AKW Beznau

11. Oktober 2015 10:40; Akt: 11.10.2015 14:51 Print

Axpo droht Bund mit Milliardenklage

Falls die Politik die Atomkraftwerke Beznau 1 und 2 abschalte, will das Energieunternehmen 2 Milliarden Franken Schadenersatz vom Bund.

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Wird Beznau abgeschalten, wird der Bund verklagt: Das Brennstablager in Döttingen. (23. September 2011) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Das Energieunternehmen Axpo im Besitz der Nordostschweizer Kantone drohe mit einer Milliardenklage, falls die Politik das Aus für die Atomkraftwerke Beznau 1 und 2 beschliesse: «Wenn politisch beschlossen würde, dass wir die beiden Beznauer Reaktoren vom Netz nehmen müssen, müssten wir auf Schadenersatz in der Höhe von bis zu 2 Milliarden klagen», lässt sich Axpo-Sprecher Rainer Meier in der «SonntagsZeitung» zitieren.

Das Unternehmen stehe derzeit unter massiven Druck der Politik – nicht zuletzt, seit der «Tages-Anzeiger» publik machte, dass in den Stahlwänden des Reaktordruckbehälters des AKW Beznau 1 gegen 1000 Schwachstellen gefunden wurden. Laut der «SonntagsZeitung» behaupten Energiepolitiker nun, auch über die zunehmende Sprödheit der Stahlwände von Beznau 1 auf Höhe der Brennstäbe sei die Kommission informiert worden.

Axpo dementiert

Die Axpo dementiert jedoch, und sagt, es gebe kein Problem mit der Sprödheit des Stahls. Überprüfen lässt sich das nicht, da die Aufsichtsbehörde Ensi die Daten unter Verschluss halte, heisst es. Laut dem Bericht rechnet die Axpo mit einem Stillstand von Beznau 1 bis Februar, was «rund 100 Millionen Franken» koste. Und weitere Millionenzahlungen würden auf das Unternehmen zukommen, um die Schwachstellen von Beznau 1 zu beheben.

AKW-Gegner unkten zwar, Beznau 1 gehe nie wieder zurück ans Netz und weil sich der alleinige Betrieb von Beznau 2 nicht lohne, würde auch das wenig jüngere zweite Werk Beznau 2 stillgelegt. Dies, weil die Fixkosten für den Betrieb eines einzigen Reaktors fast gleich hoch wären wie für beide, die Einnahmen sich aber halbierten. Dem widerspricht die Axpo aber: Laut dem Unternehmen rechnet sich der alleinige Betrieb von Beznau 2. Aber die ökonomische Situation wäre noch angespannter. Denn selbst die Einnahmen aus dem Betrieb beider Reaktoren decken die Vollkosten laut dem Artikel nicht mehr.

(slw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dorli am 11.10.2015 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so so

    WoW, Schadenersatz vom Bund, also vom Volk! Was haben die all die Jahre mit ihren Milliarden Einnahmen gemacht? Und das Schweizer Volk ist so doof und akzepiert diese Forderung stumm und zahlt! Wie doof muss ein Volk sein, sein ganzes Geld so aus der Tasche ziehen zu lassen?

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  • Marcel am 11.10.2015 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gegenklage

    Das ist erst der Anfang. Die Stromkonzerne werden ihre Abzocker- und Risikopolitik der letzten Jahre auf die Steuerzahler abwälzen. Für den Bund gibts nur eins: Die Strombarone verklagen wegen ungetreuer Geschäftsführung und Gefährdung der öffentlichen Gesundheit. Denn AKW werden unter dem Strich nie renatabel sein und bedrohen uns mit ihrem Müll noch Jahrtausende!

    einklappen einklappen
  • Eva Adam am 11.10.2015 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kantone sollen Axpo zurückpfeiffen

    Die Axpo gehört einigen Kantonen und Gemeinden. Die Regierungen der Eigentümerkantone sind in der Pflicht, alles zum Schutz der Sicherheit der Bevölkerung zu tun und die Axpo zurückzupfeifen. In der Schweiz gilt die Werkhaftung. Der Bund könnte einfach fordern, dass die Axpo eine private Versicherung abschliessen soll. Da keine Versicherungsgesellschaft der Welt die Risiken eines GAUs versichern wird, muss Beznau dann aufgrund fehlendem Versicherungsschutz geschlossen werden, ohne dass der Bund verklagt werden kann.

Die neusten Leser-Kommentare

  • rb am 17.10.2015 02:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht langsam.

    Das bringt mich echt auf die Palme. Das ist ein Beispiel ,weshalb nicht die Politik das sagen hat sondern Konzerne und Banken. Jetzt muss man sich nur mal vorstellen,was Konzerne der Größenordnung zb von Monsanto,Nestlé, BASF oder Novartis ausrichten können. Genau diese Art von Business macht solche Konzerne zu skrupellosen Verbrechern. Wiso wird den nicht aus deren Milliarden Umsätze Instandhaltungs Auflagen verlangt. bei nicht erfüllen, ab ins Gefängniss mit diesem Pack.

  • Vera am 13.10.2015 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Rost hat mehrere Gesichter

    Wenn ein Auto rostet wirds aus dem Verkehr gezogen. Wenn ein AKW rostet wird die Definition von "Rost" angepasst. So einfach geht das.

  • Sfreek am 12.10.2015 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pervers

    Klingt für mich etwas pervers, aber unser aller Sicherheit dürfte wohl 2 Milliärdchen wert sein, zumals wir ja eh selbst bezahlen, wenn der Bund verklagt wird! ;-)

  • Heidi Klug am 12.10.2015 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Axpo Aktionäre sollen bezahlen!

    Wird Beznau abgeschaltet, wird der Bund verklagt??? Was soll das? Wenn Beznau veraltet, zu wenig sicher, zu teuer ist, früher als erwartet abgestellt wird, hat das Unternehmen Axpo die Verantwortung, die Kosten zu tragen. Also die Axpo Aktionäre. Entweder gehören die Kraftwerke dem Bund, oder sonst sollen Aktionäre die Verantwortung, die Kosten tragen. Zuerst privat absahnen, dann die ungedeckten Kosten dem Bund verrechnen?

    • Bartli am 12.10.2015 18:51 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht neu oder?

      Gwinne privatisieren und Verluste sozialisieren.

    einklappen einklappen
  • Jan Lauber am 12.10.2015 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Endlager!?!

    Ich verstehe die ganze Geschichte nicht. Es wäre ganz einfach. So bald die Axpo ein Endlager für ihren radioaktiven Müll gefunden und finanziert hat, darf sie ihre Atomkraftwerke wieder ans Netz nehmen..