Vermisste von Neuheim

09. Februar 2011 16:28; Akt: 10.02.2011 08:44 Print

Automobilisten alarmierten die Polizei

Der vermisste Vater aus Neuheim ZG und seine beiden Söhne sind in Italien aufgegriffen worden. Der 50-Jährige habe einen verwirrten Eindruck gemacht, den Söhnen gehe es gut.

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In Italien wohlbehalten aufgetaucht: Vater Erich Z. und die Söhne Tim und Lorin. (Bild: zvg)

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Aufatmen in einem Vermisstenfall: Die beiden Söhne Tim und Lorin und ihr Vater Erich Z. sind wohlauf, wie die Zuger Polizei am Mittwoch mitteilte. Die italienische Polizei hatte den silbernen Nissan erkannt und das EDA in Bern informiert.

Der vermisste Vater hatte kein Benzin mehr und war seit Stunden auf der Raststätte südlich von Mailand gestrandet, wie Marcel Schlatter, Sprecher der Zuger Polizei, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Auch zu Essen hätten die drei Vermissten nichts gehabt. Ob der Vater einen Bargeldbezug vermeiden wollte, um keine Datenspur zu legen, konnte Schlatter nicht sagen.

Gemäss der italienischen Nachrichtenagentur ANSA wurden die drei auf der Raststätte Casalpusterlengo an der A/1 zwischen Mailand und Bologna in Richtung Süden gefunden. Automobilisten sei das parkierte Auto mit den Kindern drin aufgefallen, worauf sie am Mittwoch nachmittag die Polizei kontaktierten.

Verwirrter Eindruck

Den Söhnen geht es den Umständen entsprechend gut. Der Vater habe einen verwirrten, aber gesunden Eindruck gemacht, so der Polizeisprecher. Nun gehe es daran, den 50-Jährigen und seine beiden 7- und 10-jährigen Kinder zurück in die Schweiz zu bringen.

Voraussichtlich noch am Mittwochabend werden italienische Polizisten die drei nach Chiasso fahren, wo Vertreter der Zuger Polizei die Vermissten in Empfang nehmen und nach Zug bringen werden. Die Mutter sei bereits darüber informiert, dass sie ihre Kinder bald wiedersehen werde.

Nie ins Einkaufszentrum gefahren

Wie es mit dem Vater weitergehen soll, ist gemäss Schlatter noch unklar. Zuerst müsse er zurück in der Schweiz sein, bevor man das weitere Vorgehen bespreche.

Der selbständige Unternehmer und Lokalpolitiker verabschiedete sich am Montag um 17.15 Uhr von seiner Ehefrau und gab an, mit den Kindern in ein Einkaufszentrum zu fahren. Dort kam er aber nie an, wie die ausgewerteten Bilder der Überwachungskameras zeigten.

Stattdessen fuhr er in Richtung Mailand. Über das Motiv für das Abtauchen des Vaters gibt es gemäss Schlatter noch keinerlei Erkenntnisse. Die beiden Eheleute hatten gemäss Polizeiangaben keine Probleme und seien auch nicht im Streit auseinandergegangen. Auch über berufliche Probleme sei nichts bekannt gewesen. Suizidgedanken habe er keine geäussert.

Such-Kosten übernehmen

Für die Zuger Polizei bedeutete das Abtauchen des Firmenleiters einen Grosseinsatz: In den letzten 48 Stunden waren aus allen Abteilungen sämtliche Kräfte in den Fall involviert - vom Verkehrsinstruktor bis zu Strafverfolgern für Wirtschaftsdelikte.

Wie viele Einsatzkräfte genau aufgeboten wurden, wollte Schlatter «aus ermittlungstechnischen Gründen» nicht sagen. In den nächsten Tagen will die Polizei nun klären, wer für den Einsatz bezahlen muss.

Es sei noch unklar, ob man das Verschwinden des Familienvaters als «Notfalleinsatz» verbuchen könne oder ob er selber dafür aufkommen müsse. Wie viel der Grosseinsatz kostete, kann Schlatter zum jetzigen Zeitpunkt nicht beziffern.

Es dürfte aber eine stattliche Summe sein - war doch auch ein Super Puma Helikopter der Schweizer Armee an der Suche beteiligt.

(sda)