst auch ohne Bussen durchbringen. Es kann doch nicht angehen, dass man den Polizisten Quotas für Bussgelder gibt. Dass Fehlverhalten bestraft gehört, ist schon klar und auch richtig... aber dann lassen wir das Geld doch in die Sozialversicherungen fliessen. Direkt in die AHV und IV. Dann gibt es für die Gemeindepolizisten auch keinen Interessenskonflikt mehr. Deren Job ist unsere Sicherheit und nichts weiter.

    einklappen einklappen
  • Paul Georges am 04.10.2019 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommunismus

    Auf Schritt und Tritt überwachen, wie früher im Kommunismus, soweit sind wir schon, fehlen nur noch die Lautsprecher und die Volkspolizisten vom Stasi...

    einklappen einklappen
  • Pole Miker am 04.10.2019 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Rätschä

    Anstatt gemeinsam gegen eine solche Überwachung zu mobilisieren, wird schon mit dem Finger auf Andere gezeigt die man überwachen soll. So weit haben wir es also als Gesellschaft gebracht.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • BinVeloFuss& Autofahrer am 05.10.2019 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Es nervt langsam! Diese stereotypen immer wiederkehrenden gegenseitigen Vorwürfe & Behauptungen wer Rücksichtsloser und wer denn jetzt besser sei. Die Realität ist nun mal, dass Auto, Velos & Fussgänger sich alle auf den gleichen Strassen tummeln und jeder davon dafür seine Gründe hat. Die geltenden Regeln & Gesetze sind dazu da damit das zusammen"fahren" einfacher wird - das einhalten von JEDEM wäre entsprechend wünschenswert. Und ein wenig Rück- & Nachsicht, auch mal ein defensives Lächeln würde vieles einfacher machen - nicht immer nur der Stinkefinger, der Fluch und der Vorwurf!

  • peter ernst am 05.10.2019 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der mittlere finger

    das gibts höchstens hohn und spott für solche über korrekt-sein-versuche.... übrigens gibts ganz viel neid hierzulande - nur weil der velofahrer zwischen den autos an kolonnen vorbeifahren kann aber der ch autofahrer möchte, dass diese wie schäfchen ganz zu hinterst auch hinter dem bus, stehen bleiben. lol

  • Bikerjunge am 05.10.2019 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Blitz

    Wir Velofahrer halten uns grösstenteils an die Vorschriften. Wir sind auch die Schwächeren also müssen ihr Autofahrer einach mal mehr aufpassen dass ihr nicht alles falsch macht sonst blitzt es jetzt half noch mehr.

    • vAl am 05.10.2019 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bikerjunge

      Nicht alle sind Raudis, aber es sind leider zu viele. Fußgänger sie noch schwächer, und werden vielmals von Velofahrern zur Seite gedrängt, ohne Vorwarnung auf Fußwegen Überholt und erschreckt.

    einklappen einklappen
  • Ilona am 05.10.2019 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Scanner können niemanden büssen

    sie können nur jemanden erfassen, büssen ist Sache der Behörden.

  • Katja R am 05.10.2019 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ciao Schweiz

    Ich überlege mir ob ich nach Jessentuki Süd Russland auswandere. Dort ist es sogar sauberer als in der Schweiz. Hier in der Schweiz wird man ja für jede Kleinigkeit gebüsst. Bussen sind ja richig aber es sollte fair sein.